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    BASKETBALL: BUNDESLIGA, MÄNNER

    Baskets kassieren die nächste Niederlage

    Das Team von Dirk Bauermann rutscht erstmals in dieser Saison aus den Play-off-Plätzen

    Zum Heulen: Würzburg Robin Benzing (Mitte), eigentlich einer der besten Spieler auf dem Feld, hatte in der Schlussphase ... Foto: Heiko Becker

    Es passte dann doch zu arg ins Bild, um nun darauf verzichten zu können. 5,6 Sekunden waren noch zu spielen, als Robin Benzing gefoult wurde und drei Freiwürfe zugesprochen bekam. 73:76 lag Basketball-Bundesligist s. Oliver Würzburg zu diesem Zeitpunkt zurück, und im Bonner Telekom Dome machte sich ohrenbetäubender Lärm breit. Ausgerechnet Benzing, bis zu diesem Spiel Mister 98,2 Prozent von der Freiwurflinie, 53 seiner 54 Versuche hatte er getroffen in den ersten acht Saisonspielen, und auch am Sonntagabend hatte er bis dahin sieben seiner acht Freiwürfe verwandelt.

    Dann aber zitterte dem Kapitän der Nationalmannschaft doch mal wieder das Händchen. Sein neunter Freiwurf dieser Partie landete am Ring, und auch wenn er die zwei folgenden noch treffen sollte, war in diesem Moment die vierte Niederlage der Baskets in Folge praktisch besiegelt. Benzings letzter verzweifelter Wurf klatschte dann – untermalt von der Schlusssirene – gleichfalls gegen den Ring, weshalb die Baskets die nächste Niederlage kassierten: 75:78 (32:31). Damit rutschen die Würzburger auf Rang neun und damit erstmals in dieser Saison aus den Play-off-Plätzen.

     

    „Heute hätten beide Mannschaften es verdient gehabt zu gewinnen“, meinte Baskets-Trainer Dirk Bauermann, der auch betonte, „dass wir es in der Hand hatten“. Aber zugegriffen haben die Würzburger dann doch wieder nicht.

    Es ging erst einmal gar nicht gut los für die Gäste. Nicht einmal drei Minuten waren vergangen, als Bauermann sich genötigt sah, die erste Auszeit zu nehmen. 9:0 führten die Hausherren da bereits, und der erst vor wenigen Tagen verpflichtete Vaughn Duggins durfte nach dieser kleinen Pause dann seine Premiere im Leibchen der unterfränkischen Baskets feiern. Nach knapp sieben Minuten warf er von der Freiwurflinie auch seine ersten Punkte für die Würzburger, die sich nach den Anfangsschwierigkeiten wieder heranschlichen und lediglich mit vier Punkten Rückstand (18:22) das erste Viertel beendeten. Duggins merkte man im weiteren Verlauf dann allerdings schon an, dass er erst noch seinen Rhythmus und die Bindung zu den Kollegen finden muss, symbolisch für seine eher mittelprächtige Darbietung waren vor allem im Schlussabschnitt zahlreiche leichte Ballverluste.

    „Wir sind ganz schlecht gestartet, haben uns dann aber gut herangekämpft“, meinte Leon Kratzer, der – wie sein ganzes Team – einige Höhen, aber eben auch nicht zu wenige Tiefen im Spiel hatte. Im zweiten Viertel ließen es beide Mannschaften dann erst einmal etwas gemächlicher angehen und besannen sich auch darauf, unter dem eigenen Korb etwas entschlossener hinzulangen. Als Robin Benzing dann nach viereinhalb Minuten des zweiten Viertels den dritten Dreier der Würzburger traf, war die Partie wieder völlig offen (25:26). Baskets-Spielmacher Clifford Hammonds sorgte kurz später mit seinem zweiten Dreier dafür, dass die in der ersten Halbzeit absolut ausgeglichene Partie auch auf der Anzeigetafel adäquat widergespiegelt wurde: 28:28. Erneut Benzing sorgte gut drei Minuten vor der Pause von der Freiwurflinie aus dafür, dass die Gäste erstmals in Führung gingen (30:28), ehe der Kapitän der Nationalmannschaft dann noch einen Korbleger nachlegte.

    Die dank abgeklärtem und ruhigem Spiel verdient herausgearbeitete Führung sollte in der zweiten Hälfte allerdings nicht lange Bestand haben. Angefeuert von der großen Mehrheit der 5320 Zuschauer legten die Hausherren einen Zahn zu und übernahmen das Kommando auf dem Parkett. Über lange Zeit führten die Bonner in der zweiten Hälfte. Die Baskets ließen sich zwar nicht abhängen, aber ihrerseits in Führung gingen sie das letzte Mal drei Minuten vor Schluss, als Abdul Gaddy einen von zwei Freiwürfen versenkte.

    „Bonn war heute der zwar etwas glücklichere, aber auch verdiente Sieger“, meinte Bauermann, der glaubt, „von der Leistung her vieles mitnehmen zu können“, um dann mit einem Sieg am nächsten Samstag gegen den Mitteldeutschen BC und „einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen zu können“.

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