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    Höhenflug stoppen?

    Volleyball (olly) 2.

    Volleyball (olly)

    2. Bundesliga Männer VC Eltmann – TV/DJK Hammelburg (Samstag, 19.30 Uhr)

    Sie nennen ihre Spielstätte wie einen Abstellplatz für Flugzeuge, und tatsächlich sind sie in dieser Saison echte Überflieger: Seit 23 Spielen sind die Eltmänner Volleyballer (1./52) im eigenen „Hangar“ ungeschlagen und ziehen nahezu ungefährdet ihre Kreise am Ligahimmel. Ob die Eltmänner „Fighter“ bei ihrem Flug Richtung Titel ausgerechnet von den Hammelburger (7./30) Ferienfliegern kurzzeitig in die Warteschleife geschickt werden oder gar eine Bruchlandung hinlegen müssen, ist im Unterfrankenderby eher unwahrscheinlich.

    Zumindest die Meisterschaftskorken werden bei ihrem letzten Heimauftritt noch nicht knallen. „Auch wenn dies nur noch eine Frage der Zeit sein wird“, wie Hammelburgs Coach Tado Karlovic ob der Dominanz seiner ehemaligen Weggefährten überzeugt ist. Mit sieben Punkten führen die Oshino Volleys die Liga an, gefolgt von Schwaig, das allerdings nur noch rechnerisch eine Chance hat, den Unterfranken die Meisterschaft streitig zu machen.

    Das Timing für Eltmanns Ligadominanz könnte dabei kaum besser sein, denn der Verein möchte ins Liga-Oberhaus. Die Vorlizensierungsphase bei der Volleyball Bundesliga (VBL) ist bereits abgeschlossen, nun fehlt quasi nur noch das offizielle „Ja-Wort“. Ob die Gastgeber den Schritt in Liga Eins wagen und damit wieder zu bekannter Wirkungsstätte zurückkehren, entscheidet sich Ende der Saison. Bis dahin haben sich die Verantwortlichen Bedenkzeit erbeten. „Ich würde es Eltmann wünschen. Das Potenzial, mit einem oder zwei Neuzugängen die Liga zu halten, ist vorhanden“, ist Hammelburgs Headcoach von der Qualität der Truppe von Karlovic-Freund Milan Maric überzeugt. Der Zeitpunkt jedenfalls wäre ideal und Garantien für ein Meisterschafts-Abo bietet auch ein hochwertiger Kader nicht, wie ein Blick nach Fellbach zeigt, das nach zwei Meisterschaften heuer gegen den Abstieg spielt. Weit entfernt von solchen Gedankenspielen befinden sich die Saalestädter, die sich mit den Unwegsamkeiten des verflixten zweiten Ligajahres konfrontiert sehen. Für Tado Karlovic sind Spiele gegen Eltmann indes „immer wieder ein wenig wie Heimkommen“, spielten sich viele Jahre seiner Volleyball-Vita doch in der 5000-Einwohner-Gemeinde ab. „Es tut mir fast ein wenig Leid, dass ich nie mit einer kompletten Mannschaft zum Derby erscheine“, so Karlovic, dessen Truppe – vom Verletzungspech gebeutelt – diesmal mit einem Minikader nach Eltmann reist.

    Zufall darf nicht entscheiden

    Derbyfieber will demnach auch nicht wirklich aufkommen, obwohl die Saalestädter eine beeindruckende Rückrunde spielen, sich aber noch immer nicht aus dem Abstiegskampf verabschieden konnten. Ob es gelingt, den Eltmänner Direktflug Richtung Meisterschaft in ernstzunehmende Turbulenzen zu steuern, bleibt abzuwarten. Dass Hammelburgs Trainerfuchs nichts dem Zufall überlässt, und sich vor der Partie dem ausführlichen Studium von Eltmänner Videomaterial hingegeben hat, ist selbstverständlich: „Deren Kader ist breit und die Spieler haben hohe Qualität. Vor allem die Außenangreifer und Mittelblocker wechseln ständig, da ist es schwer, sich drauf einzustellen.“

    Während Eltmanns Trainer Milan Maric seinen Kumpel auf der anderen Feldseite mit dem Rotationsprinzip ärgern kann, muss der Hammelburger Coach einmal mehr aus wenigen Spielern das Maximum herausholen. Ausgerechnet die beiden Youngstars Oscar Benner und Lorenz Karlizek meldeten sich in der Trainingswoche unpässlich. „Und am Freitag wurde Henning Schulte an der Bandscheibe operiert, ihm gelten unsere besten Genesungswünsche“, gibt sich Tado Karlovic nachdenklich, der trotzdem gerne einen Punkt entführen würde. Denn Jammern und Tiefstapeln stand noch nie auf der Hammelburger Taktiktafel, und die 70 Kilometer zum Liganachbarn sollten eingefleischte TV/DJK-Fans nicht davon abhalten, ihre Jungs wieder lautstark zu unterstützen.

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