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    KORBBALL:

    Spitzenspiel erfüllt Erwartungen

    Werneck und Niederwerrn trennen sich nach spannender Begegnung unentschieden.

    Sophie Hart (rechts) vom TSV Werneck wird von der Niederwerrnerin Antonia Stöcker gestört. Das Spitzenspiel der Jugend-1... Foto: Michael Müller

    TSV Werneck – VfL Niederwerrn 3:3 (2:2)

    Beinahe hätte dieses Spitzenspiel überhaupt nicht stattgefunden, denn die teilnehmenden Mannschaften standen am Vormittag noch knapp eine Stunde in dichtem Schneetreiben vor der Halle der Friedenschule in Schweinfurt und versuchten vergeblich, in diese zu gelangen – die Sicherheitstechnik funktionierte bestens, sodass es trotz zweier vorhandener elektronischer Schlüssel nicht möglich war, die Halle zu öffnen. Als sich ein Mitarbeiter der Stadt über einen Seiteneingang Zugang verschafft hatte, konnte immerhin mit einer Stunde Verspätung gestartet werden und nach sechs Partien zuvor traten mit Werneck und Niederwerrn die beiden überragenden Mannschaften im Jugend-19-Bereich doch noch gegeneinander an.

    Werneck gewann zuvor gegen Schraudenbach (11:4) und Untersteinbach (9:5), Niederwerrn ließ weder Bergrheinfeld beim 13:5 noch Schraudenbachs junger Mannschaft beim 14:5-Sieg eine Chance. So kam es zum von den zahlreichen Zuschauern erwarteten Duell um die „Herbstmeisterschaft“, den Titel, den es eigentlich ja gar nicht gibt. Aber ein Prestigeduell war es allemal, nach zuletzt drei bayerischen Meisterschaften, bei denen diese beiden Teams Platz eins und zwei unter sich ausgemacht hatten.

    Beide belauerten sich zunächst und sicherten ab. Zu groß war beiden die Gefahr, dass man in einen Konter läuft. So brauchte es einen Sechsmeter von Vanessa Reinhart nach gut vier Minuten, um Werneck mit 1:0 in Führung zu bringen. Die Niederwerrner Deckung stand ordentlich bis auf einen Moment, als man im Umschaltspiel viel zu langsam reagierte, was Luisa Pfister zum 2:0 nutzte. Wernecks Trainer Michael Reinhart nannte das nach der Partie „ein Geschenk“. Lara Helmreich im Wernecker Korb hatte einen glänzenden Tag erwischt. Der „perfekte Heber“, der nötig war, um sie an diesem Tag zu überwinden, gelang Amelie Worcester, die zum 1:2 vom Kreis verkürzte. Niederwerrn erhöhte nun Druck und Tempo und nutze eine zu langsame Rückwärtsbewegung aus. Selina Müller zog ab, als Helmreich noch nicht am Korb stand und traf zum Ausgleich.

    Nach neun Minuten in der zweiten Hälfte gelang Lara Helmreich mit einer Einzelaktion die erneute Wernecker Führung, als sie die Niederwerrner Abwehr umlief und mit einem flachen Einhandwurf von der linken Kreisecke aus ihre ebenfalls hervorragend haltende Niederwerrner Kollegin überraschte. Die Frage für den VfL war nun, wie man Wernecks starke Deckung noch einmal würde überwinden können. Die Antwort gab drei Minuten vor Spielende Jessica Schlager. Sie verwandelte einen Sechsmeter-Freiwurf unhaltbar zum 3:3-Ausgleich. Als Niederwerrns Selina Müller 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff einen Ball in der Abwehr abfing und ihn sich selbst vorlegte, hatte sie im Alleingang sogar den Siegtreffer sprichwörtlich in der Hand, vergab aber. Wernecks Michael Reinhart meinte: „Das war ein tolles Spiel. Nach der schnellen Führung hatten einige klare Chancen, aber auch Niederwerrn hätte noch siegen können. Das Unentschieden geht in Ordnung“. Und sein Gegenüber Stefan Carr sagte: „Wenn du gegen eine Spitzenmannschaft 0:2 zurück liegst und dann so eine Moral zeigst, ist das großartig.“

    Bearbeitet von Simon Snaschel

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