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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA, MÄNNER

    Das Rennen um die Aufstiegsplätze

    Rimpar empfängt zu Hause den Titelfavoriten TuS N-Lübbecke. Vor der Begegnung werfen wir einen Blick auf die stärksten Konkurrenten im Kampf um die Tabellenspitze.

    Rimpars Spielmacher Benjamin Herth und sein Team wollen sich bei TuS N-Lübbecke für die deutliche Niederlage im Hinspiel... Foto: Frank Scheuring, Foto2press

    DJK Rimpar Wölfe – TuS N-Lübbecke
    (Freitag, 7. April 2017, 20 Uhr, s. Oliver Arena)

    Alles spricht dafür, dass der zweiten Handball-Bundesliga das spannendste Saisonfinale bevorsteht, seitdem sie 2011 eingleisig geworden ist. Während die halbe Liga im Abstiegskampf steckt, haben noch fünf Klubs realistische Chancen auf den Aufstieg. Dazu zählen auch die Rimparer Wölfe (4. Platz/38:18 Punkte/28 Spiele), die zuletzt zweimal in Folge gewonnen haben. Ein gutes Viertel einer langen Saison muss noch ausgespielt werden. Vor den letzten zehn Partien stellen wir Ihnen die Aufstiegskonkurrenten der Rimparer vor, von denen der Titelfavorit bereits an diesem Freitag in Würzburg gastieren wird.

    TuS N-Lübbecke (1./47:9/28)

    Die seit Sommer von Aaron Ziercke trainierten Ostwestfalen sind drauf und dran, den direkten Wiederaufstieg zu meistern. Fünf Siege aus zehn Spielen brauchen sie noch, dann wäre ihnen ein Platz unter den ersten Drei nicht mehr zu nehmen. Daran, dass Lübbecke die Bundesliga-Rückkehr tatsächlich gelingt, zweifelt eigentlich niemand mehr. Der souveräne Spitzenreiter hat die letzten sechs Partien gewonnen. Allerdings müssen die körperlich sehr robusten Nettelstedter noch gegen alle vier Verfolger antreten, bei dreien davon auswärts.

    Den Auftakt macht am heutigen Freitag das Auswärtsspiel bei den Rimparer Wölfen. Im Hinspiel hatten die Unterfranken beim 19:27 keine Chance (Lesen Sie hierzu: Lübbecke erteilt Rimpar eine Lehrstunde). Besonders enttäuscht war seinerzeit der Ex-Lübbecker Benjamin Herth. Nun sinnen der Wölfe-Spielmacher und sein Team auf Revanche. „Der Trainerkollege Matthias Obinger wird sich sicher wieder einige Dinge einfallen lassen, um uns mit komplexen Spielsystemen zu überraschen. Das wird für meine Mannschaft erneut eine Herausforderung“, hat Ziercke durchaus Respekt vor dem Gegner. DJK-Chefcoach Obinger, dem voraussichtlich der komplette Kader zur Verfügung stehen wird, sieht die Lage realistisch: „Wenn man Lübbecke überhaupt schlagen kann, dann zu Hause. Sollte bei uns alles klappen und Lübbecke womöglich einen schlechten Tag erwischen, dann haben wir eine kleine Chance, gerade mit unserem Publikum im Rücken."

    TV Hüttenberg (2./39:15/27)

    Dass die Mittelhessen kein normaler Aufsteiger sein würden, war schon vor der Saison klar. Schließlich sind sie mit nur sechs Minuspunkten aus der dritten Liga hochgekommen – und haben dabei alle ihre 15 Heimspiele gewonnen. Diese Dominanz im nur 1450 Zuschauer fassenden Sportzentrum, das den Bundesliga-Anforderungen nicht genügt, hat sich Hüttenberg beibehalten. Im Hinspiel gelang es den Wölfen allerdings, von dort einen Punkt mitzunehmen (Lesen Sie dazu: Spannendes Spitzenspiel mit gerechtem Remis). Die Sieben des isländischen Trainer A?alsteinn Eyjólfsson gilt ohnehin als der Rimparer Lieblingsgegner schlechthin. Denn vor dem Remis gab es bei diesen Duellen ausnahmslos Siege für die DJK. Einer davon kostete im Februar 2014 übrigens dem früheren Rimparer Trainer Heiko Karrer den Job in Hüttenberg. Der TVH muss am vorletzten Spieltag (3. Juni) noch in Würzburg antreten. Gut möglich, dass sich in diesem Match entscheidet, wer in die Bundesliga aufsteigt oder wer nicht.

    SG BBM Bietigheim (3./39:17/28)

    Die Schwaben sind für Rimpar so ungefähr das Gegenteil von Hüttenberg, nämlich eine Art Angstgegner. In den fünf bisherigen Aufeinandertreffen gab es jedes Mal eine Niederlage für die Wölfe, zuletzt im Hinspiel ein 25:30 (Lesen Sie dazu: Wölfe unterliegen im Topspiel). Ob sich das am 21. April ändert? An jenem Freitag nämlich kommen die Bietigheimer zum Auftakt des letzten Doppelspieltages in die s.Oliver Arena. Auch gegen Lübbecke (20. Mai) und in Hüttenberg (27. Mai) muss das Team von Hartmut Mayerhoffer noch antreten. Für Bietigheim spricht die Erfahrung mit einem Herzschlagfinale. In der Saison 2013/14 konnten sie sich mit einem Punkt Vorsprung gegenüber dem Lokalrivalen Bittenfeld den Bundesliga-Aufstieg sichern; sie stiegen in der darauffolgenden Saison allerdings wieder ab.

    Ludwigshafen-Friesenheim (5./33:21/27)

    Die Pfälzer sind im Vorjahr denkbar knapp – nur wegen ein paar zu wenig erzielter Tore – an der Bundesliga-Rückkehr gescheitert und nicht zuletzt deshalb als einer der Titelfavoriten in die Saison gestartet. Doch sie haben diese Erwartungen nicht immer erfüllen können – und auch zu Hause immer wieder überraschend Punkte liegen gelassen. Rimpar zog im direkten Vergleich dagegen zweimal den Kürzeren (Lesen Sie dazu: Wölfe unterliegen knapp gegen Ludwigshafen-Friesenheim).

    Mit den Friesenheimern muss man auch deshalb noch rechnen, weil sie das vermeintlich leichteste Restprogramm in der Liga haben. Bis auf Lübbecke haben sie alle anderen Aufstiegskonkurrenten hinter sich. Zudem stehen für die Ludwigshafener noch sieben Heimspiele an. Auch war die Matschke-Sieben fast schon abgeschrieben – und die Rolle des Jägers ist bekanntlich nicht die schlechteste.

    Nur noch zwei Aufstiegsplätze in der neuen Saison

    Das Rennen um die drei begehrten Aufstiegsplätze verspricht in jedem Fall höchstspannend zu werden – zumal noch viele direkte Duelle zwischen den Spitzenklubs anstehen. Das Vorrücken in die – nach Meinung vieler Experten – stärkste Handball-Liga der Welt dürfte künftig übrigens nicht mehr so „einfach“ werden wie in diesem Jahr. Denn ab der kommenden Saison 2017/18 gibt es voraussichtlich nur noch zwei Aufstiegsplätze.

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