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    BASKETBALL

    Die Bundesliga stimmt gegen Dirk Bauermann

    Der Trainer von s.Oliver Würzburg darf nicht die U20-Nationalmannschaft coachen. Zu Hause gehte es für ihn und sein Team gegen Göttingen um wichtige Punkte.

    „Es gibt Sachen in diesem Sport, die kann man auch mit meiner Erfahrung manchmal einfach nicht erklären“, sagt Dirk Baue... Foto: Volker Danzer, HMB Media

    s.Oliver Würzburg – BG Göttingen

    (Freitag, 19 Uhr, s.Oliver Arena)

    Womöglich ist ja auch aufgrund der jüngsten Achterbahnfahrt der Baskets ein Thema rund um Basketball-Bundesligist s. Oliver Würzburg ein wenig in den Hintergrund gerückt, das durchaus spannend ist und Raum für Spekulationen bietet.

    Der Deutsche Basketball Bund (DBB) wollte Baskets-Trainer Dirk Bauermann als Coach für die U 20-Auswahl verpflichten, die im Sommer zur Europameisterschaft nach Deutschland einlädt. Allerdings gibt es seit 2011 auch eine Art „Lex Bauermann“ in den Liga-Statuten. Die besagt, dass der Bundestrainer nicht mehr zeitgleich Vereinscoach sein darf, was Bauermann damals war. Seit 2003 betreute er die Nationalmannschaft und führte in dieser Zeit Bamberg zweimal zur Meisterschaft und dann Bayern München in die Bundesliga.

    Deutliche Mehrheit

    Bei deutschen Nachwuchsmannschaften sehen die Statuten offenbar vor, dass das Engagement eines Vereinstrainers als U-Bundestrainer der Zustimmung der Bundesligaklubs bedarf. Und die haben sich nun bei einer Abstimmung mit deutlicher Mehrheit gegen Bauermann ausgesprochen. Der 60-Jährige empfindet das als „total schade“, weil er „sehr gerne mitgeholfen hätte“, dass die U 20 „eine gute Heim-EM spielt“. Sein Klub habe ihm sofort die Freigabe erteilt, und mit „meiner Erfahrung hätte ich der Mannschaft sicherlich auch etwas Druck nehmen können“.

    Über die Gründe des Neins lässt sich nur mutmaßen, was vor allem im Internet getan wird. Handfeste Begründungen von Vereinen hat diese Redaktion allerdings noch nicht bekommen. Sei's drum, derzeit plagen Bauermann und die Baskets andere Probleme. Keine Frage: „Wir haben auf jeden Fall etwas gutzumachen“, sagt Bauermann, der von einem „notwendigen Sieg“ spricht vor dem Gastspiel des Drittletzten BG Göttingen am Freitagabend in Würzburg und nach der unerwarteten 72:80-Pleite bei den Eisbären Bremerhaven.

    Gutzumachen haben die Baskets aber nicht nur etwas wegen ihres doch reichlich uninspirierten, phasenweise auch einfach grottenschlechten Auftritts an der Nordseeküste: Einer ihrer gerade einmal vier Siege in den 19 Partien dieser Runde gelang den Göttingern im Hinspiel, als die Baskets Anfang November nach einem gleichfalls erschreckenden Auftritt verdientermaßen die dritte ihrer inzwischen zehn Saisonniederlagen kassierten. Und auch in der Partie davor - es war an Dreikönig 2017 Bauermanns erste Partie mit den Baskets – unterlagen die Unterfranken. In Würzburg freilich konnten die Göttinger noch keines ihrer drei Spiele gewinnen, und die 84:94-Niederlage in Ulm vergangenes Wochenende war die neunte Schlappe in Folge für die Göttinger.

    Loncar wieder an Bord

    Was den Baskets Mut machen könnte, in die Erfolgsspur zurückzufinden: Der in Bremerhaven schmerzlich vermisste Kapitän Kresimir Loncar ist wieder genesen und soll die Hoheit unter den Brettern garantieren. Geht es nach Bauermann, sollen seine Spieler mit einer ordentlichen Portion „Wut im Bauch“ antreten. Denn die Baskets tun sich offenbar schwer damit, eine wirkliche Erklärung für die jüngst gezeigte Leistung zu finden. „Es gibt Sachen in diesem Sport, die kann man auch mit meiner Erfahrung manchmal einfach nicht erklären“, sagt Bauermann, der in Bremerhaven zwischenzeitlich eine „kollektive Starre“ entdeckt hat.

    Das dürfe zwar nicht passieren, passiere aber eben doch. Und ist in dieser Runde eigentlich bereits zu häufig passiert. Bauermann glaubt nach wie vor „an die Qualität der Mannschaft“ – der erstaunlichen Schwankungen in der Leistungskurve vor allem der Guardspieler zum Trotz. Von Kritik vor allem an seinen US-Boys will Bauermann nichts wissen: „Wir sind eine Mannschaft. Wir alle, Trainerstab und Spieler, haben in Bremerhaven gemeinsam verloren. So wie wir zuvor Spiele gemeinsam gewonnen haben.“

    Probleme in der Defensive

    Der als Defensiv-Freund bekannte Bauermann bleibt sich treu: „Es beginnt immer in der eigenen Verteidigung“, sagt er. Natürlich könne es vorkommen in einem Spiel, dass vorne die Kugel einfach nicht rein will – „aber dann dürfen wir hinten halt auch keine 25 Punkte kassieren“.

    Wie in Bremerhaven im katastrophalen zweiten Viertel geschehen. Bauermann hatte vor der Saison angekündigt, dass die Baskets eine der drei besten Defensivmannschaften werden sollen. In den zehn Partien seit Anfang Dezember kassierten sie allerdings sieben Mal 80 Punkte und mehr – selbst wenn dabei vier Siege heraussprangen, sind das zu viele, um eine der besten Verteidigungen zu haben. Freilich: Noch ist nichts verloren im Kampf um die Play-off-Plätze, die lediglich einen Sieg entfernt sind.

    Kampf um die Play-off-Plätze

    Allerdings konnte man nicht erwarten, dass Titelverteidiger Bamberg, derzeit Achter, ein direkter Konkurrent um einen der begehrten Ränge werden könnte. Und gegen die restliche, halbwegs realistische Konkurrenz bis Platz vier, der drei Siege entfernt ist, setzte es nur Niederlagen, wenngleich alle knapp ausfielen, der direkte Vergleich also noch gewonnen werden kann. Freilich braucht sich im Grunde kein Klub mehr Gedanken über die Play-offs zu machen, der gegen ein Kellerkind wie Göttingen zu Hause nicht siegt.

    An der Abendkasse gibt es ab 17.30 Uhr noch Restkarten. Die ersten 50 maskierten Zuschauer bekommen bei diesem Faschingsheimspiel Freibier.

    tbr

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