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    HANDBALL: BAYERNLIGA MÄNNER

    Benjamin Horns langer Weg zurück

    Der Lohrer Rechtsaußen hat nach seinem Kreuzbandriss harte Monate hinter sich.

    Hat seinen Kreuzbandriss überwunden: Benjamin Horn. Foto: Yvonne Vogeltanz

    Wenn die Handballer des TSV Lohr am Samstag um 19.30 Uhr ihr Bayernliga-Heimspiel gegen den TSV Rothenburg bestreiten, so tun sie das ohne Andreas Avar. Der Linksaußen hatte sich beim jüngsten Heimspiel gegen den TSV Haunstetten einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt daher lange Zeit aus. In der kommenden Woche wird der 24-Jährige operiert.

    „Ich denke schon, dass ich mich gut in Andi reinversetzen kann“

    Einer, der gut nachvollziehen kann, wie es um seinen Teamkollegen steht, ist Benjamin Horn. „Ich denke schon, dass ich mich gut in Andi reinversetzen kann“, sagt er. Schließlich hat er eine ähnliche Verletzungsgeschichte, wie sie Andreas Avar nun bevorsteht, gerade hinter sich. Der Rechtsaußen hatte sich am Samstag, 1. Oktober 2016, bei einem Auswärtsspiel beim HC Erlangen II am Knie verletzt. Diagnose: Kreuzbandriss. „Klar, man weiß, dass es eine schwere Verletzung ist. Aber es ist einem erst einmal nicht bewusst, wie viel Arbeit dahinter steckt, dass man wieder Sport treiben kann“, berichtet Horn.

    Der 29-Jährige hatte nach seiner Verletzung die komplette abgelaufene Runde pausieren müssen, war aber gleichwohl nicht faul gewesen. „Viel Physiotherapie und viel Krafttraining, um die Muskulatur wieder auf Vordermann zu bringen“, seien in dieser Zeit notwendig gewesen.

    Dazu sei es natürlich hart, seinen Teamkollegen bei Spielen zuschauen zu müssen. „Wenigstens konnte ich mich mit Lukas Horky austauschen“, berichtet Horn, dass er einen Leidensgenossen hatte. Denn sein tschechischer Mitspieler hatte sich genau eine Woche vor ihm das Kreuzband gerissen. Macht unter dem Strich drei Kreuzbandrisse im Lohrer Team binnen nur 15 Monaten. „Das ist eigentlich Wahnsinn“, erklärt Benjamin Horn.

    Zur neuen Saison war der gebürtige Oberbayer wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, doch zur körperlichen Topform fehlte noch einiges. „Bis man wieder auf altem Niveau ist, dauert es noch lange. Für mich ist die Runde so etwas wie eine Eingewöhnungssaison“, so der 29-Jährige. „Mein Fitnesszustand ist schon in Ordnung. Aber es braucht nach solch einer schweren Verletzung einfach Zeit, um wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. “ Außerdem tat sich mit Ferdinand Schmitt ein Akteur auf Horns Rechtsaußenposition hervor, der sich in seiner Abwesenheit zum Leistungsträger entwickelte und der in der laufenden Runde mit 32 Treffern drittbester Werfer seiner Mannschaft ist. Benjamin Horn indes blieb zuletzt meist nur die Jokerrolle.

    Doch nach Andreas Avars Verletzung müssen die Aufgaben innerhalb des Lohrer Teams neu verteilt werden. In der Abwehr werden wohl Jonathan Born und Bohuslav Zeleny verstärkt auf der Halbdeckungsposition zum Zuge kommen. Auf Linksaußen sind Jannik Schmitt und Jakob Röder, der ein Doppelspielrecht bei der Bayernliga-A-Jugend der DJK Rimpar besitzt, Optionen. Und nicht zuletzt auch Ferdinand Schmitt, der als Rechtshänder sowohl Rechts- als auch Linksaußen spielen kann. Und dies bietet wiederum Benjamin Horn größere Einsatzperspektiven. Und gleichzeitig die Chance, durch größere Spielanteile noch mehr Sicherheit zu bekommen und damit die Nachwirkungen der schweren Verletzung endgültig zu überwinden.

    Aktuelles zum Spiel

    Handball: Bayernliga Männer TSV Lohr – TSV Rothenburg (Samstag, 19.30 Uhr, Spessarttorhalle)

    Um nach dem Ausfall von Linksaußen Andreas Avar neue Varianten einzuüben, bot das Testspiel der Lohrer Bayernliga-Handballer (8./10:10) am Dienstag gegen den Drittligisten HSC Bad Neustadt eine gute Gelegenheit. „Zu viele Fehlwürfe“ hatte TSV-Trainer Bernd Becker bei der 19:31 (12:18)-Niederlage seines Teams in der Spessarttorhalle gesehen. Doch er ergänzte: „Es war dennoch nicht schlecht, wir konnten vieles ausprobieren.“ Was sich beim Heimspiel gegen den TSV Rothenburg (10./8:14) als nützlich erweisen könnte, zumal die Partie sehr wichtig ist für die Gastgeber. „Es ist in der Tabelle alles ganz eng beieinander. Deshalb wäre ein Sieg wichtig, um nicht hinten reinzurutschen“, so Becker.

    Beim Gast hat der Lohrer Coach besonders die Achse zwischen Nedim Jasarevic (linker Rückraum) und Tim Ehrlinger (Kreis) als gefährlich ausgemacht. Hinzu kommen mit den erst zu Saisonbeginn verpflichteten Jasmin Durakovic und Nikola Stojanov weitere gefährliche Rückraumakteure. Gut möglich, dass bei Rothenburg die zuletzt fehlenden Ivan Skaramuca (Topwerfer der Vorsaison) und Andreas Amann (Stammtorhüter) wieder dabei sind. urs

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