• aktualisiert:

    SCHIESSSPORT

    Zahlreiche Neulinge versuchen sich in junger Disziplin

    Wettbewerb um den Unterfrankenpokal im Blasrohrschießen: Gredinger räumen in Neubrunn ab.

    Die Ziele genau im Blick: Blasrohrschützen beim Wettbewerb um den Unterfranken-Pokal in Neubrunn. Foto: Heidi Vogel

    „Als wir vor zwei, drei Monaten mit den Planungen für diesen Wettbewerb begonnen haben, dachte ich, das wird ein Freundschaftsduell zwischen den Neubrunner und den Birkenfelder Schützen. Mit einem solchen Zuspruch hätte ich nie gerechnet“, gab Gottfried Hörning, Sportleiter des Schützen-Club Birkenfeld, hauptverantwortlicher Organisator des Wettbewerbs um den Unterfrankenpokals und dritter Bezirksschützenmeister, bei der Siegerehrung voller Stolz zu. Denn immerhin hatte sich die beachtliche Anzahl von 86 Teilnehmern für den Wettbewerb in dieser hierzulande noch recht jungen Disziplin angemeldet.

    Teils lange Anreisen

    Doch nicht nur zahlreiche Schützen aus den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg, sondern auch Sportler aus der Rhön, Kitzingen und aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist. Die weiteste Strecke hatte Stefan Stegschuster aus dem rund 300 Kilometer entfernten Hallbergmoos zurückgelegt. Dabei frönt Stegschuster der Leidenschaft Blasrohrschießen gerade erst einmal seit drei Wochen und ist auch eher per Zufall zu diesem Sport gekommen. Der Geschäftsmann hatte kürzlich bei einem Lieferanten ein Messer bestellen wollen und wurde auf dessen Homepage auf ein Blasrohr aufmerksam.

    „Da hat es mich voll erwischt, ich war gefangen“, erzählt der 49-Jährige am Rande des Wettbewerbs voller Begeisterung. Nachdem er eine Woche mit dem einfachen Modell geschossen hatte, beschaffte er sich ein professionelleres und meldete sich für Neubrunn an. „Für mich steht der Spaß im Vordergrund. Einzig letzter wollte ich nicht werden“, gibt er seine Ziele vor dem Start an. Und immerhin, mit einem beachtlichen 15. Platz trat der Oberbayer die Heimreise an.

    Überhaupt waren an diesem Sonntag zahlreiche Neulinge in dieser Sportart an den Start gegangen. „Etwa 70 Prozent der Teilnehmer sind Anfänger“, weiß Gottfried Hörning, bei dessen Birkenfelder Schützen es die Disziplin Blasrohrschießen seit etwa einem Dreivierteljahr gibt. Und so stellten die Birkenfelder mit dem zwölfjährigen Leon Mahler in der Altersklasse Schüler auch prompt den Besten. Mit 245 von 280 möglichen Ringen sicherte sich der aus Urspringen stammende Mahler den ersten Platz. „Ich war mit dem Ziel gestartet, auf den ersten Platz zu kommen“, zeigt sich Mahler, der bereits beim vereinsinternen Wettbewerb Anfang Dezember in seiner Altersklasse ganz oben auf dem Treppchen stand, selbstbewusst.

    In der nächsthöheren Altersklasse, der Jugend, stand Jason Dorr aus Eitorf bei Bonn am Ende ganz oben und konnte mit seinen 268 Ringen das beste Tagesergebnis für sich verbuchen. Seit einem Jahr betreibt der 13-Jährige, der in seinem Schützenverein auch Luftgewehr schießt, das Blasrohrschießen. Mittlerweile hat er seinen Vater ebenfalls angesteckt, so dass Vater und Sohn in Neubrunn an den Start gingen. „Ich finde die Atmosphäre beim Blasrohrschießen einfach klasse. Alles ist so familiär, es findet kein Konkurrenzdenken statt, sondern man hilft sich gegenseitig und gibt sich Tipps“, schwärmt Vater Johannes Dorr, der im heimischen Keller oder im Garten mit seinem Sohn gemeinsam trainiert. Das soziale Miteinander steht auch bei den Schützen aus dem mittelfränkischen Greding ganz oben auf der Prioritätenliste.

    Die sechs Schützen von der Altmühl waren an diesem Tag in Neubrunn quasi die „Profis“ unter den Blasrohrschützen. Seit acht Jahren hat sich die Disziplin in dem rund 200 Mitglieder zählenden Schützenverein etabliert. Und so ist es auch kaum verwunderlich, dass sie in allen vier Klassen auf den vordersten Plätzen landen und mit vier Pokalen im Gepäck die Heimreise antraten.

    Und während die Wettkämpfe den ganzen Tag lang eher beschaulich und kameradschaftlich verliefen, so wurde es am Ende doch noch einmal spannend, als es beim Glücksschießen, wo die Teilnehmer auf eine Dartscheibe aus Papier schießen mussten, eines Stechens bedurfte. Am Ende sicherte sich Joachim Mahler, der zwar aus beruflichen Gründen nicht mehr anwesend war, jedoch bereits im Vorfeld für einen dritten Stechschuss mit 20 Punkten vorgelegt hatte, den Wanderpokal. Den Ehrenpreis holte sich Andre Schmidt aus Schönberg, der im dritten Stechschuss die Konkurrenz mit 15 Punkten hinter sich gelassen hatte.

    Bayern als Vorreiter

    Jürgen Woodfin, der Landesblasrohr-Referent des Bayerischen Sportschützenbundes, zeigt sich angesichts des erfolgreichen Wettbewerbs begeistert. „Ziel ist es, das Blasrohrschießen in den Schützenvereinen zu etablieren. Wenn wir hier in Bayern die Vorreiterrolle übernehmen, werden die anderen Bundesländer nachziehen“, ist Woodfin überzeugt.

    Ergebnisse des Wettbewerbe

    Die einzelnen Kategorien mit jeweils 8 Durchgängen und je 5 Schuss:

    Männer (51 Teilnehmer, 10 m Entfernung): 1. Hermann Sammiller, (Greding) 258 Ringe, 2. Georg Bergmann (Diana Blankenbach) 256, 3. Jens Dorr (Eitorf) 250.

    Frauen (11 Teilnehmerinnen, 10 m Entfernung): 1. Jennifer Johnston-Stautner (Greding) 226, 2. Herta Behl (Blankenbach) 179, 3. Petra Jahn (Grüntal Hösbach) 177.

    Jugendklasse (14 Teilnehmer, 7 m Entfernung): 1. Jason Dorr (Eitorf) 268. 2. Kathrin Reiter (Greding) 236, 3. Luis Schneider (Kgl. priv. SG Marktheidenfeld) 229.

    Schülerklasse (11 Teilnehmer, 5 m Entfernung): 1. Leon Mahler (SC Birkenfeld) 245, 2. Jimmy Krüger (SV Neubrunn) 206, 3. Manuel Meier (Greding) 199.

    Wanderpokal: Joachim Mahler (SC Birkenfeld);

    Ehrenpreis: Andre Schmidt (SSG Schönberg).

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!