• aktualisiert:

    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Die Aussichten der Baskets

    Nach dem hart erkämpften 86:80 bei den Gießen 46ers zum Vorrundenabschluss spricht Baskets-Trainer Dirk Bauerrmann von einer guten Ausgangsposition für die Rückrunde.

    Verbissen umkämpfte Begegnung: Baskets-Spielmacher Clifford Hammonds setzt sich gegen die Gießener John Bryant (links) u... Foto: Thomas Jäger/HMB

    Die Glückwünsche an den Sieger und oft auch die Komplimente des Gewinners an den Verlierer sind höflicher, manchmal bestimmt auch ein bisschen scheinfrommer und nicht ganz bierernst gemeinter Brauch in der Basketball-Bundesliga. Am späten Samstagabend im Bauch der alten, so gar nicht ehrwürdigen und enorm zugigen Sporthalle-Ost in Gießen freilich eröffneten Ingo Freyer und Dirk Bauermann beinahe einen Wettkampf im gegenseitigen verbalen Applaudieren.

    Bauermann lobpreiste die Gießener als „sehr gute Truppe“, und ihrem Trainer Freyer zollte er hohen Respekt für das, was die Mittelhessen unter ihren Voraussetzungen (was wohl vor allem auch mit ihrem Etat heißen soll) zuwege gebracht haben in dieser Hinrunde: „Was Ingo und Gießen in dieser Saison bisher leisten, übertrifft alle Erwartungen.“ Acht Siege, immerhin, stehen bei den Hessen zu Buche. Und seit Samstagabend neun Niederlagen. Freyer rühmte dann Kresimir Loncar und Robin Benzing, die vor allem gegen Ende der Partie „sehr, sehr clever und richtig gut gespielt haben“ und die er als Hauptgründe ausgemacht hatte, „warum wir verloren“ und s.

    Oliver Würzburg „völlig zu Recht gewonnen hat“ bei seinen Gießen 46ers. „Würzburg hat am Ende sehr schlau gespielt“, sprach Freyer: „Wir brauchen noch ein paar Jährchen, um Spieler zu bekommen, die das Spiel so gut lesen können.“

    Keine schlechten Aussichten

    Mit dem 86:80 (37:37)-Erfolg beendeten die Baskets auch ihre sechs Partien andauernde Negativserie in fremden Hallen und beschlossen die Vorrunde mit dem neunten Saisonsieg auf Tabellenrang zehn. Es war keine sehr hochklassige, teilweise auch eine richtig zerfahrene Partie, deren Unterhaltungswert sich aber vor allem aus der Spannung über 39 Minuten und 15 Sekunden und ständig wechselnden kleinen Läufen speiste. 13 Mal wechselte die Führung in den ersten drei Vierteln, im Schlussabschnitt dann gar nicht mehr. Freilich, ein Augenschmaus für die Liebhaber des kultivierteren Balltanzes war es nicht – im Gegenteil: Großer Kampf und bisweilen auch einiges an Krampf brachen sich immer wieder Bahn. Sei's drum: Unterm Strich stand der Sieg, weshalb Bauermann nach diesem sehr harten Stück Arbeit meinte: „Wir sind sehr glücklich und zufrieden damit, dieses schwere Spiel gewonnen zu haben.

    “ Das sei gegen diesen Gegner „nicht normal, da darf man sich freuen“.

    Loncars entspanntes Schmunzeln

    Das taten seine Mannen auch. Der Effektivste, Kapitän Loncar, und mit 20 Punkten zusammen mit Benzing auch Treffsicherste, meinte: „Ich weiß nicht, warum, aber bei mir läuft es in Gießen immer. Ich habe ein gutes Gefühl in dieser Halle. Es ist immer sehr schwierig, gegen John Bryant zu verteidigen, deshalb habe ich einfach mehr Punkte gemacht als er.“ Auch an Loncars entspanntem Schmunzeln konnte man erkennen, wie wichtig es den Würzburgern war, endlich auch auswärts mal wieder gewonnen zu haben, wo sie in den letzten sechs Partien gegen Ende häufiger den Faden verloren hatten, diesmal aber kühlen Kopf bewahrten. „Und das auch noch bei einem direkten Konkurrenten“, sagte Loncar – und meinte bestimmt den Konkurrenzkampf um die Play-off-Plätze – „und gegen eine starke Mannschaft, darüber bin ich sehr froh“. Und sicherlich auch darüber, dass die jüngste Achterbahnfahrt zumindest vorerst beendet ist, nach zuletzt sich in schöner Regelmäßigkeit abwechselnden Niederlagen und Siegen. „Für mich mit meinen bald 35 ist es gut, jetzt mal ein paar Tage Pause zu haben“, sagte Loncar noch.

    Was nach dem Allstarday folgt

    Nächsten Samstag ist Allstarday in Göttingen, bei dem auch Bauermann und sein Trainerstab als Coaches des deutschen Teams sowie seine Spieler Benzing und Maurice Stuckey im Einsatz sein werden. Am Samstag darauf, 20. Januar, starten die Baskets beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels in die Rückrunde. Bauermann ist überzeugt davon, dass die Würzburger einiges richtig gemacht haben in dieser Vorrunde und spricht von einer „guten Ausgangsposition“. Und schaut man mal auf den Spielplan bis zur nächsten Länderspielpause Ende Februar, dann kann man geneigt sein, ihm zuzustimmen: Nach dem Gastspiel beim MBC kommt zwar der souveräne Ligadominator FC Bayern (der überdies etwas gutzumachen hat, weil die Baskets den Münchnern die bislang einzige Saisonniederlage beibrachten), aber die darauffolgenden Partien gegen drei Kellerkinder sollte eine Mannschaft, die in die Play-offs einziehen will, tunlichst nicht vergeigen: Erst geht's nach Bremerhaven, dann empfangen die Baskets Göttingen und die inzwischen in Rockets umbenannten Erfurter.

    Keine allzu schlechten Aussichten also, um zurückzukehren unter die besten Acht.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!