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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Markus Wolfs Visionen beim FC 05

    Der Präsident der Schweinfurter spricht von Dritter Liga, einem Stadionkomplex und einem Bundesliga-Nachwuchszentrum. Und: Gerd Klaus hört zu Saisonende als Trainer auf.

    Überraschende Neuigkeiten: FC-05-Präsident Markus Wolf (links) gibt auf einer Pressekonferenz (Mitte Pressesprecher Benn... Foto: Michael Bauer

    Das wird für den ganzen Verein eine spannende Aufgabe“ – fast mochte man meinen, Trainer Gerd Klaus spricht vom Auswärtsspiel des FC 05 in Augsburg (Samstag, 13 Uhr, Rosenaustadion). Aber: Es ging darum, dass er zum Saisonende in Schweinfurt als Trainer aufhört, dem Verein aber aller Voraussicht nach als Sportdirektor erhalten bleiben wird (wir berichteten). Ja, es war schon eine denkwürdige Abschluss-Pressekonferenz am Donnerstagabend. Denn neben dieser Personalentscheidung stellte Präsident Markus Wolf gleich noch seine Visionen für die nächsten fünf Jahre beim FC 05 vor.

    „Ich habe mit Markus Wolf schon länger am Überlegen gewesen, wie wir neue Impulse setzen können“, wird Klaus, dessen Nachfolger bis Februar benannt werden und der sich dann bis zum offiziellen Amtsantritt bereits mit Scouting und dem Zusammenstellen der Mannschaft für 2018/19 beschäftigen soll, auch nach dem Ende seiner sechsjährigen Trainer-Tätigkeit in Schweinfurt die Zukunft des FC 05 mitgestalten. Das Team Wolf/Klaus wird also weiter an einem Strang ziehen. Und dieser Strang wirkt ambitioniert. „Das Ziel bleibt die Dritte Liga, dafür brauchen wir einen Fußball-Lehrer“, sucht Wolf einen „jungen Trainer mit moderner Fußball-Philosophie“.

    Einen, der sich ganztags ausschließlich aufs Training, auch das Beobachten von U23-, U19- sowie U17-Spielen im Verein und damit eine langfristige Nachwuchsförderung mitprägen soll. Der zu Saisonbeginn öfter mal in Schweinfurt gesichtete Wolfgang Wolf sei kein Thema.

    Wolf, der einräumt, seine Ziele etwas blauäugig formuliert zu haben, hat erkannt: „In Sachen Dritte Liga und Profifußball sind wir im Umfeld noch sehr, sehr amateurhaft aufgestellt.“ Noch dominiert beim FC 05 der ehrenamtliche Mitarbeiter, das soll sich größtenteils ändern. „Auch müssen wir uns mit dem Stadion überlegen, wie können wir umbauen, können wir überhaupt umbauen, müssen wir neu bauen?“, hat Wolf auch die Infrastruktur im Blick. „Wir sind im Vorstand Verfechter des Vorhabens, das Nachwuchsleistungzentrum in den nächsten Jahren in ein Bundesliga-Leistungszentrum umzugestalten. Dazu muss man die U19 in die Bundesliga bringen. So weit sind wir nicht weg davon, wir spielen mit der U19 bis U15 Bayernliga.“

    Geht es nach Wolf, entsteht rund um das Willy-Sachs-Stadion ein richtiges Profifußball-Leistungszentrum. Auf dem Gelände der benachbarten, ehemaligen US-Kaserne siedelt sich Christian Hasler, aktuell Co-Trainer beim FC 05, mit seinem Physiotherapie-Zentrum an. Wolf: „Unser Doc ist daran interessiert, nebenan eine Praxis aufzumachen, eine Geschäftsstelle kann dort entstehen, auch ein Fußball-Internat. Das sind Überlegungen, die man mit der Stadt angehen muss. Die Flächen sind ja frei. Um in den nächsten Jahren Großes zu erschaffen, müssen die Weichen gestellt werden.“ Und so gehört zu Wolfs Vision auch der Bau eines Stadions für bis zu 15000 Zuschauer, zum Beispiel auf einem der Nebenplätze des Sachs-Stadions. „Der Gesamtkomplex, der hier entstehen kann, mit den zahlreichen Trainingsplätzen, entspräche Bundesliga-Status.“ Man nimmt es Markus Wolf und Gerd Klaus ab, dass sie es jetzt ernst meinen mit einer Rückkehr des FC 05 in den Profifußball. Vieles ähnelt verwirklichten und auch offenen Plänen der Würzburger Kickers. „Wir wollen im nächsten Jahr in die Dritte Liga“, hält Wolf deswegen auch unverändert an seinem ursprünglichen Zweijahresplan fest.

    Trotzreaktion in Augsburg

    Noch freilich muss erst einmal eine Regionalliga-Runde zu Ende gebracht werden, die trotz Platz vier und „nur“ neun Punkten Rückstand auf die Münchner Löwen nicht wunschgemäß verlaufen ist bisher. Weder Wolf („Wir geben die Saison nicht ab. Wir spielen ja nicht Bundesliga, sondern Regionalliga. Das ist eine Plattform, auf der man sich als Spieler für höhere Aufgaben präsentieren kann.“) noch Klaus („Die Mannschaft kann das bis Samstag abhaken. Wir wollen schließlich noch etwas erreichen, im Pokal, aber auch in der Meisterschaft“) befürchten einen Spannungsabfall bei der Mannschaft durch die frühe Bekanntgabe des Trainerwechsels.

    In Augsburg setzt Klaus auf die „spürbare Unzufriedenheit der Spieler“ nach zwei Niederlagen gegen Aufsteiger und wegen der katastrophalen Auswärtsbilanz. Er erwartet eine Trotzreaktion. Und einen Gegner, der dem FC 05 nicht so unähnlich ist: Die Augsburger U23, die nach fünf sieglosen Spielen zuletzt gegen Schlusslicht Unterföhring (2:0) erstmals wieder gewann, ist so spielstark wie unbeständig. Auch, weil immer wieder mal Profis mitwirken, aber eben nicht immer. Marco Richter ist so einer, der nach seiner Verletzung wieder an Bord ist.

    Beim Hinspiel-2:1 hatte für den FC 05 noch Adam Jabiri getroffen, diesmal fehlt der Stürmer gelbgesperrt. Zudem droht der erkrankte Lukas Kling auszufallen. Der Augsburger Spielstärke will Klaus mit „einer sehr schnellen ersten Reihe“ begegnen: Marco Fritscher und Dominik Weiß könnten demnach die Außen besetzen, Steffen Krautschneider die Mitte und vorne wird Marius Willsch als „falsche Neun“ Jabiri ersetzen. Sollte den Schweinfurtern im altehrwürdigen Rosenaustadion ein Sieg gelingen, es wäre der erste in der Fremde seit dem 25. Juli.

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