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    Stuttgart (dpa)

    Flensburg und THW Kiel als Außenseiter

    Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt stehen in der Champions League vor schweren Aufgaben. Beide starten nicht als Favoriten in ihre Viertelfinal-Hinspiele. Im EHF-Pokal könnte es dagegen zu einem historischen Durchmarsch der deutschen Clubs kommen.

    Alfred Gislasson ist der Trainer der Kieler Handballer. Foto: Axel Heimken

    Die ungewohnte Außenseiterrolle in der Handball-Königsklasse spornt die deutschen Spitzenclubs erst recht an. Der THW Kiel setzt vor dem Viertelfinale gegen den FC Barcelona auf seine Sieger-Mentalität, die SG Flensburg-Handewitt baut gegen den Vardar Skopje auf die Heimstärke.

    „Wenn man ständig unter Druck steht, so wie wir, kennt man solche Situationen”, sagt Kiels Geschäftsführer Thorsten Storm vor dem Hinspiel am Sonntag (17.30 Uhr). Und nicht nur Storm weiß: Wer den THW vorzeitig abschreibt, macht einen Fehler.

    Schon im deutschen Achtelfinal-Duell mit den Rhein-Neckar Löwen war den Kielern das Aus prognostiziert worden, doch die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason schaffte es dank einer Energieleistung in die nächste Runde. Auch im Final Four um den deutschen Pokal „war Flensburg der Favorit”, sagt Storm. „Und trotzdem ging der Pokal nach Kiel.” Ähnlich wie der FC Bayern München im Fußball verfügt der THW in besonderen Spielen über eine besondere Mentalität. Die wird auch Flensburg am Samstag (17.30 Uhr) gegen Skopje benötigen. „Vardar war schon 2014 stark, jetzt ist dieser Gegner noch stärker”, sagt SG-Coach Ljubomir Vranjes.

    Damals hatte die SG die Mazedonier im Viertelfinale ausgeschaltet und zum bisher einzigen Mal den Einzug ins Final Four der Champions League geschafft. Aber wie auch Barça besitzt Skopje gegenüber seinem deutschen Kontrahenten einen möglicherweise entscheidenden Vorteil: die geringere Belastung. Beide Clubs hatten als Gruppensieger das Achtelfinale der Königsklasse überspringen dürfen. Zudem werden beide in ihren heimischen Ligen kaum gefordert. Dagegen strauchelt Kiel in der Bundesliga gerade bedenklich. Flensburg kämpft mit den Löwen um die Meisterschaft.

    „Die Jungs gehen momentan wirklich auf dem Zahnfleisch”, sagt Storm. „Bei Barca sieht die Sache anders aus. Für die zählt nur die Champions League.” Zudem fehlt den Kielern gegen die Spanier ihr wohl wichtigster Spieler. Kapitän Domagoj Duvnjak fällt wegen einer Patellasehnenverletzung mehrere Monate aus. Der Kroate war schon im Achtelfinale gegen die Löwen der entscheidende Faktor seines Teams. Barcelona wird dagegen mit zahlreichen Weltklasse-Spielern wie dem Mazedonier Kiril Lazarov antreten können. „Von den Rahmenbedingungen her sind sie daher natürlich der Favorit”, sagt Storm.

    Für die drei deutschen Clubs im EHF-Pokal eine Klasse tiefer ist die Ausgangssituation vor dem Viertelfinale dagegen grundlegend anders. Frisch Auf Göppingen ist als Gastgeber bereits für das Final Four Ende Mai qualifiziert. Die Füchse Berlin gehen als Favorit ins Hinspiel am Samstag (15.00 Uhr) bei Tatabanya KC aus Ungarn, auch der SC Magdeburg hat am Sonntag (18.00 Uhr) gute Chancen gegen den spanischen Club Helvetia Anaitasuna. Sollte auch die MT Melsungen bei St. Raphael in Frankreich am Samstag (20.45 Uhr) den Grundstein für ein Weiterkommen legen, könnte es zu einem historischen Durchmarsch kommen. Denn ein deutsches Halbfinale wäre ein Novum.

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