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    SCHWEINFURT

    Spielerisch zum Lesen animieren

    Das P-Seminar „Lesen lernen“ des Olympia-Morata-Gymnasiums engagierte sich in einer dritten Klasse der Gartenstadtgrundschule

    Mit Begeisterung dabei: Beim Memory mit selbst geschriebenen Karten des P-Seminars des Olympia-Morata-Gymnasiums zum The... Foto: Oliver Schikora

    „Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten“, hat der Autor Jean Paul einmal gesagt. Die Schülerinnen des P-Seminars „Lesen lernen“ des Olympia-Morata-Gymnasiums haben diesen Spruch auf ein kleines Lesezeichen gedruckt, das sie ihren Drittklässlern an der Gartenstadtschule als Geschenk zum Abschluss des Seminars gegeben haben. Doch es ist mehr als nur ein Spruch, es trifft den Nagel auf den Kopf. Das Ziel des P-Seminars war es, Grundschüler zum Lesen zu bringen, sie zu fördern und Lesekompetenz und Lesemotivation zu steigern – ihnen zu zeigen, wie bereichernd es sein kann, in fremden Welten zu wandern.

    Grundschule beteiligte sich sofort

    Lesen ist in jeder Grundschule wichtig. Es zu können ist eine Grundvoraussetzung, um nicht nur in der Schule, sondern im Leben zurechtzukommen. In der Gartenstadtschule kommt noch hinzu, dass in der betreuten Ganztagesklasse der dritten Jahrgangsstufe 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben, bei vielen wird nur in der Schule Deutsch gesprochen.

    Als das P-Seminar mit Antonia Fröhlich, Carmen Gabriel, Lisa Zabel, Lea Reinhart, Eda Can, Michaela Sokalla und Franziska Tonn auf die Schule zuging und anfragte, ob man das Projekt verwirklichen und mit sieben Schülerinnen ein Mal pro Woche von Sommer bis kurz vor Weihnachten in die Klasse kommen kann, rannte man bei Schulleiterin Ulrike Hieronymus und Klassenleiterin Lisa Hartmann offene Türen ein.

    Spaß am Lesen vermitteln

    OMG-Deutschlehrerin Birgit von Hirschhausen bot ihren Schülerinnen „einen Strauß an Angeboten zum Thema Leseförderung“, wie sie sagt. Dabei ging es auch darum, dass die Schülerinnen selbst zunächst das richtige Lesen lernen, sprich auch vor den Besuchen in der Klasse mit Theaterpädagogen an der Aussprache und Präsentation arbeiteten, sich damit beschäftigten, wie man pädagogisch sinnvoll zum Lesen animiert. Für die OMG-Schülerinnen – der andere Teil des P-Seminars hatte sich mit dem Thema „Vorlesen“ beschäftigt und ein Projekt in der Seniorenresidenz Phönix (wir berichteten)– ist das Seminar auch dazu da, Sozialkompetenz zu erweitern und sich durch den Umgang mit den Grundschülern weiterzuentwickeln. „Den Spaß am Lesen zu vermitteln, war unser Ziel, das haben wir auch geschafft“, resümierte Antonia Fröhlich.

    Spielerisches Lernen

    Das Arbeiten mit den Grundschülern in kleinen Gruppen zeigte schnell Erfolge, man setzte auf kindgerechte Vielfalt. So wurden zum Beispiel eigene Memory-Spiele entwickelt, bei denen die Kinder Synonyme oder Antonyme finden mussten. Die OMG-Schülerinnen spielten mit, erklärten auch die Bedeutung eines Wortes, wenn es die Kinder nicht wussten. „Was heißt Schmökern“, fragte einer der Schüler, als er seine Memory-Karte umgedreht hatte. „Wenn du in einem Buch liest“, die Antwort. Oder in eine ferne Welt wanderst. Eine andere Gruppe las Lückentexte, bei denen eine spannende Geschichte vorgelesen wurde und alle paar Zeilen fehlende Worte eingefügt werden mussten – Lesefluss und Textverständnis wurden dabei gleich in einem gelehrt.

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