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    FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

    Die DJK-Spieler verzweifeln an einer Mauer

    Schwebenried/Schwemmelsbach kassiert zum Saisonbeginn eine Derby-Niederlage.

    Kein Durchkommen: Neuzugang Marcel Kühlinger (links) und seine DJK Schwebenried/Schwemmelsbach kamen gegen Keeper Irnes ... Foto: Marion Wetterich

    Landesliga Nordwest

    DJK Schwebenried/Schwemmelsbach – SV Euerbach/Kützberg 0:2 (0:1)

    „Das waren drei Punkte gegen den Abstieg. Mehr nicht.“ Trainer Oliver Kröner vom SV Euerbach/Kützberg blieb nach dem Schlusspfiff bescheiden. Trotz den 2:0-Sieges zum Saisonauftakt bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach. „Wir haben gegen eine sehr gute, gewachsene Mannschaft gespielt, die zumindest einen Punkt, wenn nicht gar den Sieg verdient gehabt hätte“, sagte Kröner. Tatsächlich war es vor der stattlichen Kulisse von 759 Zuschauern in Schwemmelsbach ein bisschen verkehrte Welt: Die Gastgeber stürmten, die Gäste jubelten. „Das war ein gebrauchter Tag heute“, fand DJK-Coach Thorsten Selzam.

    Die Gäste traten tatsächlich wie von Kröner angekündigt mit einem deutlich ausgedünnten Aufgebot an. Sowohl USA-Heimkehrer Timo Pitter als auch die beiden neuen Rumänen standen nicht im Kader. Die Passformalitäten seien sehr kompliziert. Entsprechend defensiv agierte der Aufsteiger. Oder volkstümlicher: hinten eine Mauer und vorne hilft Stürmer Thomas Heinisch.

    Auf jeden Fall tat sich die DJK gegen den „Catenaccio“ schwer. „Wir hatten das erwartet“, sagte Selzam, „in der Vorbereitung haben sie auch so gespielt.“ Bis etwa 20 Meter vor dem Tor sah es bei Schwebenried/Schwemmelsbach auch gefällig aus, doch dann fehlten der neu formierten Offensive der entscheidende Pass oder die Anspielstation. So verliefen die ersten 25 Minuten weitgehend ereignislos, bis die Gäste erstmals vors DJK-Gehäuse kamen – und wie: Justin Michel grätschte ungeschickt gegen Thomas Heinisch, der ging zu Boden – Elfmeter. „So darf ich da nicht rein gehen,“ schimpfte Selzam, „ein Stürmer wie Heinisch nimmt das sofort dankend an.“ Ebenso wie Florin Popa, der Keeper Leon Hartmann beim Strafstoß locker zum 0:1 verlud (25.).

    Souveräner Hannes Hemrich

    Der 22-jährige Referee Hannes Hemrich aus Urspringen lag bei diesem Pfiff jedenfalls ebenso richtig wie 120 Sekunden später in der nächsten kniffligeren Szene. Überhaupt zeigte er eine tadellose Leistung, hatte mit einem flotten Spruch in den Anfangsminuten die Lacher des Publikums auf seiner Seite und dann die Partie fest im Griff.

    Auch in der 27. Minute. Da hatte SV-Torwart Irnes Husic Bastian Full, der zum Kopfball hochsteigen wollte, abgeräumt – und zwar außerhalb seines Fünfmeterraumes. Auch hier gab Hemrich den Foulelfmeter. Pascal Stürmer schickte Husic zwar auch in die falsche Ecke, setzte den Ball aber an den Innenpfosten, den Abpraller ergatterte Jens Rumpel, dessen Schuss aber abgeblockt wurde. „Wenn wir da den Ausgleich machen, gewinnen wir 4:1“, sagte DJK-ler Felix Zöller und schüttelte den Kopf. Auch als die Gastgeber nach dem Wechsel den Druck verstärkten, das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Noch vor dem Wechsel hatte Full mit einem 30-Meter-Kracher Husic zu einer Großtat gezwungen (37.). Die war dann auch nötig, als Rumpel nach Yannick Deibls Maßflanke völlig frei zum Kopfball kam (50.). Pech dann nochmals, als Deibl aus 25 Metern abzog und Husic den Ball nur abklatschte – an die Latte (61.). Auch der inzwischen eingewechselte Marcel Kühlinger setzte das Leder aus kurzer Entfernung über den Querbalken (67.).

    Und der Gast? Der hatte Thomas Heinisch. Der setzte in der 73. Minute seinen Körper im Duell mit Sebastian Heinlein ein und bediente Julian Brändlein, der mutterseelenallein war und sich die Ecke zum 0:2 aussuchen konnte. Bitter für DJK-Torwart Hartmann: Zwei Bälle hatte er im gesamten Spiel aufs Tor bekommen, bei beiden war er machtlos.

    Und sein Trainer Thorsten Selzam meinte: „Wir hätten noch bis abends um Zehn spielen können, und der Ball wäre nicht ins Tor gegangen.“

    Die Statistik des Spiels

    Fußball: Landesliga Nordwest
    DJK Schwebenried/Schwemmelsbach – SV Euerbach/Kützberg 0:2 (0:1)

    Schwebenried/Schwemmelsbach: Hartmann – Paul, Full, Michel (60. Heinlein), Stürmer (79. Weber) – Hart (60. Kühlinger), Zöller, Cäsar, Deibl – Rumpel, Lichtlein.

    Euerbach/Kützberg: Husic – Papatzimos, Popa, Mekic, Weiß, Schmitt (89. Zirkel) – Murgoci, Kraus, Thomas, Brändlein (90.+4 Ghanem) – Heinisch (90. Waigand).

    Schiedsrichter: Hemrich (Urspringen). Zuschauer: 759. Tore: 0:1 Popa (25., Foulelfmeter), 0:2 Brändlein (73.). Bes. Vorkommnis: Stürmer (Schwebenried/Schwemmelsbach) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (27.).

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