• aktualisiert:

    FUßBALL: DFB-POKAL

    FC 05: Trainerstorys will niemand hören

    Die Pokalerfahrung bei 05ern hält sich vor dem Aufeinandertreffen mit dem SV Sandhausen in Grenzen.

    Gerd Klaus könnte seinen Spielern so manche Geschichte erzählen. Von damals. Von damals, als er bei einer der bis heute größten Überraschungen in der Geschichte des DFB-Pokals dabei war. Zumindest am Rande. Denn als der TSV Vestenbergsgreuth am 14. August 1994 den FC Bayern vor 24200 Zuschauern im Nürnberger Max-Morlock-Stadion mit 1:0 aus dem Wettbewerb kegelte, war der damals 23-jährige Stürmer nicht im Kader. Gehörte aber trotzdem zum Team, dass den Rekordmeister unter Trainer-Legende Giovanni Trapattoni und mit Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Mehmet Scholl in der ersten Elf eine unvergessene Schmach in die Vereinschronik gemeißelt hat. „In meinen fünf, sechs Jahren in Vestenbergsgreuth war ich insgesamt zwei Wochen verletzt“, erinnert sich Gerd Klaus, „und das war ausgerechnet in dieser Zeit. Das war schon bitter.“

    Fünf Mann hat Klaus heute im Kader, die schon DFB-Pokal-Erfahrung gesammelt haben. Einer davon wird am Sonntag gegen Sandhausen fehlen, Lukas Kling fällt nach seiner Knieverletzung noch länger aus. Mit dem FV Illertissen hat der Mittelfeldmann schon zweimal in der ersten Runde gestanden, scheiterte dabei aber 2013 an Eintracht Frankfurt (0:2) und ein Jahr später mit 2:3 an Werder Bremen. „Ich habe den Jungs gleich nach meiner Verletzung gesagt, dass ich gerne auch mal zweite Runde spielen würde“, so Kling augenzwinkernd. Gegen die Bremer durften 2015 auch Adam Jabiri und Lukas Billick mit den Würzburger Kickers ran, Werder behielt mit 2:0 die Oberhand. Ein Jahr zuvor hatte Billick auch beim 3:2-Sieg über Fortuna Düsseldorf sowie der 0:1-Pleite gegen Braunschweig gespielt, Jabiri kam nur gegen die Eintracht zum Einsatz. Vor seinem Wechsel nach Schweinfurt saß Lukas Billick beim kurzen Gastspiel in Trier zudem für 90 Minuten auf der Bank, als die Trierer vorige Saison mit 0:3 an Borussia Dortmund scheiterten. Für Patrick Wolf und Michael Schlicht, beide kamen vor der Saison vom FSV Zwickau nach Schweinfurt, war stets in Runde eins Schluss. Schlicht wurde 2016 eingewechselt, als der FSV dem Hamburger SV mit 0:1 unterlag.

    Wolf stand schon für drei Vereine im DFB-Pokal im Aufgebot: 2011 für Hessen Kassel beim 0:3 gegen Düsseldorf, ein Jahr später beim 1:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern für Hansa Rostock. 2014 blieb Wolf beim 3:6 nach Elfmeterschießen gegen den HSV für Energie Cottbus ohne Einsatz.

    Mehr als die erste Runde sprang also selten heraus für die heutigen 05er. Und da hat ihnen ihr Trainer etwas voraus: Nach dem Sieg über die Bayern schlug der TSV Vestenbergsgreuth, der zwei Jahre später mit der SpVgg Fürth zur heutigen SpVgg Greuther Fürth wurde, in der zweiten Runde den FC Homburg mit 5:1, Gerd Klaus erzielte dabei drei Treffer. Erst im Achtelfinale war für den damaligen Regionalligisten gegen den VfL Wolfsburg Endstation, die Niedersachsen bewiesen beim 5:4 nach Elfmeterschießen die besseren Nerven. Auch, weil ein gewisser Uwe Ernst, heute Trainer beim Bayernligisten FC Sand, vom Punkt aus scheiterte. „Das weiß ich gar nicht mehr so genau“, sagt Klaus heute, „viel wichtiger war: Wolfsburg hatte uns beim Training beobachtet und da hatte unser Kapitän schon in die Mitte gelupft. Das hat er wieder gemacht und der Torwart ist einfach stehen geblieben.

    Aber den Jungs erzähle ich sowieso so gut wie nie Geschichten von früher, das wollen die gar nicht hören.“ Viel lieber will die heutige FC-05-Generation ihre eigenen schreiben.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!