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    SCHACH: KISSINGER SCHACHZAUBER

    Die Besten sollen kommen

    Mit dem 1. Kissinger Schachzauber wird an das Meisterturnier von 1928 erinnert.

    Ein passionierter Schachspieler ist Dr. Hans-Joachim Hofstetter. Zum großen Turnier in Bad Kissingen geht es ab Samstag ... Foto: Jürgen Schmitt

    Vor 90 Jahren, im August 1928, war Bad Kissingen tatsächlich der Nabel der Schachwelt. Die Olympischen Sommerspiele in Amsterdam waren gerade zu Ende, als zwölf der weltbesten Spieler an der Saale ans Brett traten, darunter der Kubaner Jose Raul Capablanca, der von 1921 bis 1927 Serien-Weltmeister war. Ebenfalls in der Kurstadt vertreten war der Niederländer Max Euwe, der von 1935 bis 1937 auf dem Schach-Thron sitzen sollte.

    Eigentlich denkt Dr. Hans-Joachim Hofstetter bereits an das Jahr 2028. „Hundert Jahre später schwebt mir ein Turnier der ähnlichen Größenordnung vor“, sagt der 59-Jährige, der bereits für vier Jahre auf die Unterstützung der Stadtwerke Bad Kissingen bauen kann. Zum 1. Kissinger Schachzauber hat sich Hofstetter ein illustres Teilnehmerfeld zusammengestellt mit gleich vier Großmeistern (GM) und drei internationalen Meistern (IM). Favorit, als Spieler mit der höchsten Elo-Zahl, ist mit Andreas Heimann der deutsche Blitzschach-Meister von 2016. Die weiteste Anreise hat Irine Kharisma Sukandar, die aus Indonesien kommt. Irischer Meister ist Mark Heidenfeld, der auf der grünen Insel geboren wurde, in Deutschland lebt und beide Staatsbürgerschaften besitzt.

    Freundschaftliche Verbindungen pflegt der Organisator auch zu Reinhold Schnelzer. „Ihn habe ich am ersten Tag meines Medizinstudiums in Würzburg kennengelernt. Da hat er als 19-Jähriger bereits in der Bundesliga gespielt für Grundig Nürnberg. Ebenso übrigens wie Manfred Wallinger, der früher in Bad Kissingen wohnte, als sein Vater Polizeichef von Bad Kissingen war“, erzählt Hofstetter, der vor einem Jahr mit den Vorbereitungen begonnen hat, selbst Hauptsponsor ist und sich das Turnier quasi zum Geburtstag schenkt. Am Dienstag wird der Augenarzt 60 Jahre alt. Der Regionalliga-Spieler hat bereits den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen geschlagen, bei einer Simultan-Partie im Internet, als der Norweger 19 von 20 Partien gewann, aber dem Bad Kissinger unterlag, der Anfang Dezember 2017 mit Freunden den Verein „KissChess Bad Kissingen“ gründete zur Förderung des Schachsports.

    Das Turnier beginnt am Freitag in Form eines Show-Events mit einem Blitzschach-Turnier. Die erste von neun Runden beginnt am Samstag um 14 Uhr. Die Siegerehrung findet nach der letzten Runde am Samstag, 20. Januar, statt. Insgesamt werden 3000 Euro Preisgeld verteilt. Gespielt wird immer, und zwar zeitgleich an fünf Brettern, im Hotel Astoria (Martin-Luther-Straße 1). Zuschauer sind willkommen, jedoch ist Ruhe im Turniersaal unabdingbar. Eintrittsgeld wird nicht erhoben.

    Andreas Heimann ist Favorit

    Teilnehmer: GM Andreas Heimann (OSG Baden Baden) 2576, GM Michael Prusikin (BCA Augsburg) 2516, GMBela Khotenashvili (Georgien)2486, GM Henrik Teske (SV Empor Erfurt) 2471, IM Irine Kharisma Sukandar (Indonesien) 2387, IM Lilit Mkrtchian (SC Bad Königshofen) 2378, IM Mark Heidenfeld (Post-SV Ulm) 2355, FM Dr. Reinhold Schnelzer (SAbt TSV Haunstetten) 2208, FM Dr. Hans-Joachim Hofstetter (SK Bad Neustadt) 2175, Manfred Wallinger (SV Altensittenbach) 2150. ELO-Zahl: Internationale Wertungszahl für die Spielstärke. Diese gibt Erwartungswerte für die Gewinnverteilung an: Bei Spielern mit vergleichbar hoher ELO-Zahl sind ausgeglichene Resultate zu erwarten, bei einer ELO-Differenz von 200 Punkten sollte der Stärkere etwa 76 Prozent (also etwa 3 von 4 Punkten) erzielen, bei 400 ELO Differenz bereits 92 Prozent. Weltmeister Magnus Carlsen hat eine Elo-Zahl von 2834. Ein Großmeister hat Elo-Zahlen ab 2500, ein guter Vereinsspieler kommt 1800.
    Von Jürgen Schmitt

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