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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Auf die Abwehr kommt es an

    Spiele in Hamm gehören stets zu den Saisonhöhepunkten von Rimpars Handballern. Nicht nur, weil es oft mitreißende Spiele waren.

    Im Hinspiel gegen Hamm landeten die Rimparer im Oktober in der s.Oliver Arena nach einer Abwehrschlacht einen Kantersieg... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Hamm-Westfalen – DJK Rimpar Wölfe
    (Samstag, 19.15 Uhr, Westpress Arena)

    Auswärtsfahrten zum ASV Hamm-Westfalen (17./20:30) gehören jede Saison zu den Höhepunkten im Spielplan der DJK Rimpar Wölfe (4./34:10). Das hat drei Gründe. Zum Ersten gehört die Westpress Arena zu einer der attraktivsten Arenen in der zweiten Handball-Bundesliga. Zum Zweiten verbindet die Kernanhänger beider Klubs eine Fanfreundschaft, die stets für eine besondere Atmosphäre während der Aufeinandertreffen sorgt: Da feuern Hammer Fans trotz aller Konkurrenz auch mal das Rimparer Team an und umgekehrt. Zum Dritten liefern sich beide Mannschaften meist mitreißende Spiele – wenngleich die letzten drei jeweils deutlich endeten. In der vergangenen Spielzeit gewannen beide Duelle die Westfalen mit je sechs Toren Differenz. Im Hinspiel dieser Runde Anfang Oktober setzten sich die Unterfranken mit 27:19 durch – es war einer ihrer bisher drei höchsten Siege.

    Die Ergebnisse sagen auch einiges über den jeweiligen Saisonverlauf aus. 2015/16 hatte Hamm den wesentlich besseren Lauf als Rimpar; der ASV landete am Ende auf Rang fünf, die DJK auf 14. Heuer kämpfen die Wölfe überraschend um den Aufstieg – und die Westfalen ebenso überraschend gegen den Abstieg. Aktuell liegen sie zwei Punkte hinter dem 16. Platz, der den Klassenerhalt bedeuten würde. Ihre Formkurve zeigt jedoch nach oben. „Es wird heiß hergehen und sehr schwierig für uns werden, dort Punkte mitzunehmen“, ist DJK-Chefcoach Matthias Obinger überzeugt.

    Seit Stephan Just Mitte Februar das Traineramt des entlassenen Niels Pfannenschmidt übernommen hat, hat der ASV nur noch ein Spiel verloren – gleich das erste unter Justs Verantwortung. Aus den vergangenen vier Partien jedoch hat der Novize sechs Punkte geholt. Die Verpflichtung des 37-Jährigen hatte in der Fachpresse für Schlagzeilen gesorgt. „Apollo“, wie Just in Handballerkreisen genannt wird, gehört zu den Urgesteinen in der Bundesliga. Dort stand der ehemalige Profi unter anderem bei GWD Minden, TuS N-Lübbecke und der TSG Ludwigshafen Friesenheim unter Vertrag. Er galt als torgefährlicher Allrounder, erzielte 1714 Treffer in 417 Partien.

    Zudem bestritt er 14 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Sein letzter Verein als Aktiver war in der Saison 2015/16 der ASV Hamm-Westfalen. Dort betreute er damals bereits die A-Jugend. Aktuell absolvierte der gebürtige Eisenacher als Trainer die A-Lizenz-Ausbildung. Sein Vertrag gilt vorerst bis 30. Juni dieses Jahres.

    Just steht ein qualitativ hochwertiger Kader zur Verfügung, „der in der Tabelle eigentlich deutlich weiter oben stehen müsste“, meint sein DJK-Kollege. Obinger erwartet, dass die Gastgeber am Ende mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. „Hamm hat zu alter Stärke zurückgefunden.“ Diese Stärke ist vor allem das Tempogegenstoßspiel – für Obinger das beste der Liga neben dem Bietigheims. „Uns erwartet dort eine Fleißaufgabe“, sagt Obinger: „Wir müssen diese einfachen Tore durch einen disziplinierten Rückzug auf allen Positionen unterbinden oder am besten schon durch geduldige Abschlüsse im Positionsangriff vermeiden.“ Am liebsten freilich wäre es Obinger, wenn es seinem Team, das inzwischen wieder die drittbeste Defensive der Liga stellt, gelingen würde, an die aggressive Abwehrleistung des letzten Auswärtssieges beim ebenfalls abstiegsbedrohten TV Neuhausen anzuknüpfen und die Konterquote zu gewinnen.

    „Wenn uns das gelingt, haben wir gute Chancen. Wenn wir Hamm aber in einen Lauf kommen lassen, sieht es schlecht für uns aus.“

    Obinger fehlten unter der Woche im Training teils die angeschlagenen Stefan Schmitt (Knöchel) und Patrick Schmidt (Hand). Er geht aber davon aus, dass die medizinische Abteilung beide fit bekommt. Fraglich ist der Einsatz von Kreisläufer Julian Bötsch, der am Samstag arbeiten muss.

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