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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Duell der Leidgeprüften

    Rimpars Wölfe empfangen Tabellenführer Bergischer HC. Zwischen dem Fast-Aufsteiger und dem Absteiger liegen zum Teil Welten. Eine bittere Erfahrung aber teilen sie.

    Der impulsive Max Brustmann ist der Oldie bei den Rimparern – genauso wie sein Torwart-Kollege Bastian Rutschmann beim B... Foto: Frank Scheuring (foto2press)

    DJK Rimpar Wölfe – Bergischer HC
    (Samstag, 21. Oktober, 19.30 Uhr)

    Die DJK Rimpar Wölfe (7./12:6) und der Bergische HC (1./18:0) dürfen sich seelenverwandt fühlen. Denn beide Handball-Zweitligisten sind leidgeprüft:  Am Ende der vergangenen Saison scheiterten sie jeweils in dramatischen Herzschlagfinals. Während die Unterfranken aufgrund ihrer Niederlage in Lübeck beim VfL Bad Schwartau bekanntlich knapp den Bundesliga-Aufstieg verpassten, stieg der BHC trotz eines Sieges am letzten Spieltag und einer insgesamt starken Rückrunde aufgrund des schlechteren Torverhältnisses aus der Beletage ab. Das Team des langjährigen Trainers Sebastian Hinze ist vor rund zehn Jahren aus den Handball-Städten Solingen und Wuppertal hervorgegangen. Für die Löwen zählt nur der direkte Wiederaufstieg. Vor dem mit Spannung erwarteten Duell auf dem Spielfeld vor mutmaßlich großer Kulisse in Würzburg vergleichen wir die beiden Klubs schon mal auf dem Papier.

    Saisonetat

    DJK Rimpar Wölfe: 820 000 Euro
    Bergischer HC: 2,4 Millionen Euro

    Zwischen den Etats beider Klubs liegen Welten. Der jährliche finanzielle Aufwand der Löwen liegt fast dreimal so hoch wie der der Wölfe. Kein Wunder, dass der Klub aus dem Bergischen Land schnellstmöglich wieder zurück in die Erste Liga will und muss. Der BHC-Zweitliga-Etat ist jedoch um eine halbe Million Euro niedriger als in der vergangenen Saison. Als Grund hat die Geschäftsführung geringere Werbe- und Fernseheinnahmen angegeben. Trotzdem: Während die Wölfe keinen einzigen Internationalen unter Vertrag haben, laufen für die Blau-Weißen neun Ausländer auf, fast alle mit Länderspielerfahrung.


    Nationale DHB-Pokalwettbewerb-Erfolge 

    Rimpar: Achtelfinale
    BHC: Final Four 2015/16

    Während die Rimparer DHB-Pokalhistorie erst einen Achtelfinaleinzug aufweist, war der BHC in diesem Wettbewerb ungleich erfolgreicher. Vor eineinhalb Jahren standen die Blau-Weißen sogar im Halbfinale – und unterlagen dort dem späteren Sieger SC Magdeburg mit 33:36 nach Verlängerung. In dieser Woche schieden die Nordrhein-Westfalen im Achtelfinale nach einem sehr guten Auftritt noch knapper mit 27:28 gegen den Erstligisten HSG Wetzlar aus. Im Pokalwettbewerb gab es übrigens auch das bisher einzige Aufeinandertreffen der Wölfe und Löwen: Am 31. August 2009 zeigten die Rimparer vor lediglich 350 Zuschauern in der Hölle Nord eine starke Leistung, auch wenn sie am Ende 22:28 unterlagen. Damals schon mit dabei: Max Brustmann, Julian Sauer und Sebastian Kraus; DJK-Kapitän Stefan Schmitt fehlte wegen eines Kreuzbandrisses.

