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    GARCHING

    Schweinfurter Slapstick-Einlagen

    Das Wertvollste, das der FC 05 aus Münchens Norden mitnehmen durfte war das Ergebnis. Das 0:2 (0:2) beim VfR Garching wertvoll? Jawohl! Denn die Schweinfurter, sie hätten auch mit 0:10 untergehen können – und, so denn ausgelobt und vergeben, auch einen Slapstick-Preis mitnehmen. So oft, wie die Oberbayern am Ostermontag alleine aufs Gästetor zulaufen durften, so oft, wie die Grün-Weißen auf dem Hosenboden landeten, so oft, wie sich die heimischen Zuschauer über sie lautstark kaputt lachten – es wäre kaum auf die berühmte Kuhhaut gegangen, wenn denn da nur eine herum gelegen wäre.

    Sinnbild in Grün-Weiß: Christopher Kracun (links) landet, wie sein FC 05 Schweinfurt in Garching, auf dem Hosenboden – a... Foto: Wolfgang Fehrmann

    Das Wertvollste, das der FC 05 aus Münchens Norden mitnehmen durfte war das Ergebnis. Das 0:2 (0:2) beim VfR Garching wertvoll? Jawohl! Denn die Schweinfurter, sie hätten auch mit 0:10 untergehen können – und, so denn ausgelobt und vergeben, auch einen Slapstick-Preis mitnehmen. So oft, wie die Oberbayern am Ostermontag alleine aufs Gästetor zulaufen durften, so oft, wie die Grün-Weißen auf dem Hosenboden landeten, so oft, wie sich die heimischen Zuschauer über sie lautstark kaputt lachten – es wäre kaum auf die berühmte Kuhhaut gegangen, wenn denn da nur eine herum gelegen wäre.

    „Das war das mit Abstand schlechteste Spiel meiner Mannschaft, seit ich in Schweinfurt bin“, hatte Gerd Klaus in der Pressekonferenz alle Mühe, nicht schon öffentlich ins Eingemachte zu gehen. Es hätte auch gar nicht recht gewusst, was genau er ansprechen sollte. „Aktuell gibt es für das Gezeigte keine Erklärung.“ Und so machte er auf der Suche nach irgendwelchen positiven Aspekten tatsächlich nur dieses 0:2 als solches aus. „Eine Klatsche wäre fatal gewesen. Unschön ist?s aber auch so: Ich wollte in Nürnberg einige Spieler schonen, das kann ich jetzt nicht.

    Mit zwei Niederlagen ins Pokalspiel gehen, das geht nicht.“ Und kann doch ganz schnell Realität werden, wenn der FC 05 sich nicht ganz gewaltig steigert.

    Klar, eine Momentaufnahme kann's gewesen sein. Und nicht zwingend der Beginn einer Misere. Denn immerhin hatten die Schweinfurter gut begonnen, beste Chancen durch Steffen Krautschneider (13.) und dann nach der anschließenden Ecke im Dreierpack durch Adam Jabiri, Marco Janz und Nikola Jelisic (Pfosten) gehabt. Doch dann landete der 30-m-Kunstschuss von Georg Ball hinter dem zu weit vor dem Tor stehenden 05-Keeper David Paulus im Netz – 1:0 (23.). Ein großer Treffer mit großer Wirkung: Fortan war der FC 05 aus dem Spiel. „Das Spiel hat dann seine Dynamik bekommen“, wusste Klaus nur zu gut, dass es zwar auch anders hätte kommen können, danach aber knüppeldick kam.

    Ohne Stollen kein Halt

    Letztlich war es ein Hohn, dass nur noch Manuel Eisgruber traf – erneut mit einem 30-m-Lupfer, diesmal über den beim Herauseilen ausrutschenden Paulus (44.). Überhaupt sind die Gäste mehr gerutscht, denn gestanden. Was Klaus erboste: „Ich habe in der Pause noch einmal jedem Spieler gesagt, dass es auf dem nassen Platz nur mit Stollen geht. Aber Krautschneider und Jelisic hatten überhaupt keine dabei. Das geht in dieser Liga nicht.“ Der Schimpfe folgte die Auswechslung. Mit Müller, Willsch und Paul sollte frischer Wind kommen – sollte . . . „Was da ablief, war Wahnsinn“, wirkte Innenverteidiger Marco Janz ratloser als manch Kandidat bei Günther Jauch. „Wir wollten es nach der Pause noch einmal probieren über lange Bälle“, doch das ging genauso schief, wie das hektische Aufbauspiel im ersten Abschnitt. „Wahnsinn, wie wir den Garchingern da in die Karten gespielt haben“, so Janz zu der Fülle an Kontern, der Garchinger Spezialität. Eigentlich.

    Denn der VfR, bei dem von einer etwaigen Verunsicherung wegen eines angekündigten, möglichen Rückzuges in die Kreisliga nichts zu spüren war, wusste mit so viel Gäste-Güte gar nichts anzufangen. Dennis Niebauer (30., 42., 45.) vor dem Wechsel, Niebauer (49., 81.), Mario Staudigl (63.), Eisgruber (64., 67.), Oliver Hauck (74. 77.) und Lirim Kelmendi (78.) – allesamt verwerteten sie ihre Gelegenheit völlig allein vor dem Tor nicht, und nur zum Teil, weil Paulus auch ein paar starke Szenen hatte. „Es hätten auch acht Tore mehr sein können“, gestand Klaus kopfschüttelnd.

    Weiß kommt aus Burghausen

    Und durfte sich am Osterwochenende wenigstens freuen über einen hochkarätigen Neuzugang. Denn: Verteidiger Dominik Weiß schließt sich den Nullfünfern ab der kommenden Saison an und soll just jene Defensive, die sich in Garching teils blamiert hat, verstärken. Der 21-Jährige wurde bei Bayern München und dem FC Ingolstadt ausgebildet und ist unter anderem auch für Wacker Burghausen insgesamt 84 Mal in der Regionalliga aufgelaufen. In Schweinfurt hat Weiß konkrete Ziele, wie er verlauten ließ: „Ich werde alles daran setzen, dass wir unser gemeinsames Ziel, den Aufstieg in die Dritte Liga, erreichen. “ Das hört Klaus natürlich gerne und sagt: „Mit Dominik Weiß haben wir ein sehr gutes, junges Talent sichern können. Dominik ist sowohl defensiv, wie auch offensiv ein starker Außenverteidiger, der zudem auch sehr schnell ist. Ich bin mir sicher, dass er uns so verstärkt, wie wir uns das vorstellen.“

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Regionalliga Bayern VfR Garching – FC 05 Schweinfurt 2:0 (2:0)

    Garching: Maus – Kelmendi, Müller, Göpfert, Suck – Ball – M. Niebauer, D. Niebauer, Goia (73. De Prato) – Staudigl (65. Hauck), Eisgruber (83. Baki).

    Schweinfurt: Paulus – Messingschlager, Janz, Billick, Golla (46. Paul) – Kracun, Fery – Haller, Jelisic (46. Müller), Krautschneider (46. Willsch) – Jabiri.

    Schiedsrichter: Beretic (TSV Friedberg). Zuschauer: 300. Tore: 1:0 Ball (23.), 2:0 Eisgruber (44.). Gelb-Rot: Messingschlager (Schweinfurt/82., wiederholtes Foulspiel). Gelb: Suck, Göpfert – Messingschlager, Jabiri.

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