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    FUßBALL: 2. BUNDESLIGA

    Trotz der Niederlage: Grundsätzlich stimmt die Club-Richtung

    Nürnberg muss aber schnell auch im Strafraum Lösungen finden, wenn es von Platz zehn in der Tabelle wieder nach oben gehen soll.

    Nicht zu fassen: Club-Profi Enrico Valentini nach seiner vergebenen Großchance. Foto: Heiko Becker

    Dumm gelaufen. „So unglücklich habe ich selten ein Spiel verloren“, sagte Hanno Behrens. Der Katzenjammer war nicht nur beim Kapitän des 1. FC Nürnberg groß nach der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den FC St. Pauli. „Wir haben das Spiel gut kontrolliert und mit viel Tempo nach vorne gespielt. Einmal waren wir unaufmerksam und das hat der Gegner bestraft“, fasste Trainer Michael Köllner den Abend zusammen, an dem der Club die Tradition seiner erfolglosen Flutlicht-Auftritte fortsetzte.

    Den entscheidenden Fehler beging Abwehrchef Georg Marggreiter, der sich bei einem Abschlag von St. Paulis Torwart Robin Himmelmann verschätzte und den Ball mit dem Hinterkopf verlängerte. So hatte Waldemar Sobotta freie Bahn zum Tor in der 63. Minute. „Eiskalt“ habe seine Mannschaft diese Chance genutzt, sagte St. Paulis Trainer Olaf Janßen. Er lobte Leidenschaft und Wille, sah ansonsten aber vieles im Argen liegen: „Fußballerisch wollen wir in den nächsten Spielen wieder anders auftreten.“

    Nun drei Spiele ohne Sieg, zwei Mal hintereinander verloren und nur Tabellenrang zehn – mehr als eine erste Ergebniskrise ist beim Club jedoch nicht zu erkennen. „Die Saison ist noch jung. Wenn wir weiter so auftreten, werden wir noch viele Punkte holen“, tröstete sich Behrens. Die Leistung war tatsächlich nicht dazu angetan, grundsätzliche Zweifel heraufzubeschwören. „Wichtig ist, dass wir das Vertrauen in unser Spiel behalten, denn das passt ja“, sagte Köllner. Aber auch: „Am Ende zählt das Ergebnis“ und dass sich der Club die liegen gelassenen Punkte nun zum Start der englischen Woche am Samstag in Duisburg holen müsse. Dort gab es diese Saison in der ersten Pokalrunde schon einen Sieg.

    Köllners System-Umstellung von der gewohnten Vierer- auf eine Dreierkette bescherte den Außenspielern Enrico Valentini und Tim Leibold mehr Freiraum, den sie agil nutzten, doch im Strafraum fehlten die Abnehmer oder das Abspiel geriet zu ungenau. „Wir haben uns häufig auf engstem Raum toll durchkombiniert, aber den letzten Pass dann nicht setzen können“, beschrieb Köllner die große Schwäche. Zudem war Leichtgewicht Edgar Salli im Sturmzentrum gegen St.

    Paulis Bollwerk nicht die erhoffte Lösung. Kevin Möhwald, der ihn dort nachrückend unterstützen sollte, musste nach einem Schlag auf die Wade früh heraus. Ob er weiter ausfällt, ist offen.

    Die Mittelstürmer-Alternative für Duisburg könnte Cedric Teuchert heißen, der nach seiner Viruserkrankung und seiner Abreise von der U-21-Nationalmannschaft dieses Mal noch Joker war. „Er ist einer, der vorne reingeht und mit Tempo den Gegner versetzen kann“, sagt sein Trainer.

    Margreitter und Werner treffen binnen drei Sekunden die Latte

    Dass der Club erstmals in dieser Saison ohne erzielten Treffer blieb, lag an Unvermögen – Valentini verließen freistehend vor dem Torwart die Nerven (33.) – und an Pech, als Margreitter und Tobias Werner binnen drei Sekunden jeweils an der Torlatte scheiterten (50.). Neuzugang Werner brachte sich in der Offensive mit jenem Fleiß ein, der ihn auch in seinen Jahren beim FC Augsburg ausgezeichnet hatte. „Für die kurze Zeit, die er hier ist, war es gut. Er kommt mit unserem Spiel zurecht“, sagte Köllner.

    Bei seinem letzten Klub VfB Stuttgart hatte Werner in der Rückrunde nur 20 Minuten gespielt. In Nürnberg stand der 32-Jährige gleich in der Startelf; auf der Position des langzeitverletzten, schon jetzt vermissten Sebastian Kerk. „Für mich war es heute ein schöner Moment“, sagte Werner. „Einige haben mich ja schon tot geglaubt, aber ich habe noch die Qualität, 2. Bundesliga zu spielen.“

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