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    FUßBALL: LANDESLIGA NORDWEST

    Platz zwei in eigener Hand

    Der TSV Abtswind ist nach dem Osterwochenende wieder dick im Geschäft um den Relegationsplatz. Das lag aber nicht nur an den beiden eigenen Siegen.

    Abtswinds Lieblings-Choreographie, die Jubeltraube, gab es auch im Spiel gegen den TSV Unterpleichfeld, das 4:2 gewonnen... Foto: Jürgen Sterzbach

    Durch das 4:2 (2:1) im Nachholspiel gegen Unterpleichfeld meldete sich der TSV Abtswind als Anwärter auf Platz zwei zurück. „Je weniger Leute wir zur Verfügung haben, desto besser spielen wir“, wunderte sich Abtswinds Trainer Petr Skarabela selbst über die in den letzten Wochen gezeigten Leistungen seiner Mannschaft. Seit fünf Wochen puzzelt der 49-Jährige eine Aufstellung zusammen, fünf Siege waren die Folge.

    Aufgrund zahlreicher Ausfälle warf Skarabela am Ostermontag mit Daniel Kaminski einen Spieler der zweiten Mannschaft ins kalte Wasser. Der 23-Jährige stand erstmals in der Anfangsformation und lieferte über neunzig Minuten als Rechtsverteidiger eine tadellose Leistung ab. Mit Tobias Holzberger stand ein weiterer Spieler der zweiten Mannschaft im Aufgebot und fügte seiner Karriere in der Schlussphase die ersten Landesliga-Minuten hinzu. Das Abtswinder Offensivspiel präsentierte sich diesmal besonders variantenreich und war für den Gegner dadurch schwieriger auszurechnen. Wenige Minuten waren erst gespielt, als Steffen Barthel für ein erstes Raunen auf dem Sportgelände sorgte, als sein Schuss an den Pfosten knallte.

    Druckvoll nach vorne spielende Abtswinder gingen nach einer Viertelstunde in Führung, als ein abgefälschter Ball im Strafraum vor die Füße Philipp Hummels fiel. Der Winterzugang behielt beim Abschluss die Übersicht und schob den Ball an Unterpleichfelds Torhüter Stefan Kraus vorbei ins lange Eck zur Führung. Als erstmals die Gäste vor dem gegnerischen Tor ihre Stellung bezogen, spielten sie Nino Wagner im Strafraum frei. Beim Versuch, Abtswinds Torhüter Patrick Hefner zu umlaufen, brachte ihn dieser zu Fall. Den für das Foul angemessenen Strafstoß verwandelte Nikos Bude Mitte der ersten Halbzeit zum unerwarteten Ausgleich.

    Auf der Gegenseite reichte der Einsatz Julian Horns gegen Barthel nicht für den selben Pfiff. Den benötigten die Hausherren aber nicht, denn Philipp Hummel krönte seine bislang beste Leistung im Abtswinder Trikot kurz vor der Halbzeit mit seinem zweiten Tor. Mit einem Schuss Hummels, den Kraus abwehrte, und dem Abschluss des zum folgenden Eckball aufgerückten Sven Gibfrieds hätte der Vorsprung der überlegenen Abtswinder schon vor dem Seitenwechsel höher ausfallen können. Nach Wiederbeginn schlenzte Jürgen Endres den von Barthel eroberten und quergelegten Ball nur wenige Minuten sehenswert oben links ins Unterpleichfelder Tor.

    Eine Viertelstunde lang kamen die Gäste in der zweiten Halbzeit nicht über die Mittellinie, während Barthel mit einem Schuss auf das leere Tor nur das Außennetz traf und Peter Mrugallas Kopfball nach Michael Herrmanns Flanke von rechts ebenso sein Ziel verfehlte. Mit seinem ersten Vorstoß nach dem Seitenwechsel erzielte Unterpleichfeld unvermittelt das Anschlusstor, als drei Abtswinder gegen zwei Angreifer zu passiv blieben, und Leon Vollmuth nach Marcial Weisenseels Querpass den Zwischenstand verkürzte. Größte Spielanteile besaßen durchgehend die Hausherren. Barthel scheiterte mit einem Freistoß erneut am Pfosten, doch das uneigennützige Zuspiel Hummels auf Mrugalla führte bei einer Abtswinder Überzahl zum nächsten Erfolg.

    Trotz des erneuten Rückschlags gab Unterpleichfeld nicht auf und hätte wieder verkürzen können, als Weisenseel nach einem langen Pass in die Spitze mit dem Ball am leeren Tor vorbei ins Aus rutschte. Erst danach schwanden bei den Gästen die Kräfte, so dass Abtswind mit Schüssen von Kaminski, Barthel und Endres in den letzten Minuten zu weiteren Möglichkeiten kam. „Sie spielten 60, 65 Minuten zielstrebig und ließen den Ball sehr gut laufen“, attestierte Unterpleichfelds Trainer Thomas Redelberger dem Gegner einen verdienten Sieg. „Ich bin richtig glücklich, dass meine Mannschaft in dieser Besetzung so eine starke Leistung zeigte. Wir stehen nicht umsonst auf Platz drei, und das kann jetzt sogar noch besser werden“, erkannte Skarabela.

    Vervollständigt wurde das Abtswinder Hochgefühl durch das Ergebnis aus Röllbach: Die Gastgeber besiegten Forchheim, so dass der Rückstand Abtswinds bei der gleichen Anzahl an Spielen nur noch zwei Punkte beträgt. Fünf Spiele, darunter das wohl entscheidende Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten in zwei Wochen, bleiben den Abtswindern, um die ihnen noch einmal in die Hand gelegte Chance auf den zweiten Platz im Endspurt nutzen.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Landesliga Nordwest TSV Abtswind – TSV Unterpleichfeld 4:2 (2:1)

    Abtswind: Patrick Hefner, Daniel Kaminski, Adrian Graf, Sven Gibfried, Jonas Wirth, Steffen Barthel, Jürgen Endres, Carl Murphy, Peter Mrugalla (83. Jona Riedel), Michael Herrmann, Philipp Hummel (89. Tobias Holzberger).

    Unterpleichfeld: Stefan Kraus, Nino Wagner (42. Christoph Friedrich), Marcial Weisenseel (72. Andre Schmitt), Andreas Zehner (46. Marcel Adrow), Dominik Oßwald, Simon Schönfeld, Leon Vollmuth, Nikos Bude, Julian Horn, Andreas Flockerzi, Andreas Fernando.

    Schiedsrichter: Joshua Roloff (Nürnberg).

    Zuschauer: 130.

    Tore: 1:0 Philipp Hummel (14.), 1:1 Nikos Bude (22., Foulelfmeter), 2:1 Philipp Hummel (39.), 3:1 Jürgen Endres (51.), 3:2 Leon Vollmuth (59.), 4:2 Peter Mrugalla (68.).

    Gelbe Karten: Hefner, Herrmann; Zehner, Oßwald, Bude.

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