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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Analyse in sattem Schwarz

    Nach dem mageren 0:0 gegen die DJK Don Bosco Bamberg kritisierte Aubstadts Trainer Josef Francic seine Mannschaft öffentlich.

    Der TSV Aubstadt (links David Noack) fand kein Durchkommen gegen die vielbeinige Deckung der DJK Don Bosco Bamberg (Feli... Foto: Anand Anders

    Fussball (dr)

    Bayernliga Nord TSV Aubstadt - DJK Don Bosco Bamberg 0:0

    Die erste Analyse gab es noch auf dem Platz. Während die meisten Spieler des Fußball-Nord-Bayernligisten TSV Aubstadt nach dem 0:0 gegen die DJK Don Bosco Bamberg schon längst in der Kabine verschwunden waren, harrten Trainer Josef Francic, sein Assistent Waios Dinudis und Vize-Kapitän Daniel Leicht auf dem Platz aus. Im strömenden Regen gestikulierte Francic, als ob er einzelne Szenen der 90 Minuten nachstellte. Selbst aus einiger Entfernung war ihm die Unzufriedenheit über den Auftritt seiner Elf und das Ergebnis anzusehen.

    Komplimente nicht willkommen

    20 Minuten später, beim Trainergespräch im Sportheim, hatte sich seine Laune noch nicht gebessert. Da gerieten ihm die Worte seines Bamberger Kollegen Mario Bail als Vorlage zu einer kritischen, öffentlichen Auseinandersetzung mit seiner Mannschaft. Bail hatte sich völlig zurecht über den ersten Saisonpunkt gefreut, zumal eingesammelt „auswärts bei einer Spitzenmannschaft wie Aubstadt.

    “ Wenn man schon, hob Francic an, Komplimente bekomme, dass man eine Spitzenmannschaft der Bayernliga sei, „dann muss man auch so spielen. Das haben wir nicht gemacht.“ Das Spiel habe einige Schwächen seiner Mannschaft aufgedeckt, machte Francic weiter und äußerte sich explizit unzufrieden mit dem Spiel über Außen. In der Mitte standen die beiden Bamberger Ketten gut und ließen kaum Räume. Am leichtesten zu knacken sei so eine kompakte Defensive bekanntermaßen mit konsequentem Spiel über Außen. Da habe freilich die Qualität gefehlt, bemängelte Francic, und außerdem habe man durchs Zentrum „zu viele Fehlpässe gespielt.“ Kurzum: Francic zeichnete ein düsteres Bild von der Vorstellung seiner Mannschaft.

    Dabei griff er bewusst zu einem satten Schwarz nach einem Spiel, nach dem es auch mittlere Grautöne getan hätten. Aber man merkte Francic den Frust an, dass seine Elf derzeit nicht das zu leisten im Stande ist, was sie könnte. „Es ist ja keine Überraschung, dass die Gegner defensiv stehen“, vermisste Francic Lösungen. In den vorhergegangenen Heimspielen gegen Forchheim (2:1) und Amberg (2:0) waren die Aubstädter gerade noch davon gekommen und hatten wacklige Siege eingefahren, diesmal war ihnen das Glück nicht hold. Oder zumindest nur ein bisschen.

    Gewackelt hatte in den ersten 45 Minuten zweimal das Gestänge des Bamberger Tores. Einmal nach einem Kopfball von Innenverteidiger Christian Köttler (32.) an die Latte, das andere Mal, als der Bamberger Pascal Niersberger eine Eingabe von Manuel Hümmer beinahe ins eigene Tor gegrätscht hätte (40.), DJK-Schlussmann Julian Glos und der Pfosten mit vereinten Kräften aber die TSV-Führung verhinderten. Mehr sprang nicht raus trotz aller TSV-Dominanz. Die Grabfelder konnten ihrerseits von Glück sagen, dass sich Calvin Sengül nach einem Sprint aus der eigenen Hälfte zu einem halbherzigen Querpass statt einem konsequenten Abschluss entschied (20.) und, als Luca Ljevsic den Ball ins Tor geschossen hatte, Schiedsrichter Vinzenz Pfister den vermeintlichen Torschützen zuvor im Abseits gesehen hatte (37.). Freilich hatten die Bamberger mit Julian Glos auch einen Torwart, der alle ihm gestellten Prüfungen bestand. Der Ex-Schweinfurter zeigte sich fangsicher und offenbarte ein gutes Stellungsspiel.

    Ingo Feser konnte gar nicht mitwirken. Er stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, aber auch in Zivil neben der Bank. Die Untersuchung des lädierten linken Knies hatte ergeben, dass im Muskel eine Faser gerissen ist. Er sah in der 61. Minute die größte Chance der Aubstädter, aber auch die letzte. Eine Freistoßflanke von Philipp Kleinhenz auf den zweiten Pfosten beförderte Martin Thomann zurück in die Mitte des Strafraums. Dort kam Christian Köttler frei zum Abschluss, scheiterte aber an Julian Glos.

    Aubstadt: Mack – Bauer, Köttler, Grader, Hümmer – Leicht – Schebak (46. Noack), Kleinhenz, Thomann – Schmidt (63. Müller), Grell (76. Dellinger). Gelb-Rot: Michael Dellinger (90., Aubstadt).

    Die Statistik des Spiels

    Bayernliga Nord

    TSV Aubstadt –

    DJK Don Bosco Bamberg 0:0

    Aubstadt: Mack – Bauer, Köttler, Grader, Hümmer – Leicht – Schebak (46. Noack), Kleinhenz, Thomann – Schmidt (63. Müller), Grell (76. Dellinger).

    Bamberg: Glos – Spies (83. Strohmer), Niersberger, Jessen, Strobler – Schmoll, Fischer (63. Kane), Kettler, Wunder, Sengül – Ljevsic.

    Schiedsrichter: Pfister (Oberbergkirchen).

    Zuschauer: 250.

    Gelb-Rot: Dellinger (90./Aubstadt).

    ONLINE-TIPP

    Viele Bilder vom Spiel unter: www.mainpost.de/sport/rhoen-grabfeld

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