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    FUßBALL: LANDESLIGA NORDWEST

    Mit dem Gegner im Boot

    Nach dem gelungenen Saisonauftakt mit dem 5:1-Sieg gegen Röllbach verblüffte Abtswinds Manager Christoph Mix mit einer Bitte an den Gegner.

    Der Abtswinder Carl Murphy (links) behauptet den Ball vor Röllbachs Maximilian Schreck. Foto: Jürgen Sterzbach

    Beim 5:1 (1:1) gegen Röllbach setzte der TSV Abtswind einen ersten Meilenstein für den Weg zur gewünschten Meisterschaft. „Die ersten drei Punkte haben wir, aber noch liegen 29 von 30 Spielen vor uns“, bilanzierte ein zufriedener Petr Škarabela. Abtswinds Trainer hatte einen unbequemen Gegner erwartet und seine Mannschaft darauf vorbereitet. So wurden sie nicht überrascht, dass Röllbach trotz defensiver Ausrichtung forsch nach vorne spielte.

    Bei seiner Anfangsformation musste Abtswinds Übungsleiter nach dem kurzfristigen Ausfall Frank Hartlehnerts die Positionen verschieben. Carl Murphy rückte auf dessen offensive linke Seite und Przemyslaw Szuszkiewicz komplettierte die Abwehrreihe. Mit Julian Schneider im Tor und Adrian Dußler im Mittelfeld begannen wie erwartet zwei Zugänge. „Abtswind gehört für mich zu den Topfavoriten“, fügte der mit Škarabela befreundete Albano Carneiro seine Vorschusslorbeeren hinzu. Röllbachs Trainer erklärte ebenso, dass sich seine Mannschaft konditionell noch nicht auf der Höhe befinde. „Ich hätte gerne zwei Wochen mehr Vorbereitung“, wünschte er sich.

    Die Abtswinder dagegen sehnten den Saisonstart herbei, und – endlich losgelassen – besaßen sie bereits nach wenigen Minuten nach einem Eckball Adrian Dußlers durch einen Kopfball von Pascal Kamolz die erste gefährliche Aktion. Die Hausherren traten von Beginn an druckvoll auf, doch verhinderte der fehlende letzte Pass folgende Chancen. „Wir fanden in der ersten Halbzeit gegen einen sehr gut strukturierten Gegner kein Rezept“, stellte Skarabela fest und wurde mitsamt allen Abtswindern vom ersten Vorstoß Röllbachs ins Mark getroffen. Alexander Grimm leitete die Aktion mit seinem Lauf durch das Mittelfeld ein, legte auf die rechte Seite zum dort mitgelaufenen Till Link, der frei vor Abtswinds Torhüter Julian Schneider zum Schuss kam und traf.

    Mitte der ersten Halbzeit stand das Spiel durch das 0:1 auf dem Kopf, doch Abtswind richtete sich von selbst auf und setzte sein Anrennen letztlich erfolgreich fort. „Es war wichtig, dass wir vor der Halbzeit noch den Ausgleich erzielten“, wusste Abtswinds Trainer, dass Philipp Hummels 1:1 den Seinen das nötige Selbstverständnis zurückgab. Eine Flanke Carl Murphys von links ließ Kamolz passieren, Hummel sprang am langen Pfosten in den Ball und jener ins Tor. Bis zum Seitenwechsel erspielten sich die Gastgeber weitere Chancen, um mit einer Führung in die Pause zu gehen, doch Steffen Barthel legte in aussichtsreicher Position noch quer, Kamolz köpfte wuchtig über das Tor und Sven Gibfried traf zwar, doch der Schiedsrichter glaube ihn bei Barthels Freistoß im Abseits gesehen zu haben. So blieb es beim Unentschieden zur Halbzeit.

    Dass angesichts des Abtswinder Anrennens dieser Zwischenstand keinen längeren Bestand haben sollte, hatte sich allerdings angekündigt. „Wir wollten in der zweiten Halbzeit noch eine Schippe obendrauf packen, und genau das ist uns gelungen“, erkannte Škarabela. Als Kamolz den Ball in der Gefahrenzone ablegte, lief Barthel von hinten an und traf mit seinem Schuss sehenswert oben rechts zum 2:1 den Winkel. Nur drei Minuten später erhöhte Nicolas Wirsching den Vorsprung auf 3:1, als Röllbachs Abwehr einen Freistoß Dußlers vor dessen Füße abgewehrt hatte. „Entscheidend waren nach der Halbzeit die Minuten mit dem Doppelschlag“, erklärte Carneiro, warum sich seine Mannschaft gegen den schnell gestiegenen Rückstand nicht mehr wehren konnte.

    Mit dem größer gewordenen Raum kombinierten die flinken Abtswinder nach vorne und brachten weitere Angriffe erfolgreich zum Abschluss. Dußler verwandelte einen von Röllbachs Torhüter Andreas Patsiouras an Barthel verursachten Foulelfmeter zum 4:1, und wiederum nur eine Aktion später traf Kamolz nach einem kurzen Solo zum 5:1, als ihm der eingewechselte Daniel Endres mit seiner ersten Aktion den Ball in den Lauf gelegt hatte. „Momentan können wir unsere Leistungen noch nicht über neunzig Minuten zeigen“, begründete Carneiro später die Ergebnishöhe. „Darüber bin ich etwas traurig, denn mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden.“

    Arbeit auf einem anderen Gebiet erwartet dagegen auf Škarabela: „Ich werde es nicht zulassen, dass die Mannschaft jetzt abhebt“, sagte Abtswinds Trainer mit Blick auf das anstehende Auswärtsspiel bei Aufsteiger Euerbach. Einen Wunsch trug Christoph Mix nach dem Spiel dem Gegner vor: „Wir würden euch gerne weiterhin bei uns im Boot haben, dass ihr jene Mannschaften schlagt, die uns zu nah kommen“, wünschte sich Abtswinds Manager und freute sich über dessen wohlgesonnene Antwort: „Wir werden unser Bestes geben“, versprach ihm Carneiro.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball-Landesliga Nordwest TSV Abtswind – TuS Röllbach 5:1 (1:1)

    Abtswind: Schneider – Szuszkiewicz, Graf, Gibfried, Herrmann – Dußler, Wirsching (83. Lukas Wirth) – Murphy, Barthel (78. Daniel Endres), Hummel (83. Brunsch) – Kamolz.

    Röllbach: Patsiouras – Erhart, Kalweit, Pascual, Schreck – Florian Grimm, Hagendorf – Ludwig (53. Wolf), Ackermann (72. Calo), Link – Alexander Grimm (67. Hörst).

    Schiedsrichter: Döhler (Untermerzbach).

    Gelbe Karten: Dußler; Patsiouras.

    Zuschauer: 240.

    Tore: 0:1 Link (22.), 1:1 Hummel (33.), 2:1 Barthel (53.), 3:1 Wirsching (56.), 4:1 Dußler (78., Foulelfmeter), 5:1 Kamolz (80.).

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