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    FUßBALL: DFB-POKAL

    Gerd Klaus sieht 25-Prozent-Chance

    FC 05 Schweinfurt empfängt in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde den SV Sandhausen. Chancenlos sind die 05er nicht, auch wenn's laut Klaus „eklig“ wird.

    Fünf Tore in fünf Regionalliga-Spielen: Auch seine Erfahrung macht FC-05-Angreifer Adam Jabiri im Pokalspiel gegen den S... Foto: Foto2Press/Frank Scheuring

    Nein, von einem Traumlos lässt sich nun wahrlich nicht sprechen. Eine grauere Maus als den SV Sandhausen hätte der FC 05 Schweinfurt kaum aus dem Profi-Lostopf ziehen können. Von wegen FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04. Oder zumindest der Club. Das Zuschauerpotenzial hält sich für die Rückkehr des Regionalligisten auf die nationale Fußballbühne in Grenzen, viel mehr als 5000 Zuschauer dürften es im Willy-Sachs-Stadion nicht werden. Und die Chance auf ein Weiterkommen gegen eine gestandene Zweitliga-Mannschaft, Sandhausen spielt im sechsten Jahr in Folge im Erstliga-Unterhaus, ist realistisch betrachtet auch eher überschaubar. Überschaubar, aber vorhanden.

    Aggressiv und zweikampfstark

    Auf „vielleicht 25 Prozent“ schätzt der Trainer Gerd Klaus die Schweinfurter Chance nach kurzem Grübeln ein. Weiß aber sehr wohl, dass es auch aus der zweiten Liga einfachere Gegner gegeben hätte: „Sandhausen hat eine sehr aggressive Mannschaft, wahnsinnig zweikampfstark. Ich habe so eine Mannschaft selten gesehen, sie spielen viel Foul, lassen sich aber selbst bei jeder Gelegenheit fallen. Ganz ekelhaft und richtig schwer zu bespielen“, erwartet der 46-Jährige den Gast aus Baden-Württemberg.

    Wobei sich das Bespielen des Favoriten erstmal in Grenzen halten wird. „Sandhausen hat Probleme, das Spiel zu machen“, sagt Wolfgang Brück, Chefreporter der Rhein-Neckar-Zeitung und dort für den Zweitligisten zuständig. Klaus hat dieselbe Schwäche ausgemacht: „Das sehe ich ähnlich und da liegt die Chance.“ Will heißen: Der FC 05 wird naturgemäß defensiver auftreten als in der mit vier Siegen aus fünf Partien bislang sehr erfolgreichen Regionalliga-Saison und über die schnellen Außenspieler Steffen Krautschneider und Marius Willsch auf Konter hoffen. Die soll nach Möglichkeit dann Adam Jabiri, der in fünf Regionalliga-Spielen fünf Tore geschossen hat, verwerten.

    Guter Gegner ohne Namen

    Trotzdem: „Sandhausen wird für mich unter den ersten Zehn der Liga landen. Sie haben sich gut verstärkt, mit Dagfhous einen Topspieler dazubekommen. Es ist ein guter Gegner, der halt keinen Namen hat“, sagt Klaus. Entscheidend dürfte neben dem Ex-Würzburger Daghfous auch die Rolle von Torjäger Andrew Wooten sein. Der Stürmer, der beim jüngsten Zweitliga-Sieg über Ingolstadt das Siegtor für Sandhausen markiert hat, hatte zuletzt mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen.

    In der letzten Zweitliga-Saison war Sandhausen nach Wootens Ausfall in der Rückrunde bedrohlich nah an die Abstiegsränge gerutscht. Trainer Kenan Kocak hält sich bedeckt, ob er den in Bamberg geborenen 27-Jährigen in dessen fränkischer Heimat von Beginn an bringt.

    Alle Möglichkeiten ausgeschöpft

    Zu groß ist der Respekt vor dem Zweitligisten beim FC 05 so oder so nicht. Ein Abweichen vom in der Liga bevorzugten 4-2-3-1-System kommt laut Gerd Klaus nicht infrage. „Wir sind so gut eingespielt und haben sehr gute Spiele gemacht. Jetzt das System zu ändern, ist Quatsch. Das wäre vielleicht noch vertretbar, wenn jetzt Bayern oder Dortmund gekommen wäre.“ So aber hält Klaus an der Grundausrichtung fest. Und sagt einmal: „Personell schaut es gut aus“, außer den Langzeitverletzten Lukas Kling, Lukas Billick und Nicolas Görtler sind alle Mann fit. Außerdem: „Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, Videos angeschaut, Infos eingeholt und auch genug Spiele gesehen. Wir haben einen Plan, wie wir sie kriegen können und mit dem ich mir gute Chance erhoffe. Nur steht halt immer noch ein Gegner auf dem Platz. Und der ist natürlich auch vorbereitet“.

    Im Hintergrund laufen derweil die Vorbereitungen im Sachs-Stadion auf Hochtouren – sehr zur Freude von Mannschaft und Trainer: „Das Stadion wird rausgeputzt, klar freut man sich schon, wenn man sieht, wie alles abgeklebt wird und nach Pokal aussieht“, sagt Klaus. „Die Jungs sind heiß. Es ist eine Geschichte, auf die wir uns riesig freuen. Man kann etwas ganz Besonderes machen“. So der Plan. Und sollte es tatsächlich klappen, kommt ja vielleicht in Runde zwei das Traumlos.

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