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    BOXEN

    Technischer K.o. als Krönung des Kiliani-Boxens

    1000 Zuschauer sehen im Festzelt den Vergleichskampf der Kickers getgen eine niederländische Auswahl.

    Voller Einsatz im Bierzelt: Die Würzburgerin Jaqueline Hatscher (rechts) wurde bei ihrem engagierten Kampf trotz der Nie... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Zufrieden sitzt Karl Heinz Wolfstädter am Rande des Boxrings im Kiliani-Festzelt und beobachtet das muntere Treiben. Wieder waren mehr als 1000 Interessierte und Schaulustige am Sonntagmorgen zur längst Tradition gewordenen Veranstaltung gekommen, um sich bei Weißwurstfrühstück und frisch gezapftem Hefe-Weißbier von Faustkämpfern unterhalten zu lassen. Auch in diesem Jahr hatte der 71-Jährige ausländische Gäste zum Boxvergleich nach Würzburg gelockt. Diesmal siegte eine holländische Auswahl gegen ein Team der gastgebenden Würzburger Kickers mit 17:13.

    Hatte die Boxabteilung des Fußball-Drittligisten in den Anfangsjahren noch das komplette Team gestellt, verstärken seit Jahren Gastboxer die Mannschaft der Rothosen. „Leider ist die Breite nicht mehr da, um nur Kämpfer aus der Stadt und der Umgebung zu bekommen“, sagt der Hauptorganisator. Zudem sei das Publikum ein sehr fachkundiges und wolle gute Kämpfe sehen. Daher müsse die Qualität des Gebotenen stimmen.

    Freilich merkte Wolfstädter, dass bei Kämpfen der Lokalmatadoren die Stimmung am besten war. Besonders Jaqueline Hatscher wurde lautstark angefeuert, verlor aber ihr Duell gegen Bea Dudekova nach Punkten. Auch Jeremy Bursioglu konnte auf die Unterstützung der Zeltgäste zählen, musste aber nach einem stark blutenden Cut über dem Ohr den Kampf vorzeitig aufgeben.

    Aber auch die weiteren Boxer hießen die Zuschauer mit großem Applaus willkommen und begleiteten sie damit nach tollen Leistungen wieder aus dem Ring. Wolfstädter hatte die Erwartungen einmal mehr erfüllt. Besonders das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem früheren belgischen und lettischen Meister Vlad Jaskul und Bundesligakämpfer Andrejy Merzlyakov riss die Menge von den Bierbänken. Dabei sorgte Merzlyakov für den einzigen technischen K.o. des Tages. Trotz der kurzen Kampfzeit was es der krönende Abschluss der Veranstaltung.

    Immer wieder sorgt Wolfstädter mit dem Kiliani-Boxen für einen der Volksfest-Höhepunkte. Doch wie in den Vorjahren, so war auch das diesjährige Event ein Ritt auf der Rasierklinge. „Die Vorbereitung war eine absolute Katastrophe. Mir haben am Freitag noch zwei niederländische Kämpfer abgesagt. Ich wäre fast verrückt geworden“, erzählt der ehemalige Boxer, der bis 1986 selbst in den Ring stieg, ehe er das Kiliani-Boxen ins Leben rief. Geklappt hat es am Ende doch wieder. Leidenschaft und Herzblut hätten trotz der Widrigkeiten nicht gelitten, betont der 71-Jährige, und das, obwohl er seit einigen Jahren Rücktrittsgedanken hegt. Diese verwirft er allerdings spätestens dann wieder, wenn er sich auf die Suche nach einem Nachfolger begibt.

    Wolfstädter macht weiter

    „Wer will so ein Event ehrenamtlich organisieren?“, fragt Wolfstädter rhetorisch und bekommt die Antwort von den Zuschauern und Ringsprecher Uwe Schilhanek, der sich mehrmals, ebenso wie Bürgermeister Adolf Bauer, für dessen Mühen bedankte. Die Veranstaltung steht und fällt nun einmal mit Wolfstädters Engagement. Aber der 71-Jährige kann die Würzburger Boxfans beruhigen: So lange es ihm möglich sei, werde er auch in den kommenden Jahren seine Kontakte spielen lassen und bis zur letzten Minute um gute Kämpfe kämpfen. Denn am Ende des Tages zähle die Zufriedenheit und der Zuspruch des Publikums, die für alle Arbeit entschädige. Beides war auch diesmal wieder überwältigend.

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