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    FUßBALL: BEZIRKSLIGA OST

    Pendler zwischen den Relegationen

    Wer dem Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Forst einen Schrecken einjagen will, der muss Udo Romeis nur leise ins Ohr flüstern: „Fünf Relegationsspiele.“

    Schaut gerne mal nach oben: Udo Romeis, der zum Saisonende scheidende Trainer des TSV Forst. Foto: Simon Snaschel

    Wer dem Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Forst (5./43 Punkte) einen Schrecken einjagen will, der muss Udo Romeis nur leise ins Ohr flüstern: „Fünf Relegationsspiele.“ „Hör bloß auf, ich will gar nicht mehr daran denken“, bekommt derjenige dann zu hören. Zum Ende der vorigen Saison nämlich bedurfte es tatsächlich fünf Spiele in der Relegation, damit sich der TSV in der Bezirksliga hat halten können: Je zwei gegen den FC Sand II und den FC Bad Kissingen sowie eines (mit dem allerletzten Aufgebot) gegen die DJK Retzstadt.

    Doch sollen hier keine alten Wunden aufgerissen und schon wieder über die Relegation gesprochen werden. Obwohl – eigentlich schon. Denn der TSV Forst steht wieder davor, Relegation spielen zu dürfen, vielleicht sogar zu müssen, dieses Mal aber zur allgemeinen Überraschung um den Aufstieg in die Landesliga Nordwest. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den Tabellenzweiten, den FC Bad Kissingen, und es sind nur noch fünf Spiele bis zum Rundenende – und einem möglichen Aufstieg des TSV in die Landesliga.

    „Das war niemals mein Ziel“, sagt Udo Romeis sehr energisch. Er wollte immer nur nichts mit der „Relegation nach unten“ zu tun haben, und genau darauf war sein Handeln auch ausgerichtet. Nach einem recht ansprechenden Saisonstart hatte sich der TSV auch eine Zeit lang im gesicherten Mittelfeld getummelt, ehe mit dem Start nach der Winterpause der Absturz auf Platz elf einsetzte. Da waren die beiden Leistungsträger Flo Hetzel und Flo Riegel verletzt sowie die Neuen noch nicht ganz integriert, und die feixende Konkurrenz wähnte Forst schon wieder da, wo sie nach der Meinung der „Experten“ auch hingehört: in den Abstiegskampf.

    Dann aber setzte ein Zwischenspurt ein mit einer Serie, in der Forst seit der Winterpause ungeschlagen ist und unter anderem auch dem Meisterschaftsfavoriten Euerbach/Kützberg drei Punkte abgeknöpft hatte. Von „Abstieg“ oder gar „Relegation“ spricht in Forst schon lange niemand mehr, und genau das war auch Romeis‘ Ziel. Als durchaus gewünschten Nebeneffekt ergab sich, dass es innerhalb der Mannschaft und mit dem Umfeld „einfach sehr gut läuft, was will man als Trainer und Spieler mehr“.

    Dass die in diesem Jahr noch unbesiegte Elf jetzt zu den Spitzenmannschaften der Liga zählt, das zeigt, „dass wir zu Recht in diese Liga gehören“, hatte Romeis in einem früheren Gespräch gesagt. Jetzt klopft das Team an die Tür zur Landesliga, „was wir eigentlich nicht geplant hatten, aber wenn wir am Ende auf Platz zwei landen, spielen wir natürlich auch die Relegation“, kündigt der Coach an. Um im gleichen Atemzug darauf hinzuweisen, dass es nicht das eigentliche Ziel gewesen sei. „Alles, was jetzt noch passiert, wollen wir in vollen Zügen genießen.“

    Den nächsten Genuss, den das Team erleben wird, ist das Rückspiel gegen die in diesem Jahr ebenfalls noch ungeschlagene SG Oberschwarzach/Wiebelsberg (4./44). Die Hinspiel-1:4-Pleite bezeichnet Romeis aus Forster Sicht als „sehr schlecht gespielt, da haben wir was zu korrigieren“. Der Gegner sei eine „sehr gute Mannschaft, geführt von zwei sehr guten Spielertrainern, und wir freuen uns sehr auf dieses Spiel“. Denn für den TSV Forst und dessen Trainer Udo Romeis heißt es ab jetzt: „Wir wollen die aktuelle Situation einfach nur noch genießen.“

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