• aktualisiert:

    Nach dem Derbysieg im siebten Himmel

    Unter Strom: die Hammelburger (von links) Bruno Simunic, Branko Damjanovic, Oscar Benner und Felix Bendikowski.Foto: Fra... Foto: Frank Heumann

    Volleyball (Olly)

    2. Bundesliga Süd, Männer

    O. Volleys Eltmann – TV-DJK Hammelburg 1:3

    1. (1.) O. Volleys Eltmann 21 18 3 57 : 19 52
    2. (2.) SV Schwaig 20 15 5 50 : 27 45
    3. (3.) TGM Mainz-Gonsenheim 22 15 7 51 : 31 44
    4. (4.) GSVE Delitzsch 21 13 8 46 : 36 36
    5. (5.) FT Freiburg 21 13 8 43 : 38 36
    6. (7.) TV-DJK Hammelburg 21 11 10 43 : 42 33
    7. (6.) TG Rüsselsheim II 21 10 11 41 : 40 30
    8. (7.) SV Fellbach 20 8 12 40 : 41 30
    9. (9.) VC Dresden 21 9 12 38 : 43 28
    10. (10.) TSV Grafing 20 9 11 38 : 44 25
    11. (11.) L.E. Volleys 21 8 13 35 : 47 25
    12. (12.) TSV GA Stuttgart 21 6 15 29 : 50 21
    13. (13.) VYS Friedrichshafen 20 0 20 7 : 60 0

    VC Eltmann – TV/DJK Hammelburg 1:3 (25:18 23:25 17:25 25:27). „Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst, dieses Spiel war einfach nur geil!“ Die Emotionen von Co-Trainer Frank Jansen überschlugen nach einem denkwürdigen Volleyball-Abend mit dem Sensationssieg über Spitzenreiter Eltmann. Mit diesem Überraschungscoup vor etwa 100 TV/DJK-Anhängern haben die Saalestädter die Tür für eine weitere Spielzeit in Deutschlands zweithöchster Spielklasse ganz weit aufgestoßen.

    „Ich ziehe den Hut vor unseren Fans. Immer wenn ich mich umgedreht habe, waren das Gänsehautmomente. Und genau deshalb wollen wir auch in dieser Liga bleiben“, zeigte sich Jansen begeistert von der Unterstützung vor Ort. „Auch wenn viele Fans morgen kein Wort mehr rausbekommen werden, der Support war grandios“, pflichtete Coach Karlovic bei, der den Erfolg seiner Truppe folgendermaßen beschrieb: „Gegen Eltmann zu gewinnen, ist wie Ostern und Weihnachten zusammen.“ 23 Spiele war der Ligaprimus in der eigenen Spielstätte ungeschlagen, bevor es einem ersatzgeschwächten, aber spürbar tiefenentspannten Hammelburger Team vorbehalten war, die beeindruckende Serie zu beenden.

    Eine Machtdemonstration

    „Ausgerechnet gegen Hammelburg“, wollte man aus den enttäuschten Eltmänner Gesichtern lesen, die selber einen bedeutenden Teil zu einem spannungsgeladenen und hochklassigen Duell beitrugen. Die Gastgeber, die im ersten Satz nicht mit ihrer besten Sechs starteten, zeigten zunächst Volleyball vom Feinsten: „Das war eine echte Machtdemonstration“ zog Hammelburgs Coach seinen Hut, bevor auch seine Jungs schließlich der besonderen Derby-Stimmung verfielen: „Das ist, wie wenn man auf eine Party geht, auf die man vorher keinen Bock hat und plötzlich mach es richtig Spaß“, brachte es Frank Jansen auf den Punkt.

    Die Handbremse gelöst

    Resultat aufflammender Saalestädter Spiellaune war zunächst ein 10:2, später ein 14:8. „Plötzlich war die Handbremse gelöst“, so Karlovic. Auch wenn der Vorsprung gegen Satzende schmolz, zeigte sich Hammelburgs Angreiferriege um „Goldjunge“ Lorenz Karlizek äußert schlagfertig, während die Aufschläger ordentlich Druck auf die Eltmänner Annahmekünstler ausübten. „So war Eltmann gezwungen, seine Angriffe vornehmlich über Außen vorzutragen, wo unser Block oft perfekt stand“, beschrieb Karlovic das Erfolgsrezept im zweiten Durchgang. „Der dritte Satz war ein Brett, die Stabilität in Angriff und Aufschlag hat mich echt verblüfft“, zeigte sich Hammelburgs „Assistant Coach“ ob der Nervenstärke seiner Jungs begeistert, die nun kaum mehr zu halten waren. „Die Jungs haben wie entfesselt gespielt, fast schon ein wenig überdreht“, kommentierte Karlovic den Energieschub seiner Mannen.

    Die Operation beginnt

    „Jetzt beginnt die Operation befleckte Weste“, unkte der gerade an der Bandscheibe operierte Henning Schulte vom Krankenbett aus, in Anspielung auf die schier unheimliche Heimserie der Gastgeber. Doch ganz so schnell wollte sich der Spitzenreiter der 2. Bundesliga nicht aus dem heimischen „Hangar“ verdrängen lassen. Alles wies auf einen Showdown im Tie-Break hin. Als Eltmann beim 24:21 drei Satzbälle hatte, erklärte ein Mann den „Floater“, also den Flatteraufschlag, zur Chefsache: Friedrich Fell. Der Hammelburger Mittelblocker bewies wie so oft 0,0 Promille Nerven und nahm die gegnerischen Außenangreifer ins Visier. Tolle Feldabwehr, Punkte im Angriff, ein Block von Oscar Benner und ein technischer Fehler der Oshino Volleys: es stand 24:24. Dramatik pur, während Steuermann Felix Bendikowski am Aufschlag das Ruder endgültig rumriss und ein denkwürdiges Spiel nicht ganz im Kapitänsjargon zusammenfasste: „Geiles Ding!“

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!