• aktualisiert:

    FUSSBALL: DRITTE LIGA

    Der Kickers-Torjäger mag es bescheiden

    Nach Anlaufschwierigkeiten kommt Orhan Ademi bei den Kickers immer besser zurecht. Was er sich selbst für die Rückrunde vorgenommen hat.

    Mit sechs Treffern der bisher erfolgreichste Kickers-Torjäger in dieser Saison: Orhan Ademi im Trainingslager in La Mang... Foto: Frank Kranewitter

    Stürmer, die Tore schießen, sind meist die Umjubelten einer Mannschaft. Gemessen daran bleibt Orhan Ademi bei Fußball-Drittligist Würzburger Kickers eher im Hintergrund. Was wohl auch am Schweizer mit mazedonischen Wurzeln selbst liegt. Ademi ist keiner, der sich in den Mittelpunkt drängt. Öffentliche Termine sind für ihn eher Pflichtprogramm, große Gesten nicht sein Ding. Ademi mag es bescheiden. Auch wenn er mittlerweile der – geht es nach den Toren – erfolgreichste Kickers-Akteur in dieser Saison ist. Sechs Treffer hat Ademi erzielt, nachdem ihm in den letzten beiden Vorrundenpartien in Großaspach und gegen Erfurt jeweils ein Doppelpack gelang. Der Knoten ist geplatzt. Das hofft auch der 26-Jährige, der im Sommer während der laufenden Saison als Nachverpflichtung nach Würzburg kam.

    Ein Tor gegen Schalke

    „Als Stürmer bist du sofort gefordert. Jeder erwartet, dass du gleich einschlägst, wenn du zu einem neuen Klub kommst“, sagt er nun im Trainingslager der Kickers im spanischen La Manga. Auf Anhieb hat es tatsächlich nicht gefunkt zwischen den Kickers und Ademi. Obgleich er betont: „Ich habe mich in Würzburg sofort wohl gefühlt.

    • Video: Ademimag es vorne gern zu zweit

    “ Auf dem Platz aber lief es überhaupt nicht rund. Der Angreifer tat sich schwer mit dem Toreschießen, die Kritiken für Ademis Leistungen waren mäßig bis schlecht. „Ich habe gebraucht, um mich zurechtzufinden. Vielleicht auch etwas zu lange“, gibt Ademi ohne Umschweife zu. Letztlich sei er, als er nach Würzburg kam, auch nicht richtig fit gewesen: „Ich war ohne Verein und hatte nur alleine trainiert.“

    Dabei hätte Ademi nach einem Jahr beim österreichischen Erstligisten SV Ried auch seinen Vertrag verlängern können, doch er lehnte das Angebot ab. Er wollte zurück nach Deutschland, in das Land, in dem er mit dem Erstliga-Aufstieg mit Eintracht Braunschweig seinen größten sportlichen Erfolg gefeiert hatte. „Das war damals eine riesige Sache für mich als jungen Spieler“, erinnert sich Ademi, der bislang eine durchaus ungewöhnliche Karriere hingelegt hat. Denn der einstige Schweizer U-21-Nationalspieler war im Erwachsenenbereich nie für einen Schweizer Klub tätig. Schon mit 14 Jahren wechselte er aus seiner Geburtsstadt St. Gallen auf die andere Rheinseite nach Österreich zum SV Altach, schaffte dort den Sprung ins Profigeschäft und schließlich zu Eintracht Braunschweig.

    Bei 25 Erstliga-Partien kam Ademi in der Saison 2013/14 für die Niedersachsen zum Einsatz, beim 2:3 gegen Schalke gelang ihm sein einziger Treffer. „Mit Braunschweig werde ich immer etwas verbinden. Schließlich ist dort auch meine Tochter geboren.“

    Harmonie mit Königs

    Frau und Kind hätten bei der Entscheidung, nach Deutschland zurückzukehren eine entscheidende Rolle gespielt, berichtet Ademi. Das Angebot der Kickers sei da genau zur rechten Zeit gekommen. Mit den Rothosen soll es nun, da er seine Treffsicherheit schon unter Beweis gestellt hat, erfolgreich weitergehen. „Den Schwung mitnehmen“ will er nach der Siegesserie zum Jahresende im neuen Jahr: „Und dann schauen wir einmal, wo wir landen.“

    Gerade in der zuletzt von Trainer Michael Schiele aufgebotenen Doppelspitze mit Marco Königs fühle er sich sehr wohl: „Wir verstehen uns auch abseits des Platzes sehr gut. Und auf dem Feld ergänzen wir uns, obwohl wir auf den ersten Blick uns sehr ähnlich sind, sehr gut.

    “ Nach seinen sechs Toren („Ich habe mir keine persönliche Zielmarke gesteckt“) kündigt Ademi – ganz wie es seine Art ist – an: „Vielleicht kann ich Marco jetzt mal ein paar Tore auflegen.“

    Testspieler muss Trainingslager vorzeitig verlassen

    Mächtig etwas los ist nach wie vor auf den Trainingsplätzen im La Manga Club, wo dieser Tage Spielerberater rund um die Felder regelrecht Spalier stehen, Kontakte pflegen und Schützlinge anpreisen. Am Mittwoch schaute sich auch ein Weltmeister die Trainingseinheiten der Vereine an: Miroslav Klose weilt im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Spanien. Das Mitglied des DFB-Trainerstabs ist freilich in erster Linie wegen der U-16 und U-17-Nationalteams in La Manga, die an der Costa Calida in Trainingslager absolvieren.

    Abreisen musste aus dem Kickers-Camp in Spanien Testspieler Cedric Veser, der sich eine Erkältung eingefangen hatte. Ob die Würzburger den 19-jährigen Keeper von Regionaligist Stuttgarter Kickers verpflichten wollen, darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Text: FRAK

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!