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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Willkommen in der FC-05-WG

    Zu Besuch bei den Schweinfurter Regionalligaspielern Marco Janz, Philip Messingschlager und Christopher Kracun.

    Willkommen in der FC-05-WG: Die Schweinfurter Fußballer (von links) Marco Janz, Philip Messingschlager und Christopher K... Foto: Simon Snaschel

    Marco Janz kann es nicht fassen. Und auch Christopher Kracun schüttelt nur ungläubig den Kopf. Soeben hat sich Philip Messingschlager als bester Kartenspieler des Hauses bezeichnet. „Nein, das geht nicht. Das geht wirklich nicht. Chris und mich hätte ich akzeptiert, aber Messi ist wirklich mit Abstand der schlechteste“, sagt Janz. Und Kracun stimmt lachend zu: „Wir haben gestern zweimal Karten gespielt, er hat zweimal verloren und musste uns heute zum Mittagessen einladen und das Frühstück machen. Ich denke, das sagt alles.“ Die Jungs, allesamt 24 Jahre alt und Regionalliga-Fußballer beim FC 05 Schweinfurt, haben Spaß. Seit Juni wohnen sie zu dritt in einer Wohngemeinschaft in der Schweinfurter Innenstadt.

    Marco Janz, Kapitän der Mannschaft, spielt seit 2013 für die 05er, Philip Messingschlager kam im selben Sommer und kehrte nach einem einjährigen Gastspiel beim SC Eltersdorf 2015 zu den Grün-Weißen zurück. Da kam auch Christopher Kracun vom 1. FC Kaiserslautern II. Mit der Umstellung auf Profifußball zur laufenden Saison hat sich beim FC 05 vieles verändert. Auch für Janz, Kracun und Messingschlager, das Trio aus Mittelfranken. „Es ist schon toll, wenn man sieht, was sich getan hat und verändert hat.

    Das fängt bei Kleinigkeiten im Ablauf an bis dahin, dass wir meistens schon einen Tag früher zu Auswärtsspielen fahren“, sagt der Kapitän. „Man ist schon stolz, Teil des Ganzen sein zu dürfen“, ergänzt Kracun und Messingschlager spricht von einem „Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit. Wir haben für den Verein den Arsch hingehalten, wenn es schlecht gelaufen ist.“

    Aus dieser Zeit haben es nicht viele Spieler geschafft, den Weg der Professionalisierung mitzugehen. „In dieser Lebensphase ist es für uns perfekt, wie alles gekommen ist“, sagt Philip Messingschlager. Denn Vollprofis sind die drei trotz allem nicht, allesamt basteln parallel an ihrem Studium: Sport und Wirtschaft auf Lehramt (Janz), Grundschullehramt (Kracun), Sportmanagement per Fernstudium (Messingschlager) – für die Karriere nach der Fußballerlaufbahn schaut's gut aus mit einem Fundament. „Wir legen uns den Stundenplan nach dem Training“, so Kracun. Trotz des Studiums liegt der Fokus derzeit auf dem FC 05. Der Schritt zum (Fast-)Profi hat der Entwicklung der Kicker gutgetan. „Auf jeden Fall, schon alleine von der Fitness her“, sagt Janz, „man kann viel mehr machen und das gezielter“.

    Und „du sparst die Zeit auf der Autobahn“, ergänzt Philip Messingschlager. Bisher hatte man anderthalb Stunden Anfahrt für jede Trainingseinheit auf sich nehmen müssen.

    Auch deshalb entstand die Idee zur FC-05-WG. Wenngleich „wir da gar nicht drauf gekommen wären“, gibt Kracun zu. Vielmehr sei die Wohngemeinschaft auf Initiative von Präsident Markus Wolf entstanden. „Der Markus ist auf uns zugekommen und wir fanden es gut. Wir sind froh, hier zu sein, es ist eine Top-Wohnung und wir haben deutlich weniger Aufwand“, erzählt Marco Janz. „Wir machen viel zusammen, kochen fast jeden Tag, meistens Nudeln oder so.“ Bei wem schmeckt's am besten? „Ich glaube, ich kann am besten kochen“, sagt Kracun und lacht, „nein, das ist ein Gemeinschafts-Ding in der WG“, meint Messingschlager. Von den Kochkünsten profitieren auch die Mitspieler: „Der Niko Jelisic kommt eigentlich immer nur zum Essen“, sagt Kracun augenzwinkernd.

    Die neuen Gegebenheiten fördern das Gemeinschafts-Gefühl beim FC. „Alle wohnen in Schweinfurt, da unternimmst du automatisch viel zusammen“, sagt Marco Janz. Aber wie klappt es denn nun mit dem Zusammenleben? „Bis jetzt sehr gut“, sagt Janz, „Wir kennen uns schon lange, ernste Streitereien gibt es da nicht. Wir teilen uns alles fair auf. Außer, einer verliert beim Kartenspielen.“ Man munkelt, der Name Messingschlager taucht häufiger im Haushaltsplan auf . . .

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