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    MOTORSPORT

    Klaus Hoffmann weiter im Porsche-Fieber

    Ganz unterschiedlich engagieren sich die Bergrennfahrer des AMC Kitzingen in dieser Saison. Heiß auf Punkte ist dabei Norbert Handa, und das mit 66 Jahren.

    Norbert Handa (66) strebt in seinem Lancia Delta Integrale HF erneut vordere Plätze an. Foto: Hartmut Hess

    Auch mit 66 Jahren hat Norbert Handa den Spaß am Automobil-Bergrennsport noch nicht verloren. Der Fünfte der Deutschen Bergmeisterschaft des vergangenen Jahres greift auch heuer wieder an, um in der Deutschen Meisterschaft und im KW Bergcup mitzumischen. Er wird als einziger der sechs Fahrer des AMC Kitzingen das komplette Programm der DM-Saison bestreiten, während seine Kollegen eine unterschiedliche Intensität in der Motorsportsaison an den Tag legen werden.

    Norbert Handas dritte Evolutionsstufe eines Lancia Delta Integrale HF läuft seit Mitte des vergangenen Jahres richtig gut und zuverlässig, so dass der Markt Einersheimer weit über 600 PS Leistung zur Verfügung hat. Zuletzt ließ der zweifache Deutsche Tourenwagen-Bergmeister das Getriebe seines weissblauen Renners überprüfen. Den Saisonauftakt mit Sonder-Trainingsmöglichkeiten am Wochenende beim Schotten-Preis im hessischen Schotten nutzt Handa zu ausgiebigen Probefahrten. „Danach in Eschdorfs gilt es“, sagt der Routinier, denn auf dem luxemburgischen Kurs sind die meisten namhaften Fahrer aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern vertreten.

    Den Schotten-Preis hat auch Klaus Hoffmann im Visier, doch nicht in seinem Opel Astra V8 DTM, mit dem er im Jahr 2010 den nationalen Tourenwagen-Titel errungen hatte. Denn nach Reglements-Änderungen vor zwei Jahren ließ er seinen ehemaligen DTM-Boliden zunehmend in der Garage stehen und ging seit dem vergangenen Jahr dem Bergrennsport fremd, in dem er sich mit einem Porsche 996 GT2 auf der Rundstrecke versuchte. Ab diesem Jahr steigt Klaus Hoffmann voll auf den bärenstarken Porsche um. Er ließ ihn dem Bergrennsport-Reglement entsprechend modifizieren.

    Der gelbe Zuffenhausener ist ein geliehener Bolide des Uttenreuthers Jörg Lorenz, der satte 880 PS unter der Haube hat. Mit diesem Renner rollt Hoffmann am Schottenring erstmals an einen Begrennnen-Startlinie. Eventuell will Klaus Hoffmann mit dem GT2-Porsche auch noch das Bergrennen in Heiligenstadt bestreiten. Doch seinen Fokus richtet der Kitzinger Lackspezialist auf seine Gastspiele in der Spezialtourenwagentrophy (STT). Dort will Hoffmann das Rennen auf dem Hockenheimring bestreiten und noch ein weiteres Event in Oschersleben oder auf dem Nürburgring. „Das Nürburgring-Rennen fahren zu können, wäre klasse“, liebäugelt Hoffmann mit einem Start dort. Denn das Rennen wird im Rahmenprogramm des internationalen Truck-Grand-Prix ausgetragen, zu dem eine tolle Kulisse von bis zu 150 000 Zuschauern erwartet wird. Der Berg-Champion des Jahres 2010 wird aber kleine Kostproben seines Opel Astra geben, wenn er bei Bergrennen wie in Eichenbühl neben Norbert Brenner für Taxifahrten mit ausgewählten Mitfahrern auf der Rennstrecke gehen wird. Vielleicht steigt der Kitzinger heuer noch auf eine dritte Marke um, denn möglicherweise will er mit einem Oldtimer-Mercedes von Michael Iglhaut beim traditionellen Oberjoch-Memorial starten.

    Dagegen haben die AMC-Kollegen wie Norman Struckmann motorsportlich heuer nicht viel vor. „Mir fehlt aus beruflichen und privaten Gründen die Zeit“, sagt Norman Struckmann, der zudem das permanente David-gegen-Goliath-Spiel leid ist, muss er doch seit zwei Jahren gegen Kontrahenten antreten, die über Boliden mit mehr als doppelt so viel PS verfügen. Deswegen wird er vermutlich nur die beiden Rennen in Unterfranken bestreiten. Nur ein Teilzeit-Fahrer wird heuer Christian Dümler sein, der in Wolsfeld einsteigen wird, weil ihm die dortige Strecke gefällt. Auch das Glasbachrennen und in Osnabrück will der Prölsdorfer seinen VW Golf den Berg hochjagen, weil er gerne bei solchen Top-Veranstaltungen dabei ist. In Eichenbühl wird seine weißer Achtventiler-Golf ebenfalls zu sehen sein, aber wie seit Jahren üblich mit seinem Vater Thomas Dümler am Steuer. Am Glasbach wird Jürgen Dümler einsteigen, der aktuell noch Probleme hat, Getriebeersatzteile für seinen Mazda RX7 aufzutreiben. Der Weihenzeller wird noch Fahrwerksabstimmungen optimieren und einen neuen Auspuffkrümmer einbauen, um dann noch neun KW-Bercup-Rennen zu absolvieren.

    Mitte Mai will Martin Schug in seinem Golf II beim Freien Bergrennen im thüringischen Waldau in die Saison einsteigen. Eine Knieoperation ließ einen früheren Einsatz nicht zu. Danach wird der Hauptfeldwebel und Kfz-Meister bei der Bundeswehr in Volkach in Wolsfeld das erste KW-Bergcup bestreiten, dem noch weitere sieben Rennen in Deutschland und Österreich folgen sollen. Weitere Rennen wie in Glasbach werden sich für den 27-Jährigen voraussichtlich nicht mit dem Beruf vereinbaren lassen.

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