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    BASKETBALL: BUNDESLIGA. MÄNNER

    Starting 5: Fünf Fakten zu Alba Berlin

    Die Bilanz, der Schlüsselspieler, das Wiedersehen: Der Gegner von s.Oliver Würzburg im Überblick

    Mit ihm gibt es ein Wiedersehen: Joshiko Saibou, 2015/16 bei s.Oliver Würzburg unter Vertrag, ist inzwischen bei seinem ... Foto: Heiko Becker (HMB Media/ Heiko Becker)

    Der Klub

    Am Ende war es doch nur das berühmte „Pfeifen im Walde“, nachdem Geschäftsführer Marco Baldi vor der vergangenen Spielzeit erklärt hatte, er habe „selten so viel Bock auf eine neue Saison gehabt wie dieses Mal“. Noch vor den Play-offs trennte sich der achtmalige Meister und neunmalige Pokalsieger nach einem enttäuschenden Saisonverlauf von seinem türkischen Cheftrainer Ahmet Caki, in der K.o.-Runde ereilte den Hauptstadtklub bereits in der ersten Runde das Aus gegen den FC Bayern. Die Kluft zu den Top-Klubs aus München und Bamberg wurde eher größer als kleiner, als Konsequenz krempelten die „Albatrosse“ ihren Kader radikal um. Einzig US-Spielmacher Peyton Siva wurde auf den Ausländer-Positionen nicht ausgetauscht, zudem widerstand der gebürtige Berliner und Nationalspieler Niels Giffey den Avancen aus Bamberg. „Die letzte Saison war eine, die für mich persönlich am unbefriedigsten war. Wir wollen besser sein. Wir haben den Etat erhöht. Da meine ich den Spieleretat, der um ein Viertel gestiegen ist“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Axel Schweitzer vor Saisonbeginn der „Berliner Zeitung“.

    Auf vier Millionen Euro beziffert das Blatt die Personalkosten der Klubs. Der abermalige Umbruch scheint sich auszuzahlen: Aktuell präsentieren sich die Berliner stark wie lange nicht und reisen mit neun Siegen bei nur drei Niederlagen als Tabellenzweiter zum Gastspiel bei s.Oliver Würzburg.

    Der Trainer

    Der aktuelle Höhenflug von Alba wird vor allem mit dem neuen Headcoach Alejandro „Aíto“ García Reneses in Verbindung gebracht. Der Spanier, bereits 1976 (!) zum ersten Mal „Trainer des Jahres“ in seinem Heimatland, ist auf der iberischen Halbinsel eine Legende, holte unter anderem mit dem FC Barcelona neun Meisterschaften, vier Pokalsiege sowie drei europäische Trophäen und führte die Nationalmannschaft 2008 in Peking zu Olympia-Silber. Das Engagement in Berlin ist für den 70-Jährigen das erste bei einem ausländischen Klub. „Es ist alles strukturierter, organisierter. Das kann man so einfach sagen. Defensiv sind wir besser aufgestellt, es gibt eine klare Rotation. Die Team-Zusammenstellung und die Chemie, die wir haben, passen einfach“, schwärmte der derzeit verletzte Giffey jüngst in einem Interview auf „bz-berlin.de“ von Reneses.

    Der Schlüsselspieler

    Mit 28 Jahren ist Luke Sikma der älteste Korbjäger im Kader der Berliner, der gerade einmal ein Durchschnittsalter von 24,6 Jahren aufweist. Der US-Amerikaner ist vor dieser Saison vom spanischen Meister Valencia Basket an die Spree gewechselt und galt als absoluter Wunschspieler seines Coaches. Seither übertrifft der 2,03 Meter große Flügelspieler sogar noch die ihn gesetzten Erwartungen. Mit durchschnittlich 9,8 Punkten 7,0 Rebounds und 4,1 Rebounds pro Partie ist Sikma der statistisch effektivste Spieler und steht mit 25:19 Minuten am längsten aller „Albatrosse“ auf dem Parkett. Ebenfalls besonderes Augenmerk sollten die Baskets auf Sikmas Landsmann Spencer Butterfield legen. Der 25-jährige Guard trifft bislang herausragende 51,2 Prozent seiner Drei-Punkte-Würfe.

    Die Bilanz

    Bereits 15 Mal kreuzten sich in der Basketball-Bundesliga die Wege von s.Oliver Würzburg und Alba Berlin, das neun Mal die Oberhand behielt; immerhin sechsmal durften die Baskets jubeln. Unvergessen ist natürlich bei den Anhängern die Play-off-Viertelfinal-Serie in der Saison 2011/12, als der hohe Favorit aus der Hauptstadt sensationell mit 1:3 gegen den damaligen Aufsteiger den Kürzeren zog.

    Die Heimbilanz der Würzburger ist mit 4:3-Siegen sogar positiv, allerdings gingen die letzten drei Aufeinandertreffen allesamt an den wiedererstarkten früheren Serienmeister.

    Das Besondere

    Diesen Werdegang hätten Joshiko Saibou nach seinem einjährigen Gastspiel bei s.Oliver Würzburg vor zwei Jahren wohl nur die Wenigsten zugetraut. In der Saison 2015/16 stand der 27-Jährige beim damaligen Aufsteiger aus der Domstadt unter Vertrag – und klar im Schatten von Dru Joyce, der auf der Spielmacherposition die Fäden in der Hand hielt. Für Saibou fielen unter dem damaligen Cheftrainer Doug Spradley durchschnittlich nur gut neun Minuten Spielzeit ab. Der 1,88-Meter-Mann wechselte daraufhin nach Gießen, wo er vergangene Spielzeit deutlich mehr Akzente setzen konnte und sich für einen Wechsel in seine Heimatstadt Berlin empfahl. Bei seinem Herzensklub ist Saibou inzwischen eine feste Größe und bringt es in durchschnittlich 17:40 Spielminuten auf 7,2 Punkte (41,7 Prozent Dreier-Quote), 1,1 Assists und 1,3 Ballgewinne pro Partie. Lohn der guten Entwicklung: Bei den beiden WM-Qualifikationsspielen Ende November gegen Georgien und Österreich debütierte Saibou im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. text: Stefan Mantel

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