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    Paris (dpa)

    Historische Pleite für die Handballer des THW Kiel

    Das hat es in der ruhmreichen Champions-League-Geschichte der „Zebras” noch nicht gegeben: Mit 18 Toren Unterschied verliert der THW Kiel in Paris.

    „Skandalös”: Kiels Trainer Alfred Gislason ist mit der Leistung seiner Mannschaft alles andere als zufrieden. Foto: Ronn...

    Es ging um nichts mehr, und dennoch haben die Handballer des THW Kiel eine ganze Menge verloren.

    Das 24:42 zum Abschluss der Champions-League-Vorrunde beim französischen Titelträger Paris Saint-Germain am Sonntag war die höchste Pleite, die die Zebras in der europäischen Königsklasse kassiert haben. Für das Achtelfinale, in dem die Norddeutschen auf die Bundesliga-Konkurrenz der Rhein-Neckar Löwen treffen, lässt das nichts Gutes erhoffen.

    Und auch in der Bundesliga-Historie sucht diese Pleite ihresgleichen. Dreimal unterlagen die Kieler, mit 20 Meisterschaften deutscher Rekordtitelträger, mit 15 Toren Differenz: Am 4. Februar 1968 beim VfL Gummersbach (17:32), am 19. Mai 1986 bei TuSEM Essen (14:29) und am 20. Dezember 2006 beim SC Magdeburg (24:39).

    „Wir haben skandalös schlecht angefangen, viele Bälle verschossen und auch hinten nicht zugepackt”, kommentierte THW-Coach Alfred Gislason nach der Packung in Paris die Partie auf der Club-Homepage: „Allein zwölf Gegenstöße in der ersten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache.” Das Renommee der Kieler schwindet allmählich.

    Die Mannschaft, für die es die siebte Schlappe in der Vorrunde der europäischen Königsklasse war, bekam nie Zugriff auf die Partie. Einer, der Kiel von Beginn an Probleme machte, war der deutsche Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer, der schon vor der Pause sechs Treffer erzielt hatte. Dann machte er dem erst 17 Jahre alten Dylan Nahi Platz, der prompt zum 22:10-Pausenstand traf. Über die Leistung der Zebras war auch Gensheimer erstaunt: „Wir wissen, dass der THW besser spielen kann”, sagte der 30-Jährige im TV-Sender Sky.

    Dass in seinem Team der gesundheitlich angeschlagene Kreisläufer und Abwehrstabilisator Patrick Wiencek fehlte, wollte Gislason nicht als Entschuldigung werten: „Die, die auf dem Feld standen, haben nicht so gespielt, wie es nötig gewesen wäre, um Paris Paroli zu bieten.”

    Nach der für Montag vorgesehenen Rückkehr aus Paris gibt der isländische Coach seinen Schützlingen erst einmal zwei Tage frei, um „über die Niederlage nachzudenken”. Das nächste Pflichtspiel bestreitet der THW dann erneut in der Champions League. Voraussichtlich am 22. März steht das Achtelfinal-Hinspiel gegen den aktuellen deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen auf dem Programm. „Wir müssen uns gegen diese starke Mannschaft zusammenreißen”, forderte Gislason: „Es geht um alles.” Das Rückspiel in Mannheim soll am 30. März stattfinden.

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