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    Helden ohne Heimat?

    Eishockey Bayernliga Relegation, 2. Spiel Germering Wanderers – Kissinger Wölfe 3:8 (2:2, 0:3, 1:3). Ein Schritt noch. Ein Sieg zur Sensation. Stellt die Kurstadt in der neuen Saison tatsächlich einen Eishockey-Bayernligisten? Ja – davon ist Michael Rosin überzeugt.

    Eishockey

    Bayernliga Relegation, 2. Spiel Germering Wanderers – Kissinger Wölfe 3:8 (2:2, 0:3, 1:3).

    Ein Schritt noch. Ein Sieg zur Sensation. Stellt die Kurstadt in der neuen Saison tatsächlich einen Eishockey-Bayernligisten? Ja – davon ist Michael Rosin überzeugt. „Eine Niederlage ist keine Option“, sagte der Wölfe-Vorsitzende vor dem dritten und alles entscheidenden Spiel am Sonntag (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Hieße freilich auch, dass in der neuen Saison die Derbys gegen die Mighty Dogs aus Schweinfurt und gegen die Hawks aus Haßfurt wegfallen würden, weil die sportlichen Rivalen in der Landesliga bleiben. Zu beantworten ist die Dauerfrage nach der Zukunft der Eishalle. „Ich wünsche mir eine schnelle Entscheidung. Nach dem letzten Spiel muss eigentlich die neue Saison geplant werden, und zwar zweigleisig. Es ist nämlich durchaus denkbar, dass wir selbst mit einer Niederlage gegen Germering als Nachrücker in die Bayernliga aufsteigen“, macht Rosin auf verschiedene Konstellationen aufmerksam.

    Es geht um die Existenz

    Der Status Quo ist bekannt. Da die politischen Vertreter der Stadt Bad Kissingen, die die Eishalle als zu großen Kostenfaktor sehen und das Objekt schließen oder einem potenziellen Investor zuschustern wollen. Dort der Verein, der um seine Zukunft bangt. „Es geht nicht nur um den Nachwuchs, es geht um unsere Existenz“, weiß Rosin. Ordentlich investiert hat die Stadt bekanntlich in ihren Prachtbrunnen, jetzt wird nicht wenig Geld in die Hand genommen, um mit potentem Partner im Alten Rathaus eine Vinothek entstehen zu lassen. Dass so mancher Sportsfreund in diesen Tagen einen dicken Hals hat, man mag es ihm nicht verdenken. Seit Wochen gibt es in der Causa Eishalle jedenfalls keine neuen Informationen für die Öffentlichkeit.

    Maximale Leistung

    Umso erstaunlicher, was der Mini-Kader Maximales aus sich herausholt. 550 Zuschauer im Polariom zu Germering, darunter über 50 Wölfe-Unterstützer, hatten ein ausgeglichenes Anfangsdrittel gesehen mit Kissinger Toren durch Christian Masel (11.) und Roman Nikitin (20.). „Der Anfang war verhalten, dann haben wir unsere Chancen genutzt. Und die Stimmung in unserem Block war fantastisch. Da wurde noch lange nach Spielende gefeiert“, schwärmte der Vereinsboss. Obwohl mit Jan Pantkowski ein Verteidiger kurzfristig ausgefallen war, lieferten die Unterfranken in Oberbayern eine famose Leistung ab, gekrönt mit den Treffern von Nikitin (30.), Spielertrainer Mikhail Nemirovsky (32., 43.), Marc Hemmerich (40.), Niko Grönstrand (51.) und Eugen Nold (60.). „Ich hatte mit einem Sieg gerechnet, weil wir die bessere Mannschaft haben. Im ersten Spiel haben wir es nur nicht zeigen können“, sagte Michael Rosin, der unabhängig vom Ergebnis am Sonntag sein Fazit zieht. „Wir haben ausgereizt, was möglich ist. Besser kann man eine Saison unter diesen Voraussetzungen nicht spielen.“

    Von Jürgen Schmitt

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