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    São Paulo (dpa)

    Vettel will letzten beiden Rennen für 2018 nutzen

    Sebastian Vettel will nach dem Scheitern im WM-Kampf die letzten beiden Saisonrennen in der Formel 1 für 2018 nutzen. Aus diesem Grund will er nicht vom Gas gehen.

    Sebastian Vettel will die letzten Saisonrennen als Vorbereitung für 2018 nutzen. Foto: Dario Oliveira

    Sebastian Vettel ist schon im Formel-1-Titelkampf 2018. „Alles, was wir dieses Jahr noch lernen können, können wir mitnehmen ins nächste Jahr. Deswegen wäre es jetzt falsch, vom Gas zu gehen”, sagte der Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Brasilien in São Paulo.

    „Ein neues Rennen, eine neue Herausforderung, vieles, auf das man sich freuen kann.” Kampfeslustige Worte eigentlich. Vettels Stimme klang aber ein bisschen verhaltener. Die Augen steckten hinter einer Sonnenbrille mit dem springenden Pferd von Ferrari auf den Bügeln. Eine Marke, die für Erfolge in der Formel 1 stehen soll. Seit 2007 wartet die Scuderia aber auf den nächsten Fahrertitel, damals gewann Vettels aktueller Kollege Kimi Räikkönen in einem hochdramatischen Finale die WM. „Das ist lange her”, sagte der 38-jährige Finne angesprochen auf seinen Triumph.

    Vettel verpasste die WM in diesem Jahr nach einer schwächeren zweiten Saisonhälfte mit eigenen Fehlern, aber auch technischen Problemen mit seinem Auto. Der Kampf um den fünften Titel nach seinen Serien-Triumphen 2010 bis einschließlich 2013 mit Red Bull wird 2018 nicht leichter. Im nächsten Jahr dürfte auch noch mehr mit Vettels ehemaligem Team und Mexiko-Sieger Max Verstappen zu rechnen sein. „Je enger, desto mehr Spaß macht es zu fahren und für die Zuschauer”, sagte Vettel.

    Bei Misserfolg ist der Spaß aber vorbei. Erst recht bei Ferraris Oberboss Sergio Marchionne, der nach den schriftlichen Glückwünschen bei den Siegen in der ersten Jahreshälfte nachher auch nicht mit öffentlicher Kritik sparte. „Das Ziel ist, nächstes Jahr stärker zurückzukommen und eine noch bessere Saison zu haben”, sagte Vettel.

    Vor den letzten beiden Rennen in diesem Jahr hat Vettel 56 Punkte weniger als Hamilton, bei 49 wäre er noch im Rennen gewesen. Dem vorzeitigen Aus im WM-Duell mit dem Briten kann Vettel mit etwas zeitlichem Abstand sogar etwas Positives abgewinnen. „Vielleicht ist es so auch besser, als ganz am Ende zu verlieren, weil man dann nicht so schnell ins Auto einsteigen kann.”

    Hamilton will bei Vettels Versuch einer Selbst-Therapie durch Erfolge aber nicht so ganz mitmachen. Der 32 Jahre alte Brite hat nichts von seinem Erfolgshunger eingebüßt, so sehr er das Gefühl, als Weltmeister ins Fahrerlager zu kommen, auch genoss. Im Gegenteil. „Ich will den Druck so hoch halten wie im ganzen Jahr”, sagte Hamilton.

    Klar ist, dass auf dem Autódromo José Carlos Pace und zwei Wochen später beim Finale in Abu Dhabi Vettel und Hamilton sowie auch Verstappen einen Vorgeschmack auf 2018 geben wollen. Keiner wird sich mit dem bitteren Gefühl einer Niederlage in die lange Pause bis zum Saisonstart im März 2018 in Australien verabschieden wollen. Man könne „extrem viel” Schub fürs nächste Jahr mitnehmen, meinte Vettel.

    Von Jens Marx, dpa

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