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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    FC 05 findet die richtige Mixtur

    Einsatzwille, Zweikampfstärke und Spielwitz bringen den Schweinfurtern den verdienten Sieg bei der Bundesliga-Reserve des FC Ingolstadt.

    Die Schweinfurter Marco Janz (vorne) und Johannes Golla kochen Stefan Lex vom FC Ingolstadt II ab. Foto: Jürgen Meyer

    Na also, es geht doch. Nachdem die letzten beiden Kessel des FC 05 Schweinfurt beim 1:2 gegen Wacker Burghausen noch arg laut und vorige Woche beim 1:1 in Buchbach schon deutlich leiser in die Luft geflogen waren, haben die Grün-Weißen diesmal beim verdienten 2:0-(1:0)-Sieg beim FC Ingolstadt II das richtige Rezept für den ersten gelungenen Trank, sprich Regionalliga-Sieg, des Fußballjahres gefunden. Die Mischung war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Einsatzwille und Zweikampfstärke, aber mitunter auch Spielwitz in der Offensive. Und dazu eine Prise Glück, welches die 05er aber nur ein einziges Mal herausgeschmeckt haben. Das zeigt freilich, was auch zur ganzen Wahrheit gehörte: Nämlich arg enttäuschende Ingolstadter.

    Die Oberbayern brachten über 90 Minuten nur eine wirklich gefährliche Situation zustande: Fünf Minuten vor Schluss marschierte Andreas Buchner auf der linken Außenbahn bis zur Grundlinie durch, seine Hereingabe fand Profi-Leihgabe Stefan Lex – der freistehend aus elf Metern ein Schweinfurter Abwehrbein abschoss. Und das war's dann auch schon, was Ingolstadt im Angebot hatte. „Wir haben nur eine Chance zugelassen und sonst sehr konzentriert gespielt.

    So, wie man auswärts spielen muss“, freute sich da auch FC-05-Trainer Gerd Klaus. Dass der trotzdem bis zum Schluss um den Sieg zittern musste, lag daran, dass der FC 05 den Sack einfach nicht zubekam. Nach Nikola Jelisics frühem 1:0 (9.) hatten die Schweinfurter gerade in der Schlussphase exzellente Konterchancen, die aber ebenso wenig zum Erfolg führten wie Kevin Ferys 25-Meter-Hammer an den Querbalken (53.). Erst Adam Jabiri sorgte nach Querpass von Steffen Krautschneider für die Entscheidung (89.).

    Für den einzigen Angreifer im Klaus'schen 4-2-3-1-System war das Tor der verdiente Lohn für eine starke Vorstellung. Wie schon in Buchbach rackerte der 32-Jährige bis zum Umfallen in vorderster Front, was auch seinem Chef angenehm auffiel: „Wahnsinn, wie der Adam ochst. Solche Spiele sind einfach seine und das Tor hat er sich mehr als verdient.“ Schon beim Führungstreffer hatte der Sturmtank seine Füße im Spiel, als Jelisic der Ball nach Jabiri-Schuss etwas glücklich vor den Schlappen gefallen war. Der Torschütze verdiente sich im Anschluss das nächste Sonderlob des Trainers, der den 22-Jährigen „richtig gut“ gesehen hatte.

    Tatsächlich war Jelisic gerade im ersten Durchgang an nahezu jeder gefährlichen Aktion der Gäste beteiligt gewesen.

    Und dürfte damit seine Chancen auf einen Startplatz beim Kracher gegen Unterhaching am kommenden Wochenende gesteigert haben. Wie auch Marco Haller, dem Klaus in seiner Loblaune ein starkes Spiel auf der eher ungewohnten Außenbahn attestierte. Das Duell mit dem designierten Meister können die 05er nach dem Erfolg etwas entspannter angehen. „Auf jeden Fall“, bestätigt Klaus, „man muss immer auf die Tabelle schauen und der Sieg war sehr wichtig.“ Für die Schweinfurter und in besonderem Maße deren Schlussmann David Paulus, dem das Zu-Null an alter Wirkungsstätte gut tat: „Das war für das Selbstvertrauen wichtig, weil wir zuletzt dumme Gegentore kassiert haben“, gab der Keeper sich sichtlich zufrieden.

    Alles gut also beim FC 05. Eigentlich. Denn ein Härchen schwamm dann doch noch im grün-weißen Erfolgsgebräu: Gut zwanzig Fans waren mitgereist und hatten die Schweinfurter 90 Minuten lang vorbildlich unterstützt, um nach dem Spiel doch noch negativ aufgefallen. Zumindest bestätigten Ordnungskräfte und Polizisten ein demoliertes Toilettenhäuschen im Gästebereich. Mal gucken, was sich da wieder zusammenbraut..

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Regionalliga Bayern FC Ingolstadt II – FC 05 Schweinfurt 0:2 (0:1)

    Ingolstadt: Buntic – Schröder (46. Götzendörfer), Kurz, Leo, Reislöhner – Rinderknecht – Thalhammer (69. Hasenhüttl), Watanabe, Jalinous (37. Buchner), Lex – Fenninger.

    Schweinfurt: Paulus – Messingschlager, Janz, Bechmann, Golla – Fery (90. +2 Bauer), Kracun (90. Illig) – Haller, Jelisic (76. Willsch), Krautschneider – Jabiri.

    Schiedsrichter: Zacher (Nußdorf/Inn).

    Zuschauer: 170.

    Tore: 0:1 Jelisic (9.), 0:2 Jabiri (89.).

    Gelb: Rinderknecht, Fenninger – Kracun, Bechmann.

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