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    Fußball: Zweite Bundesliga

    Benatelli: Rückkehr nach Bochum mit Gänsehaut

    Für Rico Benatelli ist die Partie in seiner Heimat ein emotionale Angelegenheit. Der VfL Bochum setzt vor der Partie gegen die Kickers den Schiedsrichter unter Druck.

    Vorfreude auf den Auftritt in der alten Heimat: Rico Benatelli ist an diesem Samstag mit den Würzburger Kickers in seine... Foto: frank Scheuring, foto2press

    Der damals eher als Schauspieler bekannte Herbert Grönemeyer begann im Jahr 1984 erstmals nennenswert Schallplatten zu verkaufen. Sein Album „Bochum“ wurde ein Hit und der Titelsong die neue Hymne seiner Heimatstadt. „Bochum ich komm aus Dir“, schallt es seither im Ruhrstadion vor Spielen des VfL von den Rängen. Nun ist's zwar längst nicht wahr, dass – wie im Lied behauptet – mit einem Doppelpass hier jeder Gegner nass gemacht wird. Aber ein echter Bochumer kann in diesem Moment schon feuchte Augen kriegen. Oder zumindest wie Rico Benatelli „eine Gänsehaut“.

    Weil... als ob!: Kommen die Kickers noch einmal in Abstiegsgefahr?

    Freilich wird der Mittelfeldspieler an diesem Samstag (13 Uhr) das Lied beim Einlaufen ins Stadion im Trikot des FC Würzburger Kickers hören. Und dann geht es für den Fußball-Zweitliga-Aufsteiger darum, bloß nicht nass gemacht zu werden von diesem VfL Bochum, der daheim in dieser Saison zwar noch kein Spiel verloren hat, aber trotzdem in bedrohliche Nähe zur Abstiegszone der Liga geraten ist. Genau dorthin wollen die Würzburger nicht abrutschen.

    Benatellis Zukunft noch offen

    Das sind die sportlichen Voraussetzungen. Für Benatelli, dessen Vater Frank für den VfL 192 Erstliga-Spiele bestritt, ist die Partie in seiner alten Heimat auch eine emotionale Angelegenheit. Zehn Jahre spielte er in der Jugend für den VfL, ehe er über die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund und Erzgebirge Aue den Weg nach Würzburg fand. Im Sommer läuft sein Vertrag nun aber nach zwei Jahren aus. Ob's auch in Zukunft bei den Kickers weitergeht? Möglicherweise klärt sich das auch schon in der kommenden Woche. Dann wird Benatellis Berater Maikel Stevens nach Würzburg kommen. Benatelli wird sich also überlegen müssen, ob er das Angebot der Kickers annimmt. „Ich fühle mich hier wohl und hatte hier bislang eine gute Zeit“, sagt er zumindest.

    Mini-Fusion im Würzburger Fußball?

    An freien Tagen aber düst Benatelli häufig in den Ruhpott zu seiner Familie. Und genau dort in seiner Geburtsstadt Bochum wollen die Kickers jetzt in die Erfolgsspur zurückkehren – nach einem Jahresstart mit einem Remis und zuletzt zwei Niederlagen. „Es ist ein schmaler Grat. Jetzt ist gerade alles schlecht. Dabei lag es in den ersten Spielen auch an Kleinigkeiten.

    “ Benatelli meint damit nicht nur den späten Gegentreffer zum 1:1-Ausgleich gegen Braunschweig, sondern auch seine große Chance in Kaiserslautern, wo der 24-Jährige die Kickers früh hätte in Führung bringen können. „Den hätte man machen können“, sagt er selbstkritisch. Beim Heim-0:2 gegen Heidenheim am vergangenen Samstag sei die ganze Kickers-Mannschaft dann „nicht so präsent gewesen“, findet Benatelli: „Das war kein gutes Spiel von uns. Wir müssen uns wieder steigern.“ Möglicherweise – nach dem Ausfall von Nejmeddin Daghfous – auch mit Benatelli als zentralem Spieler im Mittelfeld. Dem war im Hinspiel schon ein Tor zum 2:0-Endstand gelungen. Ein Treffer im Rückspiel wäre für ihn gewiss noch ein Gänsehautmoment.

    VfL Bochum – FC Würzburger Kickers (Samstag, 13 Uhr)

    Nur 8500 Tickets im Vorverkauf abgesetzt

    Im Jahr 2017 ohne Sieg ist – wie auch der FC Würzburger Kickers – der VfL Bochum. Das hat durchaus Spuren hinterlassen beim Klub aus dem Ruhrpott, der mit dem Ziel in die Saison gestartet war, um den Aufstieg mitzuspielen. Der Frust bei den Anhängern sitzt tief.

    Gerade einmal 8500 Tickets waren für die Partie gegen die Kickers bis Freitag im Vorverkauf abgesetzt worden. Bochums Trainer Gertjan Verbeek vermutet, „dass die Würzburger hier auch etwas riechen.“

    Bochum hofft auf "Glück mit den Schiedsrichtern"

    Vom Schiedsrichter benachteiligt fühlten sich die Bochumer am vergangenen Montag bei der 1:2-Niederlage bei Hannover 96. „Wie oft sollen wir uns noch über solche Entscheidungen aufregen“, fragte Bochums Manager Christian Hochstätter nach drei strittigen Elfmetersituationen. Und Torhüter Manuel Riemann fand: „Wenn sich diese Fehlentscheidungen in der restlichen Saison ausgleichen, dann haben wir in den nächsten Wochen wohl richtig Glück mit den Schiedsrichtern.“ Der Kickers-Gegner baut also ganz schön Druck auf den Schiedsrichter auf. Der Mann an der Pfeife ist am Samstag Robert Kempter. An ihn haben die Würzburger keine guten Erinnerungen. Unter seiner Leitung verloren die Kickers in der Dritten Liga gegen Osnabrück (0:1) und in der Zweiten Liga gegen Karlsruhe (0:2).

    Kickers müssen für Fan-Vergehen 4000 Euro bezahlen

    4000 Euro kostet die Kickers das Verhalten ihrer Fans. Das Sportgericht des Deutschen Fußball Bundes (DFB) ahndete zwei Verstöße. Kurz vor dem Anpfiff des Derbys beim 1. FC Nürnberg im November war im Würzburger Zuschauerbereich eine Rauchbombe gezündet worden. Derselbe Vorfall ereignete sich während Partie beim SV Sandhausen im Dezember. Die Kickers haben dem Urteil zugestimmt, wie der DFB am Freitag mitteilte.

    "Rothosen-Talk" mit Helmut Hack am Montag

    Am Montag steigt um 19.07 Uhr im Würzburger Maritim Hotel die nächste Auflage des „Rothosen Talk“. Dabei wird neben Kickers-Trainer Bernd Hollerbach auch Helmut Hack, Präsident beim nächsten Kickers-Gegner Greuther Fürth, zu Gast sein. Karten für die Veranstaltung gibt es für fünf Euro (Freigetränk inklusive) beim Kickers-Fanshop in der Eichhornstraße.

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