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    Eishockey

    Derbysieg mit hohem Werbewert

    „Ein Derbysieg? Das ist absolut geil“, strahlte Christian Dietrich, nachdem er zusammen mit seinen Teamkollegen mit den knapp 500 mitgereisten ESC-Fans eine Party gefeiert hat.

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    Landesliga Gruppe 1 ERV Schweinfurt – ESC Haßfurt 6:8 (1:1, 3:5, 2:2)

    „Ein Derbysieg? Das ist absolut geil“, strahlte Christian Dietrich, nachdem er zusammen mit seinen Teamkollegen mit den knapp 500 mitgereisten ESC-Fans eine Party gefeiert hat, über das ganze Gesicht. „Vor solch einer Kulisse, einfach Wahnsinn“, ergänzte der Kapitän der Haßfurter „Hawks“, die wenige Minuten zuvor mit einem 8:6-Erfolg bei den Schweinfurter „Mighty Dogs“ dafür sorgten, dass die Schlachtenbummler lautstark die Worte skandierten: „Die Nummer 1 am Main sind wir.“

    Dass der hart umkämpfte, aber verdiente Auswärtserfolg der Kreisstädter im mit 1737 Zuschauern nicht ganz prall gefüllten „Icedome“ ein Sieg des Willens war, stellte Dietrich klar: „Wir waren von Anfang fest dahinter. Es hat einfach nur Spaß gemacht mit den Jungs.“ Und so wie sein Spielführer freute sich auch Falken-Dompteur Martin Reichert über einen vollauf gelungenen Abend. „Ich bin schon sehr stolz. Vor allem weil wir nach dem schlechten Spiel in Dingolfing wieder so zusammengefunden haben“, gab es ein dickes Kompliment für den „tollen Auftritt.

    Wir hatten zuletzt wenig Training. Trotzdem haben wir uns heute wieder so präsentiert, wie wir uns auch in der Aufstiegsrunde präsentieren wollen“, sagte der Sylbacher, der den Hausherren ein gutes Zeugnis ausstellte: „Wir haben heute zwei gleich gute Mannschaften gesehen, die ein superschönes Spiel geliefert haben. Besser kann man Eishockey in unserer Region nicht präsentieren.“

    Willig und vor allem kampfstark bestritten „Mighty Dogs“ die Partie. Die „Hawks“ hielten fest dagegen. Und dies war auch wichtig, denn auf dem Eis ging es von Anfang zur Sache und nicht zimperlich zu. Selbst eine Schlägerei, die aber nicht die Ausmaße annahm wie beim letzten ESC-Gastspiel im „Icedome“, musste das Schiedsrichtergespann schlichten. Es blieb bei 16 zweiminütigen Bankstrafen.

    Den besseren Start erwischten zwar die hochmotivierten und sehr druckvoll agierenden Hausherren, die mit ihren Großchancen aber immer wieder an ESC-Schlussmann Martin Hildenbrand scheiterten. Und wer vorne nicht trifft, wird bestraft: Ein Traumpass von Jakub Sramek und Jan Trübenekr ließ Schweinfurts Torwart Benjamin Dirksen alt aussehen (11.). Doch in der Partie auf Augenhöhe markierte ERV-Verteidiger Simon Knaup nur wenig später den Ausgleich (14.). Richtig rund ging es in Abschnitt Nummer 2, den beide Mannschaften schickten die Zuschauer sprichwörtlich durch ein Wechselbad der Gefühle mit gleich acht „Einschlägen“. Am Ende lagen die „Hawks“ mit 4:6 vorn. Erneut Jan Trübenekr (22.), Jakub Sramek (34.), David Franek (39.) sowie Michal Babkovic mit einem Doppelpack (33./37.) waren dabei die umjubelten Torschützen für Haßfurt. Jonas Manger (13.), Richard Adam (30.) und Stephan Trolda (39.) hielten mit ihren Treffern die Spannung offen. Als die Gäste dann mach einem mächtigen Schlagschusses von Marco Hildenbrand Mitte der letzten 20 Minuten auf 4:7 erhöht hatten (51.), schien der Derbysieg zum Greifen nahe. Das Wort „Resignation“ kam für die Mannschaft von Schweinfurts sehr engagierten Trainer Zdenek Vanc nicht in Frage.

    Und Simon Knaup sowie Pascal Schäfer gelang es mit ihren Toren zum binnen zwei Minuten tatsächlich, den Anschluss herzustellen sowie die abgeflaute Stimmung bei den eigenen Anhängern nochmals zu mobilisieren (51./53.). Erst als Benjamin Dirksen eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene seinen Platz im ERV-Gehäuse für einen weiteren Feldspieler geräumt hatte, machte Jakub Sramek mit einem „Empty-net“ den Sack zu (59.) – das sorgte für eine Massenabwanderung der Schweinfurter Zuschauer und eröffnete die „ESC-Party“.

    „Für die Fans und in Haßfurt und Umgebung bedeutet der Erfolg denke ich sehr viel“, betonte Martin Reichert nach der Partie, als seine Mannschaft mit der „Eis-Raupe“ vor den Fans ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellte. „Wir sind jetzt in der Vorrunde die beste unterfränkische Eishockeymannschaft. Und das ist einfach toll.“

    Schweinfurt: Dirksen – Knaup, Schäfer, Kleider, Adam, Faust, Köder – Kohl, Campbell, Zajic, Trolda, Amrhein, Grüner, Freund, Manger, Marquardt, Stach. Haßfurt: Martin Hildenbrand, Dietz – Hora, Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand – Kinereisch, Trübenekr, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Lang, Dietrich, Breyer, Vollert. Tore: 0:1 (11.) Trübenekr (Lang, Sramek), 1:1 (14.) Knaup (Campbell), 1:2 (22.) Trübenekr (Sramek), 2:2 (23.) Manger (Kohl), 3:2 (30.) Adam, 3:3 (33.) Babkovic (Franek 5-4), 3:4 (34.) Sramek (Thebus, Trübenekr), 3:5 (37.) Babkovic (Sramek, Trübenekr), 4:5 (39.) Trolda (Kohl), 4:6 (39.) Franek (Babkovic), 4:7 (45.) Marco Hildenbrand (Trübenekr), 5:7 (51.) Knaup (Campbell, Marquardt 4-4), 6:7 (53.) Schäfer (Campbell, Kohl 5-4), 6:8 (59.) Sramek (Empty Net). Strafminuten: 20/12. Schiedsrichter: Gut/Reitz. Zuschauer: 1737.

    Von unserem Mitarbeiter Ralf Naumann

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