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    FUßBALL: ZWEITE BUNDESLIGA

    Für die Kickers geht jetzt das Zittern richtig los

    Spätestens am Sonntagnachmittag war der 28. Spieltag dieser Zweitliga-Saison für den FC Würzburger Kickers ein recht unschöner geworden.

    Spätestens am Sonntagnachmittag war der 28. Spieltag dieser Zweitliga-Saison für den FC Würzburger Kickers ein recht unschöner geworden. Was nutzt schon ein mit Vehemenz erkämpftes 0:0-Unentschieden gegen den inzwischen wieder gestürzten Tabellenführer Hannover 96, wenn am selben Wochenende Konkurrent um Konkurrent gleich dreifach punktet?

    Die Konkurrenz feiert Siege

    Am Freitag jubelten der FC St. Pauli (2:0 in Nürnberg) und Arminia Bielefeld (3:1 in Sandhausen). Am Samstag siegte der 1. FC Kaiserslautern 2:0 gegen Fürth. Am Sonntag dann noch der einst schon abgeschlagene FC Erzgebirge Aue gegen Abstiegskontrahent 1860 München. Nun sind es für die Kickers nur noch zwei Zähler Vorsprung vor Relegationsplatz 16 und auch nur noch deren drei auf den FC St. Pauli auf dem direkten Abstiegsplatz 17. Bei den Hamburgern müssen die Kickers am Ostersonntag ran. Jetzt geht das Zittern richtig los.

    Hannovers Pyro-Aktion am Freitag war von langer Hand vorbereitet

    Wie ein Haufen Schnee ist der Abstand der Kickers zur gefährlichen Zone in diesem Frühjahr zusammengeschmolzen. Als die Kickers im Januar in die Rückrunde starteten, waren es noch 14 Punkte, die sie vom ersten Abstiegsrang trennten. Panik ist am Dallenberg deshalb aber nicht zu erkennen. Dass es den Kickers so langsam wieder gelingt, den Gegner erfolgreich schlecht zu machen, ihn seiner Stärken zu berauben, das macht dem ein oder anderen sogar neuen Mut. „Wir können damit zufrieden sein, dass wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben“, sagte auch Kickers-Verteidiger Clemens Schoppenhauer nach der Partie. In der so erfolgreichen Vorrunde war den Kickers dies immerhin achtmal gelungen. „Wir haben viel miteinander kommuniziert, was vielleicht in letzter Zeit etwas gefehlt hat. Der eine ist für den anderen in die Bresche gesprungen“, lieferte Schoppenhauer eine Erklärung für die gute Abwehrleistung, die zumindest aufhorchen lässt. Am Abwehrchef soll die mangelnde Kommunikation freilich nicht gelegen haben. „Zwei unterschiedliche Spielertypen“ seien David Pisot und Sebastian Neumann, sagte Schoppenhauer: „Aber beide machen einen super Job.

    “ Fest steht, dass die Kickers mit Pisot als zentralen Mann einer Dreierkette sowohl in Karlsruhe als auch gegen Hannover kaum eine Chance zuließen.

    Es wird interessant sein, wo Trainer Bernd Hollerbach den eigentlich als unverzichtbar geltendenden Kapitän Neumann, wenn er seine Gehirnerschütterung überwunden hat, vor dem so wichtigen Spiel in St. Pauli einbaut.

    "Auf Kosten der Offensive"

    Die Kickers scheinen also ihre defensive Stabilität aus der Vorrunde wiedergefunden zu haben. Das könnte im Kampf um den Ligaverbleib ein großes Plus sein, nutzt aber wenig, wenn das Spiel in die Spitzen weiterhin so harmlos bleibt wie gegen Hannover. „Auf Kosten der Offensive“ sei die Abwehrarbeit gegen Hannover gegangen, fand Pisot. Dass die Niedersachsen nun zum sechsten Mal in Serie ohne Gegentor blieben, sollte bei der Kritik an der Kickers-Offensive gewiss nicht verschwiegen werden. Hollerbach wies obendrein auf das Fehlen der zentralen Mittelfeldkräfte Rico Benatelli (Gelb-Rot-Sperre) und Tobias Schröck (Muskelverletzung im Oberschenkel) hin.

    Dass Nejmeddin Daghfous, in der Vorrunde zeitweise sogar der beste Tor-Vorbereiter der Liga, aber derzeit im Formtief steckt, ist nicht zu leugnen. „Wenn man ein Spiel auch mal dreckig 1:0 gewinnt, gibt es auch drei Punkte“, sagt Schoppenhauer: „Das schafft man aber eben nur, wenn hinten die Null steht.“ So groß die Sehnsucht nach dem ersten Sieg 2017 auch ist. Das Haupt-Augenmerk bei den Kickers wird, daran gibt es keinen Zweifel, weiter auf der Defensivarbeit liegen. Der Unterhaltungswert des Spiels am Freitag tendierte zwar gegen Null, aber was soll man motzen, wenn die Tabellenkonstellation alleine schon so viel Spannung verspricht.

    Kickers-TV: Die PK nach dem 0:0 gegen Hannover 96

    Das Restprogramm im Abstiegskampf

    FC Würzburger Kickers (12./32)

    FC St. Pauli (Auswärts, Sonntag, 16. April, 13.30 Uhr), 1. FC Nürnberg (Heim, Sonntag, 23. April, 13.30 Uhr), FC Erzgebirge Aue (A, Sonntag, 30. April, 13.30 Uhr), Fortuna Düsseldorf (A, Samstag, 6. Mai, 13 Uhr), SV Sandhausen (H, Sonntag, 14. Mai, 15.30 Uhr), VfB Stuttgart (A, Sonntag, 21. Mai, 15.30 Uhr).

    1. FC Kaiserslautern (13./32)

    FC Union Berlin (A), TSV 1860 München (H), Karlsruher SC (A), FC St. Pauli (H), FC Erzgebirge Aue (A), 1. FC Nürnberg (H).

    TSV 1860 München (14./32)

    SV Sandhausen (H), 1. FC Kaiserslautern (A), Eintracht Braunschweig (H), Dynamo Dresden (A), VfL Bochum (H), 1. FC Heidenheim (A).

    FC Erzgebirge Aue (15./32)

    1. FC Nürnberg (A), Hannover 96 (H), FC Würzburger Kickers (H), VfB Stuttgart (A), 1. FC Kaiserslautern (H), Fortuna Düsseldorf (A).

    Arminia Bielefeld (16./30)

    VfB Stuttgart (H), 1. FC Heidenheim (A), SpVgg Greuther Fürth (H), VfL Bochum (A), Eintracht Braunschweig (H), Dynamo Dresden (A).

    FC St. Pauli (17./29)

    FC Würzburger Kickers (H), Fortuna Düsseldorf (A), 1. FC Heidenheim (H), 1. FC Kaiserslautern (A), SpVgg Greuther Fürth (H), VfL Bochum (A).

    Karlsruher SC (18./22)

    1. FC Heidenheim (H), SV Sandhausen (A), 1. Kaiserslautern (H), SpVgg Greuther Fürth (A), Dynamo Dresden (H), Eintracht Braunschweig (A).

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