• aktualisiert:

    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Die Würzburger Baskets versöhnen ihre Fans

    Versöhnlicher Abschluss für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg. Gegen den Tabellen-Fünften Fraport Skyliners Frankfurt siegte das Team mit 81:64 (35:30).

    Geballte Faust in Richtung der Würzburger Fans: Nicht nur Baskets-Kapitän Kresimir Loncar war angesichts des klaren Sieg... Foto: Heiko Becker

    Versöhnlicher Abschluss für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg und seine zuletzt leidgeprüften Anhänger. Drei Tage nach der 77:85-Pleite bei Aufsteiger Erfurt gewannen die Baskets im letzten Spiel des Jahres vor 3140 Zuschauern in der ausverkauften s.Oliver Arena gegen den Tabellen-Fünften Fraport Skyliners Frankfurt auch in dieser Höhe verdient mit 81:64 (35:30).

    „Das war die richtige Reaktion auf unseren schwachen Auftritt in Erfurt. Alle haben ihren Beitrag geleistet, es war eine echte Teamleistung“, freute sich Nationalmannschafts-Kapitän Robin Benzing auf der viel umjubelten Ehrenrunde. „Wir wollten Wiedergutmachung betreiben und den unbedingten Willen zeigen, diese Partie zu gewinnen“, sagte Kapitän Kresimir Loncar erleichtert beim Autogrammschreiben.

    Offensiv gelang anfangs nur wenig

    In einer – bedingt durch ein reichlich überfordertes Schiedsrichter-Trio – phasenweise hoch emotionalen und hitzigen Partie, in der Baskets-Cheftrainer Dirk Bauermann nach seinem zweiten technischen Foul fünf Minuten vor Schluss sogar vorzeitig die Halle verlassen musste, gingen die Gastgeber in der Tat von Beginn an deutlich entschlossener und engagierter zu Werke als beim Spiel in der thüringischen Landeshauptstadt knapp 72 Stunden zuvor. Doch bei allem Bemühen war anfangs auch eine gehörige Spur Verunsicherung und Nervosität spürbar. So dauerte es geschlagene 5:11 Minuten, bis Vytenis Lipkevicius die ersten drei Baskets-Punkte beim Stand von 0:5 erzielte. „Wenn ich sagen würde, dass wir heute keinen Druck hatten, würde ich lügen“, gestand Maurice Stuckey, der zu Beginn zwei völlig offene Dreier verfehlte – im weiteren Spielverlauf dann aber noch gewaltig aufdrehen sollte. Dazu später mehr.

    Gerade offensiv wollte auf Seiten der Würzburger wenig gelingen, einzig der von Bank kommende Loncar mit schnellen sieben Zählern fand seinen Rhythmus. Doch selbst eine zwischenzeitliche 13:5-Führung (9.) verlieh den Baskets nur wenig Sicherheit, immerhin war auf die Defensive Verlass. Immer wieder stand die Heim-Fünf geschickt in den Passwegen der Frankfurter, die größte Mühen hatten, zu einem vernünftigen Abschluss zu kommen. So entwickelte sich bis Ende der ersten Halbzeit eine Partie mit bescheidener Punkteausbeute, erst Stuckey mit sechs Zählern in Serie zum Pausenstand von 35:30 verschaffte den Gastgebern wieder etwas Luft. Dass Liga-Topscorer Benzing bis zu diesem Zeitpunkt noch ohne Zähler war, fiel daher nicht weiter ins Gewicht.

    Distanzwürfe als entscheidender Faktor

    Doch zu Beginn der zweiten zwanzig Minuten drehte der 28-Jährige zusammen mit Publikumsliebling Stuckey, der am Ende mit 19 Punkten bester Werfer der Partie werden sollte, auf. Beide trafen je zweimal von jenseits der 6,75-Meter-Linie und schraubten den Vorsprung beim Stand von 48:38 (25.) erstmals in den zweistelligen Bereich.

    Überhaupt waren die Distanzwürfe an diesem Abend der vermutlich spielentscheidende Faktor. Am Ende trafen die Gastgeber herausragende 15 ihrer 24 Dreier-Versuche, alleine in der zweiten Halbzeit zehn von 14. Die Hessen hingegen mühten sich weiterhin gegen die ungemein aggressive Verteidigung, um zu Punkten zu kommen. Und so bauten die Hausherren ihren Vorsprung sukzessive weiter aus, bis auf 70:51 (34.) zogen die nun befreit aufspielenden Hausherren nach einem Benzing-Korbleger davon und feierten letztlich ihren bislang höchsten Saisonsieg.

    "Ein enorm wichtiger Sieg"

    „Würzburg hat verdient gewonnen. Wir haben 18 Minuten stark dagegengehalten, dann ist Stuckey heißgelaufen und hat auch schwierige Würfe getroffen. Wir hatten dagegen große Probleme, unsere Offensive zum Laufen zu bringen“, analysierte Frankfurt-Trainer Gordon Herbert, der an alter Wirkungsstätte wie all die Jahre zuvor herzlich und mit viel Applaus von den Rängen begrüßt worden war.

    „Für uns war das ein enorm wichtiger Sieg. Alles, was uns in Erfurt gefehlt hat, haben wir dieses Mal konsequent über 40 Minuten aufs Parkett gebracht und eine offensiv talentierte Mannschaft wie Frankfurt auf 64 Punkte gehalten. Das ist auch ein Beweis für die Qualität dieser Mannschaft“, resümierte Bauermann, der wegen seines Spielausschlusses vermutlich keine Sanktionen seitens der Liga zu fürchten hat.

    Weiter geht es für s.Oliver Würzburg im neuen Jahr im letzten Hinrundenspiel am Samstag, 6. Januar (20.30 Uhr, Live-Ticker auf www.mainpost.de) beim Tabellennachbarn Gießen 46ers.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!