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    Fußball: Dritte Liga

    Kickers: Testspiele, Ziele und Verträge

    Bei den Würzburger Kickers herrscht gute Stimmung, doch im Trainingslager könnte auch Unruhe aufkommen - fünf Verträge laufen im Sommer aus.

    Training unter Spaniens Sonne: Wie hier im Januar 2016 werden die Würzburger Kickers auch in diesem Winter wieder im spa... Foto: Imago/faF

    Sechs Siege in Serie haben die Stimmung beim FC Würzburger Kickers gedreht. Wo vor wenigen Wochen noch Frust war, herrscht heute schon wieder Begeisterung. Angesichts von nur noch acht Punkten Rückstand auf Relegationsplatz drei blühen bei manchem Anhänger sogar schon wieder Aufstiegsträume. Wo steht der Fußball-Drittligist am Ende eines turbulenten Jahres 2017? Wie geht es weiter. Antworten auf drängende Fragen:

    Wie läuft die Vorbereitung in der Winterpause?

    Der Weihnachtsurlaub endet für die Kickers-Akteure am 4. Januar. Dann geht es mit dem Flieger nach Alicante in Spanien. Von dort aus sind es 120 Kilometer in Richtung Süden nach La Manga. In der Region Murcia an der Costa Cálida will Trainer Michael Schiele sein Team bis zum 14. Januar fit machen für die restlichen 18 Saisonspiele. In La Manga hatten sich die Kickers auch im Januar 2016 auf die Drittliga-Rückrunde vorbereitet. Damals folgte der Aufstieg in die zweite Liga. In der gleichen Feriensiedlung wird übrigens zur gleichen Zeit Erstligist VfB Stuttgart sein Trainingslager absolvieren. Auch die Zweitligisten Holstein Kiel und SV Sandhausen beziehen dort in diesem Winter ihr Quartier. Zwei Testspiele in Spanien stehen bereits fest.

    Gegner sind der niederländische Erstligist FC Utrecht (7. Januar) und Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 (12. Januar). In heimischen Gefilden wird es indes keinen Testspielauftritt geben, ehe die Saison mit einem Auswärtsspiel bei Werder Bremen II am 21. Januar fortgesetzt wird. Die Rothosen sind eines von sieben Drittliga-Teams, die sich unter der spanischen Sonne vorbereiten. Zwei weitere zieht es in die Türkei.

    Was ist für die Kickers in der Rückrunde noch drin?

    Sagen wir einmal so: Wenn die Kickers auch die nächsten sechs Spiele allesamt gewinnen sollten, wäre tatsächlich auch der Aufstieg möglich. Allerdings muss das Schiele-Team vier dieser sechs Partien auswärts bestreiten und trifft auf drei Teams aus den Top-Vier der Liga (Magdeburg, Rostock, Paderborn). Vieles hängt also vom Start ins neue Jahr ab. Rang vier, der einen Startplatz im DFB-Pokal-Wettbewerb garantiert, ist ja nur sechs Punkte entfernt. Ein Saisonziel haben die Kickers nicht formuliert und auch eine Punktvorgabe gibt es, laut Vorstandsvorsitzendem Daniel Sauer, nicht. Für ihn geht es darum „eine stabile Mannschaft herzustellen, die in der kommenden Saison eine gute Rolle spielen kann.

    “ Anders als in erster und zweiter Bundesliga spielt die Endplatzierung bei der Verteilung der TV-Gelder in der Dritten Liga keine Rolle. Ob man am Ende also Fünfter oder Elfter wird, es gibt eine Million Euro. Letztlich sieht man sich bei den Kickers unabhängig vom aktuellen Tabellenstand auf dem richtigen Weg: „Das Profiteam als Lokomotive hat zwischenzeitlich etwas gestottert“, sagt Vorstandschef Sauer im Rückblick auf das vergangenen Jahr: „Dabei war es wichtig, dass wir uns nicht haben vom Weg ablenken lassen.“ Er nennt die Fusion mit dem Post SV Sieboldshöhe und die Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungszentrums als zentrale Punkte des vergangenen Jahres.

    Sorgen Vertragsverhandlungen für Unruhe?

    Ein bisschen Unruhe könnte durchaus aufkommen. Die Verträge von fünf Akteuren enden im kommenden Sommer. Und nicht von irgendwelchen Spielern: Kapitän Sebastian Neumann, der zuletzt besonders auffällige Felix Müller, Abräumer Emanuel Taffertshofer, Angreifer Marco Königs und Abwehrspieler Franko Uzelac sind nur noch bis Saisonende gebunden. Konkurrenzlos sind die Kickers bei den Verhandlungen ganz gewiss nicht.

    Speziell Müller hat offenbar bereits das Interesse einiger Zweitligisten auf sich gezogen. Geht es nach den Leistungen der letzten Wochen, ist der 24-Jährige bereit für den nächsten Karriereschritt. Müllers Berater ist Emal Wadrak, der auch den einstigen Kickers–Angreifer Elia Soriano vertritt. Für die Kickers wäre es wichtig, die Akteure, die zuletzt die zentrale Achse bildeten, zu halten. Schon alleine um zu beweisen, dass es ihnen ernst ist mit dem Ziel, in der kommenden Saison oben in der Liga angreifen zu wollen.

    Wird es bereits im Winter personelle Veränderungen geben?

    Noch vor wenigen Wochen galt es als ausgemacht, dass die Kickers in der Winter-Transferperiode im Januar ihren Kader ergänzen werden. Nach den Erfolgen der letzten Wochen ist der Druck längst nicht mehr so groß. Die Mannschaft sei gut zusammengestellt, stellt Vorstandschef Daniel Sauer im Brustton der Überzeugung fest.

    Tatsächlich bietet der Kickers-Kader auf allen Positionen Alternativen, zumal mit Florian Kohls nach einem Kreuzbandriss und Franko Uzelac nach seiner Muskelverletzung zwei Akteure wohl schon in der Wintervorbereitung wieder ins Training einsteigen. Und was ist mit den Spielern, deren Vertrag ausläuft? Werden die Kickers womöglich einen Akteur abgeben, um eine Ablöse zu kassieren? Konkrete Anfragen gibt es derzeit nicht. Doch das kann sich rasch ändern. Erst am 1. Januar beginnt schließlich offiziell die Winter-Wechselperiode.

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