    Länderspiele in A-Nationalteams

    Rimpar: 5
    BHC: 313 

    Während bei Rimpar nur Benjamin Herth eine Handvoll Länderspiele bestritt, bringen es die BHC-Akteure zusammen auf mehr als 300 Mal Länderspiele für ihre Heimatländer. Mit Fabian Gutbrod steht bei den Gästen jedoch auch nur ein (ehemaliger) deutscher Nationalspieler unter Vertrag, der genau wie Herth auf fünf Einsätze kommt. Am häufigsten war der Isländer Arnor Thor Gunnarsson (29) für sein Heimatland aktiv; in seinen 76 Länderspielen erzielte der Rechtsaußen 176 Tore. Er gehört auch dem aktuellen Kader an, der sich im Sommer für die EM 2018 in Kroatien qualifiziert hat.
     

    Durchschnittliche Körpergröße

    Rimpar: 187,7 Meter
    BHC: 192,5 Meter

    Ein Größenunterschied von durchschnittlich fünf Zentimetern mag nach nicht viel klingen. Doch der entscheidende Quervergleich müsste an dieser Stelle eigentlich zwischen dem jeweiligen Abwehr-Mittelblock und den Rückraumwerfern gezogen werden. Und in diesem Bereich hat der Meisterfavorit gleich sechs Feldspieler mit an die zwei Meter Körpergröße oder darüber im Kader stehen. So groß ist bei den Grün-Weißen einzig Philipp Meyer, der als Spieler aus dem Erweiterungskader allerdings (noch) kein Leistungsträger ist und nur sporadisch in der Abwehr eingesetzt wird.


    Durchschnittliches Körpergewicht

    Rimpar: 92 Kilo
    BHC: 93,5 Kilo

    In puncto Gewicht brauchen sich die Wölfe nicht zu verstecken. Die BHC-Akteure bringen zwar im Schnitt 1,5 Kilo mehr auf die Waage. Für diesen Vorsprung sorgt aber allein schon Leos Petrovsky. Der tschechische Kreisläufer, der mit seinem Land 2015 bei der WM in Katar angetreten ist, bringt es auf stolze 128 Kilogramm. Bei den Rimparern haben immerhin schon fünf Akteure die 100-Kilo-Schallmauer geknackt: Patrick Gempp (107), Jan Schäffer (105), Lukas Böhm (101), Benedikt Brielmeier (100) und der sich im Wiederaufbau befindende Max Bauer (100).
     

    Durchschnittsalter

    Rimpar: 25,27
    BHC: 25,76

    Die beiden Kader sind im Schnitt fast genau gleich alt. Sowohl die Wölfe als auch die Löwen haben eine gute Mischung aus Routiniers und Nachwuchskräften. Die Oldies sind jeweils die Schlussleute: Max Brustmann und Bastian Rutschmann werden beide noch dieses Jahr 35, wobei der BHC-Keeper in seiner Karriere schon ungleich mehr Klubs gesehen hat. Während Brustmann nur ein Gastspiel außerhalb Rimpars in Bad Neustadt hatte, war Rutschmann bereits bei zehn verschiedenen Vereinen unter Vertrag, darunter der HBW Balingen-Weilstetten, die Rhein-Neckar Löwen und zuletzt FA Göppingen.

     
    Als „designierten Meister“ oder „Nonplusultra der Liga“ bezeichnet Rimpars Trainer Matthias Obinger den Bergischen HC wahlweise. Fakt ist: Der Spitzenreiter hat mit seinen neun Siegen einen Startrekord in der eingleisigen Zweiten Liga aufgestellt. „Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir eine Topleistung abrufen und darauf hoffen, dass es beim BHC diesmal nicht rund läuft“, sagt Obinger, der weiter auf Max Bauer (Wiederaufbau) und Lukas Siegler (Bänderriss) verzichten muss. „Doch kampflos werden wir die Punkte keinesfalls abgeben.“ In der Rückrunde der vergangenen Saison sich die Wölfe in der s.Oliver Arena regelmäßig packende Spiele gegen die damaligen Spitzenklubs der Liga geliefert. Der gut laufende Kartenvorverkauf verspricht nach Angaben des Klubs eine „brodelnde Turnhölle“. 

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