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    HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA MÄNNER

    Marktstefts erster Matchball

    Ausgerechnet bei ihrem Ex-Verein Rödelsee können einige Marktstefter die Meisterschaft perfekt machen. Radovan Suchy würde dies gerne verhindern.

    Rödelsees Spielertrainer Radovan Suchy möchte Marktstefts Meisterschaft noch etwas verschieben. Foto: Hans Will

    Rödelsee Vor einem Jahr verabschiedeten sich die Handballer des TSV Rödelsee mit einem großen Knall aus der Dritten Liga in die Bezirksoberliga. Nahezu alle Akteure aus der „ersten Garnitur“ verließen den Klub, der in der Folge sogar bangen musste, überhaupt eine schlagkräftige Mannschaft zu stellen. Einige Rödelseer schlossen sich dem TV Marktsteft an, der nun kurz vor dem Meistertitel und damit dem Sprung in die Landesliga steht. Ausgerechnet im Derby beim TSV Rödelsee kann Marktsteft am Samstag den Titel klar machen und für eine Wachablösung im Handball des Kitzinger Raumes sorgen. TSV-Spielertrainer Radovan Suchy würde die Feier gerne noch aufschieben, wie er zugab. Wie er und der Verein den Rückschritt verkraftet hat und was er dem TV Marktsteft künftig zutraut, verriet der 39-jährige Sportlehrer im Gespräch.

    Frage: Am Samstag steht das Heimspiel gegen den Fast-Meister TV Marktsteft an. Gelingt es Ihrem TSV Rödelsee, die Stefter noch einmal richtig zu fordern?

    Radovan Suchy: Das weiß ich nicht. Wir sind auf jeden Fall vollzählig nach der Pause über Ostern. Wenn alles hin haut, haben wir auf jeden Fall zuhause eine Chance, sie zu ärgern. Das will auch die Mannschaft. Aus meiner Sicht ist Marktsteft ja durch. Das einzige, was wir noch schaffen können, ist, dass wir sie schlagen.

    Es könnte ja sogar sein, dass der TV Marktsteft bei Euch seinen Meistertitel klar macht?

    Suchy: Ja, ja, sie sprachen im Vorfeld in sämtlichen sozialen Netzwerken schon vom ersten Matchball. Wir würden dem gerne dagegen steuern.

    Dieses Spiel scheint also doch kein ganz normales Punktspiel zu sein, sondern eines mit besonderen Stellenwert?

    Suchy: Auf jeden Fall, das war schon immer so! Den Derbycharakter hat man im Hinspiel (28:28) gemerkt, Klar, es sind ja viele beim Gegner, die mal in Rödelsee gespielt haben, bei uns spielen Marktstefter. So ein Derby ist doch auch etwas Schönes. Solche Spiele sind immer interessant.

    Wie ist das für Sie, wenn Sie gegen so viele spielen, die bei Ihnen und beim TSV Rödelsee einiges gelernt haben? Tut das nicht weh?

    Suchy: Diese Münze hat zwei Seiten. Einerseits weinst du ein bisschen, dass sie weg gegangen sind. Auf der anderen Seite freust du dich, dass sie durch deine Hilfe und Ausbildung Erfolg haben und sich nun durchsetzen. Die Spieler können jetzt vielleicht das für den Handball nützen, was man ihnen beigebracht hat. Es ist etwas Zeit vergangen, es tut jetzt nicht mehr so weh, wie damals, als es frisch war. Mit dem Abstand sieht man es anders.

    Es schmerzt also doch noch ein bisschen?

    Suchy: Ja, aber so ist das im Sport. Die Leute wollen dort spielen, wo Erfolg ist, das war bei uns nicht anders. Das Wichtigste ist, dass man sich auch hinterher in die Augen schauen kann. Ich habe damit überhaupt kein Problem.

    Letzte Saison lief der TSV Rödelsee beinahe als Halbprofiteam, jetzt ist es mehr eine Freizeit-Mannschaft. Wie schwer war die Umstellung? wie schwer war es für Sie, die Ansprüche zurück zu schrauben?

    Suchy: Das war schon schwer, aber wegen des enormen Aufwands in der Dritten Liga hatte ich eh überlegt, mal komplett aufzuhören. Jetzt ist es nicht mehr so, das spielte mir ganz gut in die Karten. Klar ist es eine Umstellung in Training und Spiel. Wir hatten in der Runde relativ viel Erfolg. Das hat es etwas einfacher gemacht.

    Wie haben die Mannschaft und der Verein den Schritt zurück in die Bezirksoberliga verkraftet?

    Suchy: Dem Verein blieb keine große Wahl. Die Verantwortlichen haben sich gefreut, dass die Leute geblieben sind, dass sie überhaupt eine Mannschaft stellen konnten. Mit dem überraschenden Erfolg haben wir sehr positive Rückmeldungen bekommen. Der TSV Rödelsee kann nichts Negatives über die Saison, oder die Mannschaft sagen, sondern wird zufrieden sein.

    Mit dem engen Kader schien diese Runde ziemlich schwierig für Rödelsee?

    Suchy: Auf jeden Fall! Wir hatten teilweise wenige Spieler, haben das aber relativ gut gemeistert. In dieser Saison mit diesen Voraussetzungen haben wir wunderbar gespielt. Umso weniger da waren, umso geschlossener hat sich die Truppe präsentiert. Wir konnten ja kaum richtige Spielzüge trainieren, weil wir zu wenig Leute sind. Also haben wir mehr die individuellen Fähigkeiten forciert, die Kraft, vielleicht war das gar nicht so verkehrt. In den Spielen, die wir verloren, merkte man schon, dass es am Zusammenspiel fehlt, weil wir kaum einmal Sechs gegen Sechs trainieren konnten.

    Wie geht es weiter in der kommenden Runde in Rödelsee? Bleibt die Personalsituation so angespannt?

    Suchy: Wir haben auf meine Bitte hin schon relativ früh mit den Spielern gesprochen. Es bleiben alle, wie es aussieht. Wir haben auch den einen oder anderen angesprochen. Viele lassen sich noch Zeit. Als Neuzugänge stehen auf jeden Fall Michael Burger (HSG Mainfranken) und mit Sascha Hammer ein Rödelseer fest, der zurückkommt. Das war für mich sehr wichtig, ich freue mich darüber.

    Was trauen Sie Ihrem Derbykonkurrenten TV Marktsteft nächste Runde in der Landesliga zu?

    Suchy: Ich lasse mich überraschen, so überragend waren sie gegen uns nicht. Es ist auch eine Frage, was sie erreichen wollen. Wenn sich Marktsteft nicht verstärkt, werden sie sich schwer tun. Man hört manches Gerücht, welche Neuzugänge sie bekommen. Aber ich bin da nicht so informiert.

    Bei Ihnen ist noch kein Handball-Ruhestand in Sicht?

    Suchy: Diese Runde hat es mir viel Spaß gemacht. Ich musste teils 60 Minuten durchspielen, um dem Verein und der Mannschaft, zu helfen. Vielleicht muss ich noch ein Jahr aushelfen, was ich gerne mache, weil es mir Spaß gemacht hat. Über die beiden Neuzugänge habe ich mich gefreut, weil ich dadurch künftig etwas weniger spielen kann.

    Bearbeitet von Wilhelm Roos

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