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    HANDBALL: DRITTE LIGA OST

    Bad Neustadt beweist kühlen Kopf

    Der HSC erkämpft sich mit einem 30:27-Erfolg gegen Leipzig zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Spieler setzten damit ein Versprechen in die Tat um.

    Linksaußen Felix Wolf (am Ball) steuerte zwei Treffer zum Bad Neustadter 30:27-Erfolg gegen Leipzig bei. Foto: Anand Anders

    Die Handballer des HSC Bad Neustadt-Rhön haben zwei „big points“ im Abstiegskampf der Dritten Liga Ost durch einen 30:27 (14:14)-Erfolg gegen die SG LVB Leipzig errungen. „Unser Erfolg beruht auf großem Kampfgeist. Wir haben in den entscheidenden Situationen mit kühlem Kopf agiert“, freute sich nach dem Abpfiff HSC-Coach Margots Valkovskis. Sein Gegenüber Nils Kühr blieb nichts anderes übrig, als zum Sieg zu gratulieren. Er begründete die Niederlage vornehmlich damit, dass seinen meist jungen Akteuren die Umstellung von den Einsätzen in der Junioren-Bundesliga, „wo spielerische Fähigkeiten im Vordergrund stehen“, mit der rauen Luft des Abstiegskampfes in der Dritten Liga nicht gelungen sei. „Da muss gebissen, gekratzt und in der Deckung dreckig agiert werden. Da war der HSC einfach besser“, so seine Analyse.

    Dabei sah es für die Gäste zunächst nicht schlecht aus. Nach drei Fehlwürfen der Einheimischen lagen die Straßenbahner, die SG LVB Leipzig ist der Klub der Leipziger Verkehrsbetriebe, nach Treffern von Kreisläufer Hannes Zerrenner und dem erfolgreichsten Schützen des Abends, Oskar Emanuel, schnell mit 2:0 in Front. Die Hausherren kämpften sich mit einem Doppelpack von Konstantin Singwald – er sah in der 39. Minute nach Foul an Sebastian Naumann Rot und hinterließ und eine große Lücke in der Offensive – zurück und machten aus dem 3:4-Rückstand eine 6:4-Führung. Maßgeblich an der Wende beteiligt war Felix Schmidl, der nach Paraden die Außen Jan Wicklein (2) und Felix Wolf mit präzisen Abwürfen in Szene setzte.

    Die Gäste blieben allerdings dran, bekamen von den Referees einige Siebenmeter zuerkannt, die ihr dafür zuständiger Experte Sascha Meiner sicher verwandelte. Nach dem 9:8 durch eine Flugeinlage von Wicklein zog sich Gary Hines den Unmut seiner Mannschaftskameraden und der Fans zu, weil er drei Konter in Serie vergab. Er spielte trotz Blickkontakt die wesentlich besser postierten Wicklein und Wolf nicht an und versuchte es auf eigene Faust. Das Resultat waren zwei Fehlwürfe und ein Stürmerfoul.

    Schmitt verhindert Rückstand

    Die Rot-Weißen lagen trotzdem mit 12:10 in Front, was einen Torhüterwechsel auf der Gegenseite nach sich zog. Doch weder Patrick Ziebert noch Jan Guretzky waren an diesem Abend sichere Rückhalte ihres Teams. Leipzig nutzte eine erste Zeitstrafe für Valkovskis zum 12:12-Ausgleich. Mit zwei Treffern kurz vor dem Seitenwechsel, bei dem es 14:14 stand, verhinderte Maximilian Schmitt einen Rückstand.

    Gleich nach Wiederanpfiff setzte Wicklein einen Siebenmeter an die Latte, sein Vertreter Timo Riesenberger erwies sich später von der Linie als nervenstärker. Aufgeregtheiten dominierten das Geschehen in den nächsten Minuten, Zeitstrafen unterbrachen den Spielfluss, wobei der jetzt für Singwald aufgelaufene Vilim Leskovec in Unterzahl seine Farben in Führung warf (18:17). Entscheidend war dann der Bruch im Spiel der Gäste nach dem 18:18, als sich Steve Baumgärtel Fehlwürfe und technische Fehler leistete. Der HSC setzte sich dank der Treffer von Hines, Riesenberger und Gerr, der am Kreis einen schweren Stand hatte, erstmals deutlicher ab (21:18). Nach dem von Schmitt per Kempa erzielten 22:19 verkürzte der Gast auf 21:22.

    Vier HSC-Tore in Folge

    Danach ging es für die Gäste steil bergab. Schmidl-Paraden und technische Schnitzer sorgten für Ballverluste, die von den HSC'lern konsequent bestraft wurden. Innerhalb von fünf Minuten gelangen vier Treffer in Folge. In der 54. Minute bestand beim Stand von 26:21 keine Frage, wer als Sieger vom Parkett gehen würde – zumal Fabian Tatzel noch einen Meiner-Siebenmeter entschärfte. Die SG'ler agierten in Zeitnot hektisch, suchten im Gegensatz zum ersten Durchgang, als sie ihre Angriffe lang ausspielten, früh den Abschluss, worunter die Präzision litt.

    Bei Spielende durften sie froh sein, nicht höher verloren zu haben. Die Valkovskis-Schützlinge – der Coach hat sich die dritte Zeitstrafe eingehandelt – ließen die Konzentration vermissen. „Ich möchte mich bei meinen Spielern bedanken. Sie haben ihr Versprechen, in diesem Spiel alles zu geben, in die Tat umgesetzt“, so der Trainer in der Pressekonferenz. Da blickte Nils Kühr, der einige spielerische Ausfälle zu beklagen hatte, schon nach vorn. „Wir müssen jetzt einfach unsere Hausaufgaben machen, die Spieler müssen lernen, über den Kampf ins Spiel zu kommen und nicht umgekehrt.“

    Die Statistik des Spiels

    Dritte Liga Ost

    HSC Bad Neustadt-Rhön – SG LVB Leipzig 30:27 (14:14)

    Bad Neustadt: Schmidl, Tatzel (drei Siebenmeter) – Valkovskis, Schmitt 5, Wolf 2, Hines 5, Riesenberger 2/1, Singwald 3, Kleinhenz (n. e.), Pal, Wicklein 6, Gerr 2, Leskovec 4, Grünert 1.

    Leipzig: Guretzky (23. bis 42.), Ziebert – Eulitz, Meiner 8/5, Löser 3, Uhlig 1, Zerrenner 2, Baumgärtel, Naumann 2, Reimann (n. e.), Schreibelmayer 1, Hellmann 1, Emanuel 7/2, Seidler 2.

    Siebenmeter: 2/1:8/7.

    Zeitstrafen: 10:8 Minuten.

    Disqualifikation: Singwald (39., Bad Neustadt, Foulspiel), Valkovskis (58., Bad Neustadt, dritte Zeitstrafe).

    Schiedsrichter: Kauth/Kolb (Uhofen/Olching).

    Zuschauer: 525.

    Spielfilm: 3:4 (10.), 9:8 (20.), 14:14 (30.) – 17:17 (40.), 23:21 (50.), 30:27 (60.).

    ONLINE-TIPP

    Viele Bilder vom Spiel unter: www.mainpost.de/sport/rhoen-grabfeld

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