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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Kickers-Kapitän Neumann: „Anfangs waren wir kein Team“

    Der Spielführer der Rothosen äußert ich ausführlich zum schweren Jahr 2017, zu den Perspektiven der Kickers und zu seiner Vertragssituation.

    Sebastian Neumann mit vollem Körpereinsatz Foto: Frank kranewitter

    Sebastian Neumann wirkt entspannt in diesen Tagen in La Manga. Vielleicht liegt das auch daran, dass der 26-Jährige im Februar zum zweiten Mal Vater wird. In jedem Fall strahlt der Kapitän des FC Würzburger Kickers, der längst zu einem der Gesichter des Fußball-Drittligisten geworden ist, Zuversicht und Ruhe aus.

    Auch die unklare Vertragssituation – sein Kontrakt am Dallenberg läuft im Sommer aus – ändert daran nichts. „Ich will alle Heimspiele gewinnen“, sagt er über seine Ziele für die Restsaison: „Unsere Fans haben so viel mitmachen müssen.“

    Beim Gespräch an der Teamunterkunft mit Blick in Richtung Mittelmeer äußerte sich Neumann ausführlich zum schweren Jahr 2017 und zu den Aussichten nach dem Jahreswechsel. Die wichtigsten Aussagen des Kickers-Spielführers:

    Über den Zweitliga-Abstieg:

    „Es war ein ereignisreiches und schwieriges Jahr 2017. Dabei ging es doch gar nicht schlecht los. Gegen Braunschweig haben wir 1:0 geführt, dann fiel in der Nachspielzeit der Ausgleich. In dem Stil ging es weiter, wir haben ordentlich gespielt, aber nicht gewonnen. Und irgendwann kam dann der Kopf ins Spiel. Da hat man begonnen nachzudenken und wir sind immer mehr verkrampft. Wir konnten nicht mehr frei aufspielen und der Abstieg war nicht mehr zu verhindern.“

    Über den Umbruch im Sommer:

    „Mir war klar, dass es so kommen würde. Viele Spieler haben sich in den Fokus gespielt. Und wenn man sieht, bei welchen Klubs die Jungs untergekommen sind, ist das ja auch nicht schlecht.“

    Über den Fehlstart in die Saison:

    „Wir waren kein Team. Viele haben nicht das getan, was in dieser Situation gefordert war. In der Dritten Liga geht es nicht um fußballerische Qualität, sondern um Leidenschaft und Willen und beides haben wir vermissen lassen. Ich kannte zwar den Verein, aber viele Mitspieler waren neu. Das war für mich als Kapitän sehr schwierig. Ich wusste nicht, wie die anderen ticken. Das Kennenlernen – vor allem auf dem Platz – hat nicht geklappt. Das hat viel zu lange gedauert. Aber jetzt sind wir ein Team.“

    Über den Aufschwung nach dem Trainerwechsel:

    „Vielleicht brauchten wir einfach die Zeit, um uns zu finden. Fest steht: Michael Schiele arbeitet unheimlich akribisch. Ich war hier im Trainingslager mal bei ihm im Zimmer, da liegt alles voll mit Zetteln. Er arbeitet an der Perfektion. Er redet viel mit uns und gibt jedem einzelnen Spieler seine Chance. Ich finde, er passt als Trainer sehr gut zu uns.“

    Über das Trainingslager:

    „Die Bedingungen hier sind top. Die Mannschaft zieht an einem Strang. Ich bin sehr zufrieden.“

    Über die Ziele für die Restsaison:

    „Wir sollten jetzt mit den Füßen auf dem Boden bleiben und nicht zu träumen beginnen. Vor zehn Wochen war unsere Situation noch eine ganz andere, da standen wir in der Tabelle ganz unten. Jetzt sind wir Zehnter. Das entspricht auch noch nicht unseren Erwartungen. Ich trete als Kapitän auf die Euphoriebremse. Aber ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir die gleichen Tugenden wie in den letzten sechs Spielen zeigen und einen guten Start erwischen, unsere Siegesserie fortsetzen können. Wir können in dieser Liga jeden Gegner schlagen.“

    Über den Start nach der Winterpause:

    „Das wird alles andere als einfach – auch wenn Bremen II und Münster in der Tabelle nicht ganz vorne stehen. Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und genauso konsequent verteidigen wie in den vergangenen Spielen. Vorne sind wir dank der großen individuellen Qualität in unserem Team immer für ein Tor gut.“

    Frank Kranewitter

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