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    Fußball: DFB-Pokal

    Kickers-Niederlage gegen Werder mit bitterem Beigeschmack

    Der Pokal-Coup gelingt den Kickers nicht. Der Drittligist unterliegt Erstligist Bremen mit 0:3.

    Der Ausflug nach Offenbach endete für die Würzburger Kickers mit einer Enttäuschung. Okay, die 0:3-Niederlage des Fußball-Drittligisten gegen Erstligist Werder Bremen war nun wirklich keine Überraschung. Und doch hatte das Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs für die Würzburger einen bitteren Beigeschmack. Ein ganz krummes Ding war es nämlich, das diese Partie aus Bremer Sicht in die rechte Bahn lenkte. Eine verunglückte Flanke von Werder-Verteidiger Milos Veljkovic senkte sich in der 50. Minute zum 1:0 ins Tor der Kickers. Der Torschütze gab sich erst gar keine Mühe, seinen Treffer irgendwie in die Nähe eines Kunstschusses zu rücken. „Ich wollte flanken“, gab er unumwunden zu. Wolfgang Hesl hatte indes schon rasch gesehen, dass der Ball den Weg ins Tor finden würde, erzählte der Kickers-Keeper nach dem Spiel. Eine Reaktion hatte er nicht gezeigt.

    Veljkovic' krummes Ding

    „Wenn man einen Erstligisten ärgern will, braucht man auch Glück“, stellte Kickers-Akteur Maximilian Ahlschwede fest: „Das hatten wir diesmal nicht.“ Mit dieser Feststellung hatte der Würzburger Rechtsverteidiger gewiss Recht. Weil Werder nach Veljkovic' krummem Ding durch Max Kruse (74.) und Maximilian Eggestein (77.) noch zwei Treffer nachlegte, brauchte man über Glück und Pech aber auch nicht allzu lang debattieren. Werder Bremen setzte sich letztlich souverän und auch verdient durch. Das ist Fakt.

    Taffertshofers Pfostentreffer

    „Jeder im Stadion hat gesehen, dass das 3:0 ein zu hohes Ergebnis war“, fand Kickers-Trainer Stephan Schmidt. Ob er damit Recht hatte? Geht es nach den klaren Torchancen, hatte Werder ein klares Plus. Es gab aber eben auch diesen einen Moment, in dem die Partie um Haaresbreite zugunsten der Kickers gekippt wäre. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war es, als sich Emanuel Taffertshofer die große Chance bot, die Würzburger in Führung zu bringen. Doch der Mittelfeldmann setzte den Ball aus kurzer Distanz an den Innenpfosten des Werder-Tores. „Eine von zwei Schlüsselszenen“, wie Kickers-Coach Schmidt feststellt. Die andere war natürlich Veljkovic‘ Führungstreffer. Letztlich fehlte es den Rothosen aber auch an Klasse, um routinierte Bremer noch einmal in Verlegenheit zu bringen.

    Kein echtes Heimspiel

    So blieb am Ende eine Pokalpartie, die anders als viele vergangene Kickers-Auftritte in diesem Wettbewerb kaum lange nachhallen wird. Allenfalls wegen der kuriosen Rahmenbedingungen durch den erzwungenen Umzug nach Hessen. Von einem Heimspiel zu sprechen, war an diesem Abend mit knapp über 8000 Zuschauern in Offenbach wirklich schwer. „Fantechnisch waren wir maximal ebenbürtig“, so Ahlschwede.

    "Wir brauchen dringend den ersten Sieg"

    Ein bisschen Hoffnung hatten die Kickers ja schon gehabt, mit einem Coup gegen Werder den bislang misslungenen Saisonstart vergessen zu machen, erzählte der Kickers-Vize-Kapitän hernach: „Werder ist erfahrungsgemäß für eine Überraschung gut. Ich habe schon gedacht, dass hier etwas geht. Und ich glaube, das wäre auch möglich gewesen.“ Nun aber haben die Kickers die Chance zur Stimmungsaufhellung verpasst und müssen sich in der Liga schleunigst Selbstvertrauen holen, weiß auch Ahlschwede: „Wir müssen nächstes Wochenende gegen Rostock gewinnen. Wir brauchen jetzt dringend den ersten Sieg.“

    Frank Kranewitter

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