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    HANDBALL: DRITTE LIGA

    Spieß-Zwillinge auf dem Weg zurück in die Zweite Liga

    Mit dem TV Großwallstadt stehen die ehemaligen Lohrer Handballer vor dem Wiederaufstieg. Am Rande des Spiels beim HSC Bad Neustadt gab es ein Wiedersehen für sie.

    Auf dem Weg zurück in die Zweite Handball-Bundesliga: Lars (links) und Tom Spieß. Foto: spiess

    Ein bisschen sah es so aus wie früher, als die Handballer da zusammensaßen am Rand des Spielfelds der Bürgermeister-Goebels-Halle am Samstagabend. Tom und Lars Spieß auf der Tribüne, umringt von Stefan Schmitt, Dominik Schömig, Lukas Siegler und Julian Bötsch. Die Spieß-Zwillinge in blauen Trikots hatten soeben das Drittliga-Duell mit dem TV Großwallstadt beim HSC Bad Neustadt gewonnen (26:21), der Traditionsverein seine Tabellenführung gefestigt; die anderen vier in Jeans und Pullovern hatten zugeschaut.

    Bis Sommer 2016 waren sie alle Teamkollegen gewesen beim Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe, dann waren die Spieß-Brüder, die zuvor beim TSV Lohr unter Vertrag standen, zusammen mit Jan Winkler zurück zu ihrem Ausbildungsverein TVG gewechselt. Bötsch spielt seit dieser Saison in der Landesliga für die TG Heidingsfeld. Doch der Handball verbindet sie immer noch. „Wir telefonieren regelmäßig mit Stefan Schmitt und wenn es geht, schauen wir auch bei den Wölfen vorbei“, erzählt Lars Spieß. In der nächsten Saison sorgt vielleicht der Spielplan für zwei feste Verabredungen mit den Rimparern – dann allerdings nicht als Kumpels, sondern als Kontrahenten. Sollte Großwallstadt der Wiederaufstieg nach dem Zwangsabstieg 2015 gelingen, und danach sieht aktuell alles aus, gäbe es wieder ein Unterfranken-Derby im Unterhaus.

    „Es sei denn, die Wölfe steigen in die Erste Liga auf“, gibt Rückraumspieler Lars Spieß zu bedenken, der in Bad Neustadt wegen eines Innenbandanrisses im Knie pausierte. „Sonst würde ich mich auf ein Wiedersehen auch auf dem Feld freuen.“

    Vertragsgespräche stehen an

    Noch haben er und sein Bruder, beide Studenten, ihre Verträge beim TVG zwar nicht verlängert, doch im Zuge der Lizenzbeantragung bei der Handball-Bundesliga stehen wohl bald Gespräche darüber an. „Momentan gehen wir sowohl davon aus, dass wir mit dem Kern der Mannschaft bleiben, als auch davon, dass der Verein die Zweitliga-Lizenz bekäme“, sagt Linksaußen Tom Spieß.

    Oft hatte der Klub, der bis 2013 ununterbrochen 44 Jahre lang zur Bundesliga gehört und sieben deutsche Meisterschaften, vier DHB-Pokalsiege und fünf internationale Titel gefeiert hatte, durch Fehlinvestitionen in der Vergangenheit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Deswegen bekam er vor drei Jahren auch keine Spielberechtigung mehr fürs Unterhaus.

    Danach riefen die Verantwortlichen einen Neuanfang in der Dritten Liga aus – mit erfahrenen Akteuren wie Ex-Nationalspieler Michael Spatz (35) und noch jüngeren wie den in Lörrach geborenen Spieß-Zwillingen (23), die im TVG-Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurden. „Wir sind zurückgegangen mit dem Ziel, beim Wiederaufstieg zu helfen. Dafür trainieren wir fünfmal die Woche, was viel ist für einen Drittligisten. Unsere erste Saison war holprig, aber wenn es jetzt klappt mit der Zweiten Liga, hätte sich unser Wechsel ausgezahlt“, sagt Tom Spieß.

    Siegesserie nach Trainerwechsel

    Seit 13 Spielen ist das Team ungeschlagen, nach der Trennung von Heiko Karrer im September hat es unter 1978-Weltmeister Manfred Hofmann nur noch eine Partie verloren. „Ich bin kein Freund davon, die Dinge so zu vereinfachen, dass wir nur wegen des Trainerwechsels so erfolgreich sind“, betont Tom Spieß dennoch. Lars ergänzt: „Manfred hat eine funktionierende Mannschaft übernommen. Auch unsere Fans pushen uns.“

    Zu Heimspielen in Elsenfeld kommen im Schnitt 1250, „auswärts begleiten uns bis zu 150“. So auch am Samstag in Bad Neustadt. Zusammen mit den Spielern feierten sie nach dem Abpfiff: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!“ Liga zwei ruft.

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