• aktualisiert:

    TISCHTENNIS: ZWEITE BUNDESLIGA

    TSV streckt die Hand zum Meisterpokal aus

    Bei einem Sieg gegen Dortmund und einer Jülicher Niederlage winkt Bad Königshofen schon an diesem Wochenende der Titelgewinn.

    Es wird emotional zugehen, wenn am Samstagabend der TSV Bad Königshofen mit Filip Zeljko (im Bild) gegen Borussia Dortmu... Foto: Rudi Dümpert

    Tischtennis (rd)

    Zweite Bundesliga Männer TSV Bad Königshofen – Borussia Dortmund (Samstag, 19 Uhr, Dreifachturnhalle)

    Kein anderer Verein der Zweiten Bundesliga elektrisiert die Tischtennis-Fans des TSV Bad Königshofen so sehr wie Borussia Dortmund. Natürlich stehen dabei die Fußball-Erfolge des Traditionsvereins Pate. Es sind aber auch die heißen Matches, die sich die beiden Kontrahenten in der Dreifachhalle schon geliefert haben. Die immer ganz knapp ausgingen, während im Ruhrgebiet klarere Erfolge gelangen.

    In der vergangenen Meister-Saison gab es auf dem Weg zum Titelgewinn daheim ein 5:5. Diese Saison gewann der TSV das Hinspiel mit 6:3. Voraussichtlich wird der Gastgeber in der gleichen Besetzung antreten wie vor einer Woche beim Doppelspieltag in Jülich und Köln, vielleicht in anderer Aufstellung. Da spielen die Erfahrungen mit dem zu erwartenden Gegner eine Rolle.

    Härtetest bestanden

    Diesen Härtetest, sieben Stunden Wettkampf innerhalb von 22 Stunden inklusive Hotel-Übernachtung und Reise in zwei Städte in Nordrhein-Westfalen, bestand die Mannschaft von Trainer Koji Itagaki mit Bravour und zeigte sich dabei als eine harmonische Einheit mit ausgeprägtem Teamgeist, die in dieser Besetzung nur noch ein Ziel hat: den Meistertitel ein zweites Mal in Folge zu holen. „Sie waren alle auf die Minute topfit, ich bin stolz auf meine Jungs“, strahlte TSV-Manager Andy Albert. „Alle haben gepunktet. Zwei Siege im Westen, ihr seid die Besten.“ Kilian Ort sprach von „zwei großen Schritten“ und meint vor diesem Spiel: „Am Samstag können wir einen Riesen-Schritt zur Meisterschaft machen.“

    Ganz konkret sieht die Rechnung so aus: Wenn Bad Königshofen am Samstag gegen Dortmund gewinnt und Jülich am Sonntag in Hilpoltstein verliert, was so unmöglich nicht ist, dann ist der TSV vor drei noch ausstehenden Spielen bereits Meister. Jülich könnte bei zwei Siegen und drei Bad Königshöfer Niederlagen maximal auf die gleiche Punktzahl kommen, hat aber jetzt schon (22:38) ein uneinholbares Spielverhältnis.

    Eines scheint sicher: So ein Spontan-Erlebnis wie beim letzten Titelgewinn wird es diesmal nicht.

    Mit einer solchen Hochrechnung kann Kilian Ort ganz und gar nichts anfangen. Sie passt nicht zur Konzentration und den Fokus auf den bevorstehenden Wettkampf. Klipp und klar stellt er fest: „Die Dortmunder sind Siebter und da gehören sie nicht hin. Sie sind auf jeden Fall besser als ihre Platzierung. Sie konnten nicht immer komplett antreten und sind eine gefährliche Mannschaft. Da sollte keiner davon ausgehen, dass wir das Ding sicher heim schaukeln.“ Kilian Orts Analysen sind stets messerscharf und seine Prognosen trafen bisher fast immer punktgenau zu. Seit dem 8. November 2015, also in den letzten 16 Monaten, hat der TSV nur ein Mal verloren. Die Truppe kann sich auch deshalb so extrem gut konzentrieren, weil die meisten in ihr typische Teamplayer sind, die ihre Bestleistung in Mannschaftsspielen abrufen können. Sie hat inzwischen als Team eine Siegermentalität, von der die Gegner natürlich auch wissen, mögen sie noch so motiviert sein, wenn es gegen den Topfavoriten geht.

    Beim BVB, seit 1994 ununterbrochen in der Zweiten Bundesliga, gab es vor der Rückrunde ebenso einen Aufstellungswechsel wie beim TSV mit Kilian Ort. Bence Majoros, einer der besten Spieler des hinteren Paarkreuzes, ist auf Position 1 gerückt. Der 20-Jährige ist ungarischer Meister im Doppel. „Er ist sehr talentiert, hat super Schläge, ein beachtenswerter Mann vorne“, sagt Ort.

    Dortmunder Luxus

    „Auf 2 haben sie Erik Bottroff, an den erinnern sich sicher alle. Über zwei Meter groß, eine Wundertüte, kann jeden Gegner in der Liga schlagen, hat das auch schon bewiesen. Ein sehr gefährlicher Spieler“, auf den man aufpassen müsse. „Dann haben sie den Luxus, an 3 den frisch gebackenen ungarischen Meister Adam Szudi zu haben. Seine Bilanz ist nicht einmal positiv, er ist vom Potenzial her aber wesentlich besser. Er war in der Vorrunde vorne, gehört meiner Meinung nach auch nach vorne.“ Auf 4 spielt Evgeny Fadeev (11:15), der in der vorigen Saison Richard Vyborny geschlagen hat. „Wenn wir nicht beide Doppel gewinnen, könnte es wieder eine ganz enge Kiste werden.

    “ Schließlich bietet Kilian Ort neben sich und seiner Mannschaft im vorletzten Heimspiel noch ein paar Bonbons an: „Es lohnt sich, diesen Erik Bottroff zu sehen und dann noch zwei ungarische Meister. Was will man mehr?“

    Weitere Artikel