• aktualisiert:

    FUßBALL: DFB-POKAL

    Kickers-Trainer Schmidt will Werder weh tun

    Der Würzburger Coach hofft trotz des Umzugs nach Offenbach auf eine gute Atmosphäre. Die Fernsehkameras wechseln indes die Seite, um keine leere Tribüne zu filmen.

    „Man muss dieses Ergebnis richtig einordnen. Uns erwartet zum Saisonauftakt in Meppen ein ganz anderes Spiel“: Kickers-T... Foto: Frank Scheuring

    Offenbach, das Stadion am Bieberer Berg, Flutlicht, DFB-Pokal – ein Mythos. Längst legendäre Dramen sind schon auf dieser Bühne aufgeführt worden und oft lag der haushohe Favorit am Ende geschlagen am Boden. So betrachtet hätte es fürwahr schlechtere Orte gegeben, an denen der FC Würzburger Kickers sein Erstrundenspiel gegen Werder Bremen hätte austragen können.

    Nun ist über den Streit zwischen Klub und einigen Anwohnern, die daraus resultierenden Auflagen der Stadt, die Ansetzung der Partie in den späten Abendstunden und die daraus resultierende Verlegung schon genug geredet worden. Fakt ist: Am Samstag wird um 20.45 Uhr im Offenbacher Sparda-Bank Hessen Stadion angepfiffen, und die Kickers sind im Vergleich mit den Hanseaten der Außenseiter.

    Liga-Fehlstart spielt keine Rolle

    Wobei Würzburgs Trainer Stephan Schmidt seinem Team durchaus etwas zutraut: „Wir haben das Potenzial, Werder weh zu tun. Wir wollen den Gegner in einen Pokalfight verwickeln.“ Erst vor zwei Wochen spielten die Würzburger in der Dritten Liga gegen Werders U 23 1:1. „Der Spielstil der Bremer Bundesliga-Mannschaft ist ähnlich, auch wenn die Personen natürlich andere sind.

    Dementsprechend wird sich an unserer Herangehensweise und unserem System nicht allzu viel ändern“, so Schmidt. Der Fehlstart in der Liga mit vier Partien ohne Sieg spiele am Samstag keine Rolle, glaubt der Kickers-Coach: „Meisterschaft und Pokal-Wettbewerb sind zwei komplett verschiedene Dinge. Es ist eine tolle Chance, gegen einen Erstligisten zu spielen. Werder ist ein klasse Gegner, der in der vergangenen Saison eine tolle Rückrunde gespielt hat. Da kommt einiges auf uns zu.“

    Im Pokal-Wettbewerb ist es mit den Werderanern jedoch so eine Sache. Kein anderer Klub schied als Erstligist öfter in der ersten DFB-Pokal-Runde aus als die Bremer – zwölf Mal. Seit 2011 scheiterten die Bremer gleich viermal in der Auftaktrunde an einem Drittligisten. Im Vorjahr an den Sportfreunden Lotte. Ausnahme war freilich das Jahr 2015. Da setzte sich Werder mit 2:0 nach Verlängerung – damals freilich an einem Sonntagnachmittag – in Würzburg am Dallenberg gegen die Kickers durch. Für manchen Kickers-Anhänger eine schmerzliche Erinnerung, weil sich die Rothosen an diesem Tag wegen eines zu Unrecht wegen Abseits aberkannten Treffers um den Lohn ihres guten Spiels gebracht sahen.

    Im Würzburger Kader steht zwei Jahre später nur noch ein einziger Spieler, der damals dabei war: Joannis Karsanidis. Auseinandergerissen ist am Samstag Bremens gefürchtetes Sturm-Duo mit Finn Bartels und Max Kruse. Bartels muss eine Rotsperre aus der vergangenen DFB-Pokal-Saison absitzen.

    TV-Kameras wechseln die Seite

    Kickers-Coach Schmidt hofft am Samstag trotz des Umzugs nach Hessen auf Pokal-Atmosphäre: „Es wäre schön, wenn sich viele Würzburger auf den Weg machen würden. Die Mannschaft kann gerade in diesem Spiel Unterstützung gut gebrauchen.“ 7000 Tickets haben die Kickers im Vorverkauf abgesetzt, 2000 davon gingen nach Bremen. Nachdem die 8500 fassende Stehplatztribüne auf der Gegengerade gesperrt bleibt, passen 12 500 Besucher ins Stadion. Weil der übertragende Bezahlfernsehsender Sky keine leeren Ränge ins Bild rücken möchte, wird im Stadion gerade umgebaut. Die Kameras wandern auf die gesperrte Tribüne.

    Weitere Artikel

    Kommentare (4)

    Kommentar Verfassen

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!