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    HANDBALL: DRITTE LIGA OST

    Ein kühler Kopf

    Der HSC erkämpft sich mit einem 30:27-Erfolg gegen Leipzig zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Spieler setzten damit ein Versprechen in die Tat um.

    Linksaußen Felix Wolf (am Ball) steuerte zwei Treffer zum Bad Neustadter 30:27-Erfolg gegen Leipzig bei. Foto: Anand Anders

    3. Liga Ost Männer

    MSG Groß-Umstadt – HSG Hanau 22:26
    HF Springe – Groß-Bieberau/Modau 23:21
    HSG Burgwedel – HSC 2000 Coburg II 31:25
    TV Kirchzell – HC Elbflorenz 18:28
    HSG Nieder-Roden – TSV Burgdorf II 23:20
    HSV Hannover – Eintracht Hildesheim 29:25
    HSC Bad Neustadt-Rhön – SG LVB Leipzig 30:27
    TV Großwallstadt – TV Gelnhausen 31:23

    1. (2.) HC Elbflorenz 24 20 0 4 672 : 547 40 : 8
    2. (1.) Eintracht Hildesheim 24 19 1 4 677 : 567 39 : 9
    3. (3.) TV Großwallstadt 24 15 2 7 637 : 569 32 : 16
    4. (4.) HSG Nieder-Roden 24 13 4 7 663 : 642 30 : 18
    5. (6.) HF Springe 24 13 3 8 656 : 635 29 : 19
    6. (7.) HSV Hannover 24 13 2 9 688 : 655 28 : 20
    7. (5.) Groß-Bieberau/Modau 23 12 3 8 655 : 604 27 : 19
    8. (8.) HSG Burgwedel 24 12 3 9 624 : 604 27 : 21
    9. (9.) TSV Burgdorf II 24 11 0 13 601 : 615 22 : 26
    10. (10.) HSG Hanau 24 8 5 11 593 : 610 21 : 27
    11. (12.) HSC Bad Neustadt-Rhön 24 8 3 13 584 : 639 19 : 29
    12. (11.) TV Gelnhausen 24 8 2 14 580 : 625 18 : 30
    13. (13.) HSC 2000 Coburg II 24 7 2 15 617 : 685 16 : 32
    14. (14.) SG LVB Leipzig 24 6 4 14 622 : 680 16 : 32
    15. (15.) MSG Groß-Umstadt 23 6 1 16 548 : 618 13 : 33
    16. (16.) TV Kirchzell 24 2 1 21 569 : 691 5 : 43

    HSC Bad Neustadt-Rhön – SG LVB Leipzig 30:27 (14:14). Die Handballer des HSC Bad Neustadt-Rhön haben zwei „big points“ im Abstiegskampf der Dritten Liga Ost durch einen 30:27 (14:14)-Erfolg gegen die SG LVB Leipzig errungen. „Unser Erfolg beruht auf großem Kampfgeist. Wir haben in den entscheidenden Situationen mit kühlem Kopf agiert“, freute sich nach dem Abpfiff HSC-Coach Margots Valkovskis. Sein Gegenüber Nils Kühr blieb nichts anderes übrig, als zum Sieg zu gratulieren. Er begründete die Niederlage vornehmlich damit, dass seinen meist jungen Akteuren die Umstellung von den Einsätzen in der Junioren-Bundesliga, „wo spielerische Fähigkeiten im Vordergrund stehen“, mit der rauen Luft des Abstiegskampfes in der Dritten Liga nicht gelungen sei. „Da muss gebissen, gekratzt und in der Deckung dreckig agiert werden. Da war der HSC einfach besser“, so seine Analyse.

    Dabei sah es für die Gäste zunächst nicht schlecht aus. Nach drei Fehlwürfen der Einheimischen lagen die Straßenbahner, die SG LVB Leipzig ist der Klub der Leipziger Verkehrsbetriebe, nach Treffern von Kreisläufer Hannes Zerrenner und dem erfolgreichsten Schützen des Abends, Oskar Emanuel, schnell mit 2:0 in Front. Die Hausherren kämpften sich mit einem Doppelpack von Konstantin Singwald – er sah in der 39. Minute nach Foul an Sebastian Naumann Rot und hinterließ und eine große Lücke in der Offensive – zurück und machten aus dem 3:4-Rückstand eine 6:4-Führung. Maßgeblich an der Wende beteiligt war Felix Schmidl, der nach Paraden die Außen Jan Wicklein (2) und Felix Wolf mit präzisen Abwürfen in Szene setzte. Die Gäste blieben allerdings dran, bekamen von den Referees einige Siebenmeter zuerkannt, die Sascha Meiner sicher verwandelte. Nach dem 9:8 durch eine Flugeinlage von Wicklein zog sich Gary Hines den Unmut seiner Mannschaftskameraden und der Fans zu, weil er drei Konter in Serie vergab. Er spielte trotz Blickkontakt die wesentlich besser postierten Wicklein und Wolf nicht an und versuchte es auf eigene Faust. Das Resultat waren zwei Fehlwürfe und ein Stürmerfoul.

