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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Sand verzweifelt vor Großbardorfer Kasten

    Ernst-Elf vergeigt ganze Chancenflut und verliert zum dritten Mal in Folge im Grabfeld. Johannes Bechmann sieht Rot.

    Umkämpfte Angelegenheit: Die Großbardorfer Lukas Illig (links) und Dominik Zehe gegen den Sander Mittelfeldmann Dominik ... Foto: Anand Anders

    TSV Großbardorf – FC Sand 1:0 (0:0)

    Es bleiben drei wenig schöne Erkenntnisse für den FC Sand nach der Derbypleite beim TSV Großbardorf. Da wäre erstens: Bei den Grabfeldern ist einfach nichts zu holen für die Haßbergler. Zweitens: Johannes Bechmann grätscht nach wie vor bisweilen aus dem Rahmen des Erlaubten. Und drittens: Die Sander brauchen dringend einen Knipser. Denn was der FC bei kampfstarken, aber keineswegs übermächtigen Großbardorfern an Möglichkeiten liegen ließ, das spottete jeder Bezeichnung. Uwe Ernst flüchtete sich hernach in Galgenhumor: „Da kannst du nichts machen, so ist Fußball“, so der Sander Trainer schmunzelnd, „ich kann den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen“.

    Damit sprach der Übungsleiter auch direkt die positive Erkenntnis an, die die Sander aus der Partie mitnehmen können: „Wir machen hier ein Klassespiel und spielen die fast an die Wand“, stellte er nicht ganz zu Unrecht fest. Denn nachdem der Großbardorfer Außenverteidiger Lennart Seufert früh eine Unachtsamkeit in der Sander Defensive genutzt hatte (12.), übernahmen die Gäste rasch das Kommando. Vor der Pause spiegelte sich das am Chancenverhältnis noch nicht wider, doch direkt nach dem Seitenwechsel eröffneten Andre Karmann und Florian Gundelsheimer der Sander Chancenreigen mit einer Doppelmöglichkeit.

    Der herausragende Großbardorfer Schlussmann Marcel Wehr behielt aber jeweils die Oberhand – wie auch gegen den Fernschuss des eingewechselten Christopher Gonnert, den der ehemalige Profi aus dem Winkel kratzte.

    Zehn Minuten vor Schluss drohte die ohnehin sehr emotionale Stimmung auf dem Platz kurz zu eskalieren. Andre Rieß und Johannes Bechmann rutschten beide Richtung Ball, Rieß war schneller, Bechmann zog aber auch nicht zurück. Die Folgen: Rudelbildung und eine berechtigte Rote Karte für den Sander Abwehrmann. Die Unterzahl merkte man den Gästen danach nicht wirklich an. Während Großbardorf kaum mehr gefährliche Entlastungsangriffe zustande brachte, schepperte ein 20-Meter-Freistoß von Sebastian Wagner an die Unterkante der Latte, sprang von dort kurz vor der Linie auf. Und dem Ganzen die Krone setzte die vierte Minute der Nachspielzeit auf, als Gonnert den Ball endlich an Wehr vorbeibrachte, Marcel Hölderle die Kugel aber noch von der Torlinie drosch. „Da sind dir irgendwo die Hände gebunden. Wir bauen die Jungs jetzt wieder auf und dann geht's weiter“, richtete Uwe Ernst den Blick schon wieder nach vorne. Der in den Rückspiegel ist auch weniger schön: Seit dem Wiederaufstieg in die Bayernliga hat Sand nun auch das dritte Gastspiel in Großbardorf verloren. So unverdient wie diesmal war es bisher nicht. Und das ist dann die bitterste Erkenntnis für die Schwarz-Weißen.

    Sand: Medem – Nöthling, Müller, Bechmann – Steinmann (61. Wagner), Krüger – Reith (59. T. Schlereth), Schmitt, Gundelsheimer (75. Gonnert) – McCullough, Karmann. Schiedsrichter: Potemkin (Friesen). Zuschauer: 400. Tor: 1:0 Seufert (12.). Rot: Bechmann (79., Sand, grobes Foulspiel).

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