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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Die Kickers-Probleme in Zahlen

    Warum es bei den Rothosen bislang nicht läuft, zeigen einige Statistiken ganz deutlich.

    Enttäuschter Dauerbrenner: Kickers-Kapitän Sebastian Neumann stand bislang in allen Partien über die volle Distanz auf d... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Es ist die letzte Etappe in diesem für die Würzburger Kickers alles in allem gruseligen Fußballjahr 2017. Fünf Spiele stehen nach der Länderspielpause am vergangenen Wochenende nun noch an, dann geht es für Trainer Michael Schiele und seine Drittliga-Kicker in die kurze Winterpause.

    Der Auftakt für den Schlussabschnitt ist die Partie beim Chemnitzer FC an diesem Samstag (14 Uhr, live im MDR, Liveticker auf mainpost.de). Zeit für eine Bestandsaufnahme und einen Blick in die Statistik, der einige Gründe für den enttäuschenden Saisonverlauf liefert.

    Die Suche nach einer Stammelf

    Zweimal in Folge schickte Trainer Michael Schiele – zuletzt in Köln und gegen Halle – dieselbe Startelf aufs Feld. Eine Ausnahme. Dennoch hat sich kein Stammeteam herausgebildet. Lediglich Innenverteidiger Sebastian Neumann und Patrick Göbel auf dem rechten oder linken Flügel standen bei allen Partien auf dem Feld.

    Neumann ist der einzige Dauerbrenner, der die gesamte Saison-Spielzeit (1350 Minuten) auf dem Feld stand. Nun muss Schiele schon aufgrund der Gelb-Rot-Sperre für Marco Königs sein Team wieder umbauen. Womit wir schon beim nächsten Thema wären.

    Wer ist ein Torjäger?

    Nach 15 Spielen reichen schon zwei Tore aus, um Rekordschütze bei den Kickers zu sein. Die Angreifer Königs und Orhan Ademi (er traf einmal per Elfmeter), die Mittelfeldspieler Patrick Göbel und Jannis Nikolaou sowie Innenverteidiger Neumann trafen je zweimal. Nur bei Tabellenschlusslicht Rot-Weiß Erfurt hat der beste Schütze genauso wenige Treffer auf dem Konto.

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    Wer liefert die Vorlagen?

    Wer regelmäßig Partien der Kickers sieht, der sucht in dieser zu Saisonbeginn neu zusammengestellten Mannschaft schon lange nach jenem Spieler, der zündende Ideen hat und Angriffe inszeniert. Wenn es darum geht, Tore vorzubereiten, sind Felix Müller und Patrick Göbel mit jeweils drei Torvorlagen bislang im mannschaftinternen Vergleich spitze. Zum Vergleich: Der beste Vorarbeiter der Liga ist der Paderborner Dennis Srbeny mit elf Torvorlagen.

    Die Schwäche bei den Standards

    Schwächen hat die Kickers-Mannschaft in dieser Saison schon viele gezeigt, sonst stünden die Rothosen nicht auf einem Abstiegsplatz. Besonders auffallend sind die Mängel bei Standardsituationen. Dabei hatte Ex-Trainer Stephan Schmidt sogar einmal behauptet, sein Team sei bei Standards nicht zu stoppen. Unfug! Die Statistik sieht nämlich ganz anders aus. Lediglich fünf Treffer wurden durch einen Freistoß oder einen Eckball vorbereitet. Hinzu kommt ein Elfmetertreffer. Nur Werder Bremen II und Samstagsgegner Chemnitzer FC trafen seltener bei Standardsituationen. So ungefährlich die Kickers selbst bei ruhenden Bällen sind, so wacklig ist die Kickers-Abwehr bei diesen Situationen. Zwölf Gegentore nach Standards sind der drittschlechteste Wert der Liga.

    Schläfrig in der ersten Hälfte

    Wertet man nur die erste Halbzeit, stünden die Kickers in der Tabelle mit zwölf Punkten – in der Endabrechnung sind es nach 90 Minuten 13 – auf dem letzten Platz. Lediglich zwei Tore gelangen den Rothosen in den 15 Saisonspielen vor dem Seitenwechsel. So wenige, dass den Kickers auch die regelmäßige Leistungssteigerung nach der Pause wenig nutzte.

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    In einer fiktiven Tabelle der zweiten Halbzeit liegen die Kickers nämlich mit 19 Punkten auf Platz zwölf im Mittelfeld. Allerdings waren die Kickers nach der Pause nicht nur torhungriger (13 Treffer), sondern kassierten auch 19 Tore und damit zehn mehr als vor der Pause. Zwölfmal lagen die Kickers bislang in Rückstand und konnten danach kein Spiel mehr gewinnen. Immerhin scheint das Team von Michael Schiele nun ein Mittel gefunden zu haben: Beim 1:0 gegen Halle stand zum zweiten Mal in dieser Saison die Null.

    Keine Frage von Glück oder Pech

    Die Frage von Glück oder Pech stellt sich nach 15 Partien nicht mehr. Um solchen Ausreden den Wind aus den Segeln zu nehmen, zitieren wir an dieser Stelle die Alu-Statistik: Vier Mal trafen die Kickers Pfosten oder Latte. Ein Mittelwert in der Liga. Der 1. FC Magdeburg beispielsweise scheiterte bereits acht Mal am Aluminium. Auf der anderen Seite rettete bei den Kickers nur einmal die Latte. Fortuna Köln indes hatte in dieser Saison bereits bei acht Alu-Treffern des Gegners das Glück auf seiner Seite.

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