    Die Rot-Weißen lagen trotzdem mit 12:10 in Front, was einen Torhüterwechsel auf der Gegenseite nach sich zog. Doch weder Patrick Ziebert noch Jan Guretzky waren an diesem Abend sichere Rückhalte ihres Teams. Entscheidend war der Bruch im Spiel der Gäste nach dem 18:18, als sich Steve Baumgärtel Fehlwürfe und technische Fehler leistete. Der HSC setzte sich dank der Treffer von Hines, Riesenberger und Gerr erstmals deutlicher ab (21:18). Danach ging es für die Gäste bergab. Schmidl-Paraden und technische Schnitzer sorgten für Ballverluste, die von den HSClern konsequent bestraft wurden. Innerhalb von fünf Minuten gelangen vier Treffer in Folge. In der 54. Minute bestand beim Stand von 26:21 keine Frage, wer als Sieger vom Parkett gehen würde – zumal Fabian Tatzel noch einen Meiner-Siebenmeter entschärfte. Die SGler agierten in Zeitnot hektisch, suchten im Gegensatz zum ersten Durchgang, als sie ihre Angriffe lang ausspielten, früh den Abschluss, worunter die Präzision litt.

    Bei Spielende durften sie froh sein, nicht höher verloren zu haben. Die Valkovskis-Schützlinge – der Coach hat sich die dritte Zeitstrafe eingehandelt – ließen die Konzentration vermissen. „Ich möchte mich bei meinen Spielern bedanken. Sie haben ihr Versprechen, in diesem Spiel alles zu geben, in die Tat umgesetzt“, so der Trainer in der Pressekonferenz. Da blickte Nils Kühr, der einige spielerische Ausfälle zu beklagen hatte, schon nach vorn. „Wir müssen jetzt einfach unsere Hausaufgaben machen, die Spieler müssen lernen, über den Kampf ins Spiel zu kommen und nicht umgekehrt.“

    Tore für den HSC: Jan Wicklein (6), Maximilian Schmitt (5), Gary Hines (5), Vilim Leskovec (4), Konstantin Singwald (3), Felix Wolf (2), Timo Riesenberger (2/1), Franziskus Gerr (2), Matthias Grünert (1).

    Die Statistik des Spiels

    Dritte Liga Ost

    HSC Bad Neustadt-Rhön – SG LVB Leipzig 30:27 (14:14)

    Bad Neustadt: Schmidl, Tatzel (drei Siebenmeter) – Valkovskis, Schmitt 5, Wolf 2, Hines 5, Riesenberger 2/1, Singwald 3, Kleinhenz (n. e.), Pal, Wicklein 6, Gerr 2, Leskovec 4, Grünert 1.

    Leipzig: Guretzky (23. bis 42.), Ziebert – Eulitz, Meiner 8/5, Löser 3, Uhlig 1, Zerrenner 2, Baumgärtel, Naumann 2, Reimann (n. e.), Schreibelmayer 1, Hellmann 1, Emanuel 7/2, Seidler 2.

    Siebenmeter: 2/1:8/7.

    Zeitstrafen: 10:8 Minuten.

    Disqualifikation: Singwald (39., Bad Neustadt, Foulspiel), Valkovskis (58., Bad Neustadt, dritte Zeitstrafe).

    Schiedsrichter: Kauth/Kolb (Uhofen/Olching).

    Zuschauer: 525.

    Spielfilm: 3:4 (10.), 9:8 (20.), 14:14 (30.) – 17:17 (40.), 23:21 (50.), 30:27 (60.).

    ONLINE-TIPP

    Viele Bilder vom Spiel unter: www.mainpost.de/sport/rhoen-grabfeld

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