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    VOLLEYBALL: 2. BUNDESLIGA SÜD MÄNNER

    Derby-Niederlage verschafft Eltmann etwas Druck

    Nach ungewohnten Nachlässigkeiten und dem 1:3 gegen starke Hammelburger braucht der VCE für den Titelgewinn zwei Siege aus drei Auswärtsspielen.

    Keine Abwehrchance: Die Eltmanner (von rechts) Christian Nowak und Merten Krüger können den Schmetterschlag des Hammelbu... Foto: Ralf Naumann

    Volleyball

    2. Bundesliga Süd, Männer

    O. Volleys Eltmann – TV-DJK Hammelburg 1:3

    1. (1.) O. Volleys Eltmann 21 18 3 57 : 19 52
    2. (2.) SV Schwaig 20 15 5 50 : 27 45
    3. (3.) TGM Mainz-Gonsenheim 22 15 7 51 : 31 44
    4. (4.) GSVE Delitzsch 21 13 8 46 : 36 36
    5. (5.) FT Freiburg 21 13 8 43 : 38 36
    6. (7.) TV-DJK Hammelburg 21 11 10 43 : 42 33
    7. (6.) TG Rüsselsheim II 21 10 11 41 : 40 30
    8. (7.) SV Fellbach 20 8 12 40 : 41 30
    9. (9.) VC Dresden 21 9 12 38 : 43 28
    10. (10.) TSV Grafing 20 9 11 38 : 44 25
    11. (11.) L.E. Volleys 21 8 13 35 : 47 25
    12. (12.) TSV GA Stuttgart 21 6 15 29 : 50 21
    13. (13.) VYS Friedrichshafen 20 0 20 7 : 60 0

    VC Eltmann – TV/DJK Hammelburg 1:3 (25:18, 23:25, 17:25, 25:27)

    Der entscheidende Ball, der nach einer umstrittenen technischen Entscheidung die Niederlage der Oshino-Volleys besiegelte, war gerade erst zu Ende gespielt, da umarmte TV/DJK-Trainer Tado Karlovic schon VCE-Diagonalspieler Hans-Peter Nürnberger herzlich am Netz. Karlovic ist in Eltmann, nach seinem langen Wirken dort, immer noch bekannt wie ein bunter Hund – weshalb es ihm auch leicht fiel, gleich für beide Mannschaften das Resultat einzuordnen: „So lange rechnerisch etwas möglich ist, stecken Eltmann und wir im gleichen Dilemma. Den Eltmannern kann man noch nicht zur Meisterschaft gratulieren, uns noch nicht zum Klassenerhalt. Auch wenn wir überraschend weit von der Gefahrenzone weg sind inzwischen.“ Fürwahr: Das vermeintliche „Freispiel“ gegen den punktlosen Letzten Friedrichshafen mal mit eingerechnet, wäre ein Derby-Sieg im letzten Heimspiel der Saison für Eltmann quasi gleichbedeutend mit dem Titelgewinn gewesen.

    Wäre. Stattdessen darf jetzt sogar noch einmal gebangt werden, dass Schwaig bei zwar weiter sieben Zählern Rückstand, aber einem Spiel mehr, nicht noch aufschließt. „Wir sind das erste Mal sein fünf Monaten in so etwas wie einer Drucksituation“, bestätigte VCE-Mittelblocker Christian Nowak den Ernst der Lage, zumal die beiden weiteren Auswärtsfahrten zum Fünften nach Freiburg und zum Vierten nach Delitzsch führen. „Das darf man nicht unterschätzen. Ich habe Respekt davor. Jetzt müssen wir die Arschbacken zusammen kneifen.“ Genau das hatten die Gastgeber aber gegen Hammelburg nach einem sehr, sehr starken und auch hoch verdient gewonnenen ersten Satz, vermissen lassen, als einige unverständliche Schiedsrichterentscheidungen und eine deutliche Leistungssteigerung des TV/DJK sie aus dem Konzept brachten. „Es darf nicht passieren, dass uns eine gute Phase des Gegners verunsichert“, übte sich Nowak, der zum wertvollsten Spieler seines Teams gewählt wurde, in Selbstkritik.

    Berechtigter. Denn während im ersten Durchgang selbst Slapstick-Bälle mit der Faust zu Punkten führten und Sven Kellermann beim brachial verwerteten zweiten Satzball nochmals das ganze Eltmanner Selbstvertrauen demonstrierte, ging's im zweiten plötzlich dahin: 4:10 – eine Vorentscheidung, auch wenn sich die Oshino Volleys noch einmal aufrafften und zwischenzeitlich mit 19:18 führten. „Wir waren im zweiten Satz und auch im dritten zu passiv“, monierte VCE Milan Maric hörbar verstimmt. „Nach dem überragenden ersten war das total unnötig. Wir sind dann im vierten Durchgang noch einmal zurück gekommen und haben annähernd gezeigt, was wir können. Nur: Wir können eigentlich noch viel mehr.“ Stattdessen häuften sich in den beiden angesprochenen schwachen Sätzen die Fehler, sicher auch provoziert vom leidenschaftlichen und sehr variablen Hammelburger Spiel. Doch rieben sich die VCE-Fans schon hie und da verwundert die Augen, als beispielsweise ein Kellermann-Aufschlag so sehr verhungerte, dass sie fast unterm Netz durchgerutscht wäre. Das war das 9:15 im dritten Satz, in dem bei Eltmann plötzlich gar nichts mehr zusammenlief. Mit 17:25 verliert eine ambitionierte Mannschaft wie der VCE eben nicht oft. Weshalb Maric jetzt weder die Momentaufnahme der Derby-Niederlage überbewerten, noch das Rechnen anfangen will – wohlwissend, der Mannschaft damit unnötig ein Alibi zu geben: „Wir haben noch drei Spiele. Und diese drei Spiele müssen wir gewinnen. Es bringt nichts, darüber nachzudenken, was Schwaig macht.“

    Schließlich war der finale Satz nicht nur sehr knapp, er zeigte auch wieder, zu was die von einem plötzlich aufblühenden und aggressiv punktenden Mircea Peta angeführten Eltmanner in der Lage sind. Die Wende war drin. Nach Thiago Welters herrlichem Lob führte der VCE mit 24:21, doch diese zähen Hammelburger wehrten drei Satzbälle ab und nutzten ihren zweiten Matchball zum Sieg. Klar, dass Karlovics Laune nicht besser sein konnte: „Wir wussten, dass hier heute kein Ball leicht auf den Boden geht. Eltmann hat sich nach dem furiosen Auftakt vielleicht zu sehr in Sicherheit gewogen, dann aber die Souveränität verloren. Und wir haben zwei Sätze lang am Maximum unserer Qualität gespielt.“ Allen voran Lorenz Karlitzek, der völlig zurecht zum MVP gewählt wurde.

    Eltmann: Krüger, Engel, Kellermann, Nürnberger, Richter, Nowak, Kolbe (Libero); eingewechselt: Peta, Poluga, Welter. Schiedsrichter: Heichel (Marktredwitz), Müller-Beck (Langewiesen). Zuschauer: 850.

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