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    Fußball: Regionalliga Bayern

    Der FC 05 nimmt die Gegebenheiten an

    Die Umstände machen das 1:1 beim TSV Buchbach für den FC 05 Schweinfurt zu einem Erfolg. Ganz zufrieden war man trotzdem nicht.

    Knackpunkt: Der Schweinfurter Lukas Billick sieht früh die rote Karte. In Unterzahl machten die 05er in Buchbach ein gut... Foto: Michael Buchholz

    Der FC 05 Schweinfurt will eigentlich ja weg vom Rumpelfußball vergangener Tage. So gesehen war das 1:1 (1:1) im Regionalliga-Gastspiel beim TSV Buchbach ein Rückschritt. Zumal ein Sieg bei den abstiegsbedrohten Oberbayern angesichts der gestiegenen Ansprüche und des Tabellenbildest zumindest auf dem Papier zu erwarten war. Nur ist’s so leicht dann doch nicht einzuordnen, dieses Spiel, nach dem die Zufriedenheit auf Schweinfurter Seite überwog – und das mit Recht. Auf einem Platz, der mit einem regionalligatauglichen Geläuf nicht viel gemeinsam hatte, war die Angelegenheit erwartungsgemäß nämlich kein Selbstläufer. Und unter Umständen könne FC-Trainer Gerd Klaus mit einem Punkt in Buchbach auch leben, hatte er im Vorfeld eingeräumt.

    Ja, die Umstände. Die waren alles andere als günstig für die 05er. Denn erst kam die Mannschaft recht spät im beschaulichen Buchbach an, die Autobahn war doch voller als erwartet gewesen. Und spätestens nach Lukas Billicks Notbremse gegen den durchgebrochenen Stephan Thee in der zwölften Minute und der berechtigten roten Karte gegen den Schweinfurter Innenverteidiger war die ganze Sache noch einmal wesentlich komplizierter geworden. Danach machten die 05er es aber „richtig gut, selbst in Unterzahl war das eine geile Leistung“, fand Klaus. Nicht zu unrecht, denn im Vergleich zu vielen vergeigten Partien in dieser Runde haben die Schweinfurter diesmal erkannt, dass sie diesem Gegner bei diesen Bedingungen mit spielerischen Mitteln nicht würden beikommen können. Und so flogen die 05er halt auch in die Zweikämpfe.

    Das freilich führte zu einem Spiel, das mit Fußball auf Viertliga-Niveau wenig zu tun hatte. Sieben gelbe Karten, dazu die Platzverweise gegen Billick sowie die Buchbacher Christian Brucia, der Marco Janz ohne Not überhart aus den Socken trat, und Moritz Löffler sprechen Bände. Achja, ein Ball war auch im Spiel. Zumeist flog der halt entweder hoch durch die Luft; oder er ruhte: „Ich weiß wirklich nicht, ob ich schonmal so viele Freistöße getreten habe“, gab der Schweinfurter Christopher Kracun schmunzelnd zu.

    Nur logisch, dass beide Tore nach Standardsituation fielen. Zuerst nickte Löffler vor dem herausstürzenden David Paulus eine Freistoßflanke ein (39.), kurz vor der Pause egalisierte Kracun mit einem abgefälschten Freistoß von der Stafraumgrenze. Auch Klaus sprach von einem „extrem zerfahrenen Spiel. So kam bei uns wenig Spielfluss auf, was in Unterzahl aber nicht so schlimm war.“ Wichtiger war dem Trainer, dass seine Mannschaft die Situation angenommen hatte. Als Sinnbild kann da blendend Nicolas Görtler herhalten: Klaus beorderte seinen zweiten Angreifer nach dem Platzverweis ins defensive Mittelfeld und „dort hat er es richtig gut gemacht“, während Adam Jabiri in vorderster Front die Ein-Mann-Büffelherde gab und sich bis zu seiner Auswechslung in der Schlussphase leidenschaftlich aufrieb.

    Trotzdem war ein bisschen Enttäuschung nach Schlusspfiff nicht verkehrt und auch vorhanden. Kracun überlegte lange, wie das Remis einzuordnen wäre, „ich weiß es nicht“, gab er dann schulterzuckend zu. „Nach dem Platzverweis haben wir es defensiv super gemacht und machen auch verdient den Ausgleich“, stellte er fest. Von einer Schweinfurter Unterzahl merkte man tatsächlich wenig, der FC 05 war auch mit zehn Mann die bessere Mannschaft. Schade für die Schweinfurter, dass man das in dieser Runde nicht zum ersten Mal hört. So fehlte ein ums andere mal zum ein wenig Glück; auch das ist keine neue Erkenntnis. Vor der Pause landete Görtlers cleverer Schlenzer am Pfosten (23.), in der Schlussphase hatte zuerst Marius Willsch das Siegtor auf dem Schlappen (88.). Und dann krazte TSV-Torwart Alexander Strobl einen zweiten Kracun-Freistoß aus dem Eck (90. +2). „Er hält ihn zwar riesig, hat aber auch sehr auf diesen Ball spekuliert“, hatte Klaus beobachtet, „wenn Christopher den ins Torwart-Eck schießt, gewinnen wir. Und mit elf gegen elf auch.“ Das freilich, bleibt Spekulation. Richtig unglücklich war am Ende nur einer. „Ein Scheiß-Tag“, sagte Lukas Billick ohne Umschweife, „erst Umziehen und sofort raus und dann die rote Karte", zu der es keine zwei Meinungen gab: „Ich will noch wegbleiben, aber es gibt einen leichten Kontakt. Und dann ist das halt Rot.“

    Regionalliga Bayern

    TSV Buchbach - FC 05 Schweinfurt 1:1 (1:1)

    Buchbach: Strobl – Brucia, Pflügler, Drum, Büch – Petrovic, Löffler – Drofa, Thee, Jevtic – Kwatu (55. Bauer (66. Breu)).
    Schweinfurt: Paulus – Messingschlager, Janz, Billick, Golla – Willsch, Fery, Kracun, Krautschneider (89. Jelisic) – Görtler (86. Müller), Jabiri (86. Haller).

    Schiedsrichter: Potemkin (Friesen).
    Zuschauer: 736.
    Tore: 1:0 Löffler (39.), 1:1 Kracun (44.)
    Rot: Billick (12., Schweinfurt, Notbremse), Brucia (78., Buchbach, grobes Foulspiel). Gelb-Rot: Löffler (90. +3, Buchbach). Gelb: Drum, Kwatu, Bauer, Thee, Petrovic (Buchbach); Krautschneider, Kracun (Schweinfurt).